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Ergonomie

Passives Exoskelett entlastet Schultern und Oberarme

| Redakteur: Lilli Bähr

Das neue Exoskelett Paexo entlastet die Schultergelenke und Oberarme bei Tätigkeiten mit erhobenen Armen, zum Beispiel bei der Überkopfarbeit in der Montage. Wie das funktioniert, erklären wir Ihnen hier.

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Das Exoskelett Paexo unterstützt Mitarbeiter in der Produktion oder im Handwerk bei anstrengenden Tätigkeiten, besonders bei der Überkopfarbeit.
Das Exoskelett Paexo unterstützt Mitarbeiter in der Produktion oder im Handwerk bei anstrengenden Tätigkeiten, besonders bei der Überkopfarbeit.
(Bild: Ottobock)

Exoskelette reduzieren die körperliche Beanspruchung bei anstrengenden Tätigkeiten, etwa bei der Überkopfarbeit oder dem Heben und Tragen schwerer Lasten. Gerade solche Tätigkeiten führen zu arbeitsbedingten Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems (MSE). Diese sind in Deutschland und Europa der häufigste Grund für Arbeitsunfähigkeit und damit ein bedeutender Kostenfaktor für Unternehmen und die Gesundheitssysteme. Langfristig könnte der präventive Einsatz eines Exoskeletts solche Erkrankungen im Schulterbereich reduzieren.

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Seilzugtechnik reduziert kritische physische Beanspruchung

Das Exoskelett Paexo wurde für den Einsatz in der Industrie konzipiert, zum Beispiel bei Automobilherstellern, in Flugzeug- und Schiffswerften, in Handwerksbetrieben oder Logistikunternehmen. Dort unterstützt das Exoskelett Menschen, die täglich körperlich anspruchsvolle Tätigkeiten ausführen, etwa Überkopfarbeit in der Montage.

Der Mitarbeiter trägt das Exoskelett – ähnlich wie ein Rucksack – eng am Körper. Das Gewicht der erhobenen Arme wird über die Armschalen mithilfe einer mechanischen Seilzugtechnik auf die Hüfte abgeleitet. Das soll die Muskeln und Gelenke im Schulterbereich spürbar schonen. Auf diese Weise reduziert es kritische physische Beanspruchung während der Arbeit.

Passives Exoskelett unterstützt einzelne Körpersegmente

Paexo ist ein passives Exoskelett, das keine Energiezufuhr benötigt. Deshalb ist es sehr leicht – mit weniger als zwei Kilogramm Gewicht laut Unternehmen sogar das leichteste Exoskelett seiner Art. Passive Exoskelette unterstützen einzelne Köpersegmente bei bestimmten Haltungen und Bewegungen auf mechanische Weise, zum Beispiel durch das Zusammenspiel von Federn oder Gummizügen.

Es lässt sich individuell an den Nutzer anpassen und die Unterstützungskraft lässt sich variabel einstellen. Das Design orientiert sich an den natürlichen Bewegungen des Menschen. Nutzer können mit dem Exoskelett gehen, sitzen und auch Gegenstände aufheben. Es soll sich bequem mehr als acht Stunden tragen lassen und dabei die Schultern und Arme bei der Überkopfarbeit spürbar entlasten.

Wie das Exoskelett angelegt wird und sich bei natürlichen Bewegungen verhält, ist in folgendem Video zu sehen:

Gesündere Arbeitsbedingungen bei körperlich anspruchsvollen Tätigkeiten

Seit 2012 forscht Ottobock an Lösungen, mit denen sich Arbeitsplätze in Industrie, Logistik und Handwerk ergonomischer gestalten lassen. Das Ziel ist, Menschen mit körperlich anspruchsvollen Tätigkeiten wie Überkopfarbeit, zu entlasten und so gesündere Arbeitsbedingungen zu schaffen. Hierfür hat das Unternehmen den Geschäftsbereich Ottobock Industrials gegründet. Der erste Produktbereich umfasst Exoskelette für Überkopf- und Überschulterarbeit.

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