Frei navigierende mobile Plattformen (AMR) benötigen komplexere Sicherheitslösungen als Fahrerlose Transportsysteme (FTS). Pilz bietet einen modularen Baukasten, der alle Anwendungen und sogar die Security berücksichtigt.
Zur Pilz-Komplettlösung gehören der Sicherheitslaserscanner PSENscan (Kollisionschutz von Mensch und FTS, siehe links), das modulare Sicherheitsrelais myPNOZ (als eine von zwei möglichen Auswerteeinheiten, siehe rechts) sowie die Industrial Firewall SecurityBridge (Manipulationsschutz, siehe hinten).
(Bild: Pilz GmbH & Co. KG)
Traditionell sorgt die räumliche, statische Trennung zwischen Mensch und Maschine in Fabrikhallen für Sicherheit. In modernen Industrieumgebungen jedoch ersetzen flexible Produktionsprozesse die starren Produktionslinien. Hier wird der Einsatz von Fahrerlosen Transportsystemen (FTS) immer notwendiger – insbesondere, wenn sie als frei navigierende mobile Plattformen (Autonomous Mobile Robots, kurz AMR)zunehmend autonomer, flexibler und weniger abhängig von der festen Infrastruktur sind, in der sie betrieben werden. Gleichzeitig müssen sich auch die Sicherheitskonzepte ändern, damit dort, wo sich die Arbeitsräume von Mensch und Maschine kreuzen, keine Unfälle passieren und Waren reibungslos ohne Stillstandzeiten fließen. Doch wie lassen sich Produktivität und Sicherheit bestmöglich vereinen?
Bildergalerie
Einfache FTS folgen auf ihrem Weg Markierungen im Boden, beispielsweise von einer Maschine zum Warenlager. Gibt es auf dieser Spur Hindernisse, wie etwa Paletten, müssen die FTS entsprechend ihrer Geschwindigkeit definierte Warn- und Sicherheitszonen einhalten, die sich zum Beispiel nach der Geschwindigkeit richten. Dies bestimmt die ISO 3691-4 „Flurförderzeuge – Sicherheitstechnische Anforderungen und Verifizierung – Teil 4: Fahrerlose Flurförderzeuge und ihre Systeme“. Gerät ein Mensch oder ein Gegenstand in die Warnzone, dann verringert das FTF seine Geschwindigkeit oder warnt optisch und akustisch vor einer drohenden Kollision. Wird die Sicherheitszone verletzt, führt dies zum Stopp des Fahrerlosen Transportsystems.
Technische Umsetzung der Sicherheitsfunktionen
Für die technische Umsetzung der Sicherheitsfunktionen an den Fahrzeugen, wie etwa die Überwachung der Zonen, kommen Sicherheitssensoren und -steuerungen zum Einsatz. Sicherheitslaserscanner wie PSENscan von Pilz übernehmen eine solche Absicherung und damit im Vergleich zu Lösungen mit Lichtgittern eine barrierefreie, produktivere Flächenüberwachung für den Kollisionsschutz. Im Verbund mit einem Sicherheitsrelais kommt das FTF im Gefahrenfall sicher zum Halt.
Sollen darüber hinaus noch weitere Sicherheitsfunktionen wie Not-Halt abgedeckt werden, bietet sich eine flexiblere Produktlösung an, wie beispielsweise mit dem modularen Sicherheitsrelais myPNOZ. Anwender können sich aus vielen Variationsmöglichkeiten eine bedarfsgerechte individuelle Sicherheitslösung zusammenstellen. Diese lässt sich bei einer zukünftigen Erweiterung der Funktionen beliebig ergänzen und bietet damit viel Flexibilität beim Gestalten von mobilen Anwendungen.
AMR benötigen komplexere Funktionen
Frei navigierende mobile Plattformen (AMR) können Hindernisse oder Personen umfahren ohne zu stoppen. Die benötigten Sicherheitsfunktionen sind daher komplexer. Gerade für das Lenken um Kurven muss zwischen mehreren Schutzzonen umgeschaltet werden können – die Königsdisziplin der sicheren Automatisierung im mobilen Umfeld.
