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Optische Täuschung Neue Tarnfolie für Erlkönige

| Redakteur: Katharina Juschkat

Um Fahrzeug-Prototypen besser vor neugierigen Blicken zu schützen, hat Ford eine 3D-Folie entwickelt, die mittels optischer Täuschung das Design verschleiern soll. Die Folien werden für den jeweiligen Erlkönig maßgeschneidert angefertigt und sind dünner als ein menschliches Haar.

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Wo endet das Auto, wo beginnt der Boden? Das Design der Folie verschleiert Ecken, Winkel und Kurven.
Wo endet das Auto, wo beginnt der Boden? Das Design der Folie verschleiert Ecken, Winkel und Kurven.
(Bild: Ford)

Ein Erlkönig ist ein Auto, das eigentlich noch gar nicht auf dem Markt ist, aber schon auf den Straßen getestet wird. Autobauer wollen bei diesen Testfahrten natürlich vermeiden, dass Form und Design des neuen Fahrzeugs bekannt werden, bevor es auf den Markt kommt. Die dafür verwendeten Folien dienen der optischen Täuschung. Ford hat diese Technik weiterentwickelt und designte eine 3D-Folie, die von Online-Illustrationen inspiriert wurde. Die Folie besteht aus Tausenden von scheinbar zufällig platzierten, schwarzen, grauen und weißen Zylindern in einem komplexen Kreuzmuster. Vor allem bei Tageslicht soll es schwierig sein, damit die wesentlichen Design-Merkmale eines neuen Fahrzeugs zu identifizieren. Auch Selfies mit den Fahrzeugen, wie sie in sozialen Netzwerken beliebt sind, sollen künftig wegen der neuen Tarnfolie kaum noch aussagefähig sein.

„Ich habe versucht, ein chaotisches Muster zu entwickeln, das die Augen irritiert”, sagt Marco Porceddu, Vehicle Prototype Engineer, Product Development, Ford of Europe. „Ich befasste mich mit optischen Täuschungen im Internet und kam auf eine spezielle Form, die tausendfach kopiert und überlappt werden kann, was eine Art 3D-Illusion erschafft.”

„Diese neue Tarnung irritiert das Gehirn”

Die 3D-Folie aus Vinyl konzipierte Ford für extreme Temperaturen. Sie eignet sich mit ihren Schwarz-, Grau- und Weißtönen auch gut für die Wintermonate in Europa, während das Unternehmen in Australien eher sandfarbene Folien verwendet. Die Folien werden für den jeweiligen Erlkönig maßgeschneidert angefertigt und sind dünner als ein menschliches Haar. Entwürfe prüft das Unternehmen zunächst auf einer internen Teststrecke, um die beste Tarnung sicherzustellen.

„Diese Tarnung irritiert das Gehirn und macht die Fahrzeugform sowie Oberflächen und Farben nahezu unkenntlich”, erklärt Martin Stevens, Associate Professor an der University of Exeter, der 15 Jahre lang die farbliche Tarnung von Tieren erforschte. „Die optische Täuschung verhindert nicht, dass ein Auto gesehen wird, sondern spielt eher mit der Fähigkeit zur Erkennung von Tiefenschärfe und Schatten. Dieser Trick kommt auch in der Natur vor.”

„Fast jeder von uns hat ein hochauflösendes Smartphone, mit dem die aufgenommenen Bilder von Erlkönigen zeitnah im Internet oder anderswo geteilt werden können – das macht sich natürlich auch der Wettbewerb zunutze”, sagt Lars Mühlbauer, Manager, Camouflage, Ford of Europe. „Wir wollen das Design möglichst bis zur öffentlichen Präsentation geheim halten, was mit der Folie leichter wird.” (kj)

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