Motorlagerung Motorlagerung mit magnetorheologischer Flüssigkeit verbessert Fahrverhalten

Redakteur: Stefanie Michel

Delphi startet die Serienproduktion eines neuen Motorlagers für einen europäischen Super-Sportwagen: Die computergesteuerte Regelung der Dämpfwirkung verbessert die Absorption von Anregungen des Motors und somit den Fahrkomfort.

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Delphi hat eine Motorlagerung entwickelt, die nach dem magnetorheologischen Prinzip arbeitet. Diese aus der Fahrwerksdämpfung bekannte Delphi-Technik verändert die Dämpfungsrate in Echtzeit und beeinflusst – im Motorlager integriert – die Schwingungen des Antriebsstrangs so, dass die Eigenfrequenzen des Fahrzeugs nicht angeregt werden. Dadurch sind die von den Insassen wahrgenommenen Vibrationen und Geräusche des Motors deutlich geringer, Außerdem unterstützt die magnetorheologische Motorlagerung das Fahrverhalten und die Fahrstabilität.

„Dies ist die weltweit erste Technik, die ein Echtzeit-Management der relevanten Frequenzen des Antriebsstrangs ermöglicht“, betont Timothy Schlangen, Manager für die innovative Motorlagerung bei Delphi. „Vor allem die von den Passagieren als unangenehm empfundenen tief frequenten Schwingungen lassen sich damit gut ausgleichen. Automobilhersteller, mit denen wir dieses System gemeinsam entwickeln, schätzen den großen Einsatzbereich dieser Technik bei der Kompensation von unerwünschten Anregungen.“

Der erste Serieneinsatz der magnetorheologischen Motorlagerung startet in einem Hochleistungs-Sportwagen eines europäischen Automobilherstellers mit dem Modelljahr 2010.

Stufenlose Anpassung der Dämpfkraft durch magnetorheologische Motorlagerung

Motorlagerungen erfüllen vielfältige Aufgaben. Sie tilgen die Massen- und Momentenkräfte von Motor sowie Getriebe und vermindern die vom Motor auf die Karosserie übertragenen Schwingungen. Herkömmliche statische Motorlager können aber nicht auf alle Frequenzen und dynamischen Prozesse gleichermaßen optimal ausgelegt werden.

Delphi hat als einer der ersten Zulieferer neue Wege bei den Motorlagern eingeschlagen. Mit Glykol gefüllte Hydrolager wurden perfekt auf die Tilgung der ersten Eigenresonanz des Motors abgestimmt. Der nächste Schritt sind die Motorlager mit magnetorheologischem Wirkungsprinzip. Durch ihre stufenlose Anpassung der Dämpfkraft muss nicht mehr ein Kompromiss bei der Auslegung des Lagers gesucht werden. Die Wirkung kann vielmehr in Echtzeit auf die aktuellen Anregungen des Antriebsstranges angepasst werden.

(Teil 2: Wie das Motorlager funktioniert)

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