Herstellerunabhängiges Flottenmanagement
Neben passenden Sicherheitslösungen können auch Softwarelösungen für das Flottenmanagement dafür sorgen, dass FTS reibungslos von A nach B kommen. In Kooperation mit dem Experten für Materialfluss-Automatisierung Naise GmbH bietet das Automatisierungsunternehmen Pilz den weltweit ersten Verkehrs- und Auftragsmanager für alle Teilnehmer in der Intralogistik an – für den Menschen sowie für Flurförderfahrzeug wie FTS oder Gabelstapler.
Mittels Sensorinfrastruktur und intelligenter sowie integrierter und herstellerübergreifender Kommunikation analysiert der Verkehrs- und Auftragsmanager Naise Traffic in Echtzeit den Verkehrs- und Warenfluss in Intralogistikanwendungen sicher und effizient. Damit steht Betreibern eine ganzheitliche herstellerunabhängige Materialfluss-Automatisierungslösung zur Verfügung. Staus, Engpässe oder Unfälle werden vermieden.
Sichere Sensorik wie etwa Sicherheitslaserscanner erfassen für die freie Navigation permanent die Umgebung. Die Navigationsdaten lassen sich beispielsweise direkt über UDP-Schnittstellen zum Roboterbetriebssystem oder zur Software-Bibliothek (wie der C++-Bibliothek oder ROS (Robot Operating System)) auslesen. Anwender können diese Daten für ihren eigenen SLAM-Algorithmus (Simultaneous Localisation and Mapping) nutzen. So lassen sich Umgebungskarten für die Navigation erstellen, dank derer die mobile Plattform Hindernissen ausweichen kann. Eine solche dynamische Schutzfeldanpassung lassen die bis zu 70 Schutzfelder des Sicherheitslaserscanners PSENscan zu: Bei hoher Geschwindigkeit sind diese Schutzzonen größer, um frühzeitig Hindernisse zu erkennen. Bei langsamen Geschwindigkeiten entsprechend kürzer, um möglichst keine Stillstände zu generieren. So bewegt sich das Fahrerlose Transportsystem effizient.
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel Communications Group GmbH & Co. KG, Max-Planckstr. 7-9, 97082 Würzburg einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.
Der Sicherheitslaserscanner ist auch bei der sicheren Automatisierung von AMR nur eine Komponente einer Sicherheitslösung. Auch von der Sicherheitssteuerung verlangt die Komplexität der Schutzzonen mehr Parametriermöglichkeiten. Die konfigurierbare, modular aufgebaute Kleinsteuerung PNOZmulti 2 überwacht unter Einsatz von Motion Monitoring Modulen eine oder zwei Achsen (pro Modul).
Im Konfigurationstool PNOZmulti Configurator wird mittels Software-Bausteinen ein eigenständiges Modulprogramm parametriert. So ist das zuverlässige Anwählen der entsprechenden Zone des PSENscan mit nur einigen Klicks umsetzbar. Mit den Not-Halt-Tastern PITestop und den Muting-Lampen PITsign erhalten Anwender ein komplettes Lösungspaket für eine effiziente und sichere Überwachung mobiler Anwendungen.
Keine Safety ohne Industrial Security
Neben der Maschinensicherheit spielt auch die Industrial Security eine bedeutende Rolle in der Intralogistik. Die zunehmende Vernetzung erfordert zusätzlichen Schutz: AMR kommunizieren als frei navigierende FTF per Funk mit ihrer Leitsteuerung. Das macht sie für Datenzugriffe oder Manipulationen von außen angreifbar. Kartendaten könnten abgefragt, FTF und damit die laufende Produktion im schlimmsten Fall sogar still gesetzt werden. Eine Industrie-Firewall, wie etwa die SecurityBridge, schützt das Steuerungsnetzwerk vor Manipulation und sorgt dafür, dass während des Betriebs niemand unautorisiert auf das interne IT-Netzwerk der mobilen Plattform zugreifen kann.
Es gilt also jede mobile Anwendung individuell zu betrachten und je nach Anforderung das passende Sicherheitskonzept zu wählen. Flexible Lösungen tragen aber nicht nur zu mehr Safety und Security bei, sondern gewährleisten fließende und damit effiziente Abläufe in der Intralogistik.
Ergänzendes zum Thema
Interessierte finden Pilz und seine Lösungen auf der Logimat: Halle 6, Stand A21 sowie auf der Hannover Messe 2023: Halle 9, Stand D17