The Ocean Cleanup

Organisation will mit simpler Konstruktion den Ozean säubern

| Redakteur: Katharina Juschkat

Eine schwimmende Barriese soll den Plastikmüll einsammeln.
Eine schwimmende Barriese soll den Plastikmüll einsammeln. (Bild: The Ocean Cleanup)

Die Idee ist so einfach wie genial: Mithilfe einer U-förmigen Barriere will die Non-Profit-Organisation Ocean Cleanup die Ozeane von Plastikmüll befreien. Jetzt ist das Projekt gestartet.

Im Pazifik schwimmt soviel Müll, dass er schon einen eigenen Namen hat: Der „Great Pacific Garbage Patch“ ist eine Ansammlung von über 1,8 Billionen Plastikteilen auf einer Fläche, die doppelt so groß ist wie Texas. Die niederländische Non-Profit-Organisation „The Ocean Cleanup“ will mit einem einzigartigen und simplen Konzept die Ozeane von Plastik befreien. Jetzt ist das Projekt von San Francisco aus für einen zweiwöchigen Testlauf vor der Küste gestartet, um nach Erfolg 1.200 Seemeilen von der Küste entfernt mit der Säuberung des Great Pacific Garbage Patch zu beginnen.

U-förmige Barriere fängt Plastikmüll ein

Das sogenannte System 001 besteht aus einer 600 Meter langen U-förmigen Barriere, die von selbst schwimmt. Daran ist eine Art Vorhang befestigt, der drei Meter tief in das Wasser ragt. Fische und andere Meeresbewohner, so die Idee, können unter dem Vorhang hindurch schwimmen und werden von dem Müllsammler nicht gestört – die Plastikteile aber, die sich häufig knapp unter der Meeresoberfläche befinden, sollen daran hängen bleiben.

Das System ist so konstruiert, dass es von Wind und Wellen angetrieben wird – damit folgt es dem Great Pacific Garbage Patch ganz natürlich und fängt die Plastikabfälle passiv ein, da es sich etwas schneller als der Müllstrudel bewegt, erklärt die Organisation. Aufgrund seiner Form werden die Trümmer in die Mitte des Systems geleitet. Das Team vergleicht den Müllsammler mit einem riesigen Pac-Man, der die Oberfläche des Ozeans abgrast.

Das Ocean Cleanup Team plant, nach 6 Monaten den ersten gesammelten Plastikmüll zurück zum Festland bringen zu können. Dort soll der Müll recycelt und in Produkte umgewandelt werden, aus deren Erlös wiederum das Projekt weiter finanziert wird.

Sensoren und Kameras überwachen das System

So funktioniert das System 001.
So funktioniert das System 001. (Bild: The Ocean Cleanup)

Während das Hauptziel des Systems 001 darin besteht, die Technologie zu testen und mit der Reinigung der Meere zu beginnen, besteht ein sekundäres Ziel darin, Leistungsdaten zu sammeln, um das Design für zukünftige Implementierungen zu verbessern. Daher ist das System mit solarbetriebenen und satellitengestützten Sensoren, Kameras und Navigationslichtern ausgestattet, um die Position des Systems 001 an vorbeifahrenden Schiffsverkehr zu übermitteln und eine umfassende Überwachung des Systems und der Umgebung zu ermöglichen. Viele Fragen sind indes noch offen: Zwar wurde das System über Jahre hinweg entwickelt, doch wie es sich wirklich auf hoher See verhalten wird, wird erst die Testphasen zeigen.

Sobald der erste Test erfolgreich war und die Finanzierung steht, soll The Ocean Cleanup in den nächsten zwei Jahren auf eine Flotte von etwa 60 Systemen mit Schwerpunkt auf dem Great Pacific Garbage Patch erweitert werden. Die Ocean-Cleanup-Projekte sehen vor, dass die gesamte Flotte innerhalb von fünf Jahren die Hälfte des Plastiks im Great Pacific Garbage Patch entfernen kann. Sobald die Flotte größer ist, sollen weltweit die Meere gesäubert werden. Dies steht im Einklang mit dem ehrgeizigen Ziel von The Ocean Cleanup: Bis 2040 soll die Menge an Plastik in den Weltmeeren um mindestens 90% reduziert werden.

Der Gründer und CEO von The Ocean Cleanup Boyan Sklat erklärt: „Ich bin unglaublich dankbar für die enorme Unterstützung, die wir in den letzten Jahren von Menschen auf der ganzen Welt erhalten haben, die es uns ermöglicht hat, ein neues Produkt zu entwickeln, zu testen und auf den Markt zu bringen. Das stimmt mich zuversichtlich, dass wir die Ozeane reinigen können, wenn die Technologie funktioniert.“

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