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Kraftstoff Mit strombasiertem Kerosin umweltfreundlich fliegen

An der Universität Bremen wird derzeit an strombasiertem, grünem Kerosin geforscht. Ziel des Verbundprojektes ist es, sich der Markteinführung zu nähern und so eine alternative Kraftstofflösung für die Luftfahrt anbieten zu können.

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Je nach Kohlenstoffdioxid-Quelle und verwendetem Strom-Mix, kann strombasiertes Kerosin in der Luftfahrt eine umweltfreundliche Alternative zu herkömmlichen Kraftstoffen darstellen.
Je nach Kohlenstoffdioxid-Quelle und verwendetem Strom-Mix, kann strombasiertes Kerosin in der Luftfahrt eine umweltfreundliche Alternative zu herkömmlichen Kraftstoffen darstellen.
(Bild: gemeinfrei / CC0 )

Das Forschungsprojekt „KEROSyN100“ verfolgt das Ziel, die strombasierte Herstellung von umweltfreundlichem Kerosin voranzutreiben. Bei solchen strombasierten Kraftstoffen handelt es sich um sogenannte synthetische Kraftstoffsubstitute, die konventionelles Benzin, Diesel oder Kerosin eins-zu-eins ersetzen können. Zur Herstellung braucht man Wasser und Kohlenstoffdioxid. Diese Stoffe werden unter Einsatz von Strom in flüssige Kohlenwasserstoffe überführt.

Abhängig von der Kohlenstoffdioxid-Quelle und dem verwendeten Strom-Mix soll sich so der effektive Treibhausgasausstoß im Vergleich zur Nutzung konventioneller Kraftstoffe reduzieren lassen. Wird Strom aus erneuerbaren Energien eingesetzt und das benötigte Kohlenstoffdioxid der Atmosphäre entnommen, so kann ein quasi-geschlossener CO2-Kreislauf herbeigeführt werden.

Grüner Kraftstoff für den Flugverkehr

Projektleiter Timo Wassermann von der Universität Bremen: „Insbesondere im Flugverkehr haben strombasierte Kraftstoffe das Potenzial, fossile Kraftstoffe zu ersetzen und so Treibhausgasemissionen zu reduzieren. Ein Einsatz alternativer Antriebstechnologien, die ohne kohlenwasserstoffbasierte Kraftstoffe auskommen, ist in der Luftfahrt derzeit nicht absehbar.“

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Projekt „KEROSyN100“ – Laufzeit, Förderung, Ablauf, Ziele

Der Projektantrag, der den vollen Titel „KEROSyN100: Entwicklung und Demonstration einer dynamischen, effizienten und skalierbaren Prozesskette für strombasiertes Kerosin – Phase 1“ trägt, wird in den nächsten drei Jahren mit 4,2 Millionen Euro vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert.

Das Vorhaben wurde im Rahmen der Förderinitiative „Energiewende im Verkehr: Sektorkopplung durch die Nutzung strombasierter Kraftstoffe“ eingereicht und ist mit der Projektinitiative ENTREE100 der Entwicklungsagentur Region Heide assoziiert.

Durch das Zusammenspiel von systemanalytischen Untersuchungen und der Entwicklung einer neuartigen Technologie zur Synthese von Kerosin aus Methanol, soll strombasiertes Kerosin einer Markteinführung angenähert werden.

Weiterhin wird im Projekt das Basic Engineering für eine maßgeschneiderte Demonstrationsanlage am Standort der Raffinerie Heide erarbeitet. Dabei spielt die Windenergieerzeugung im Umkreis der Raffinerie eine zentrale Rolle. Es soll die Windenergie genutzt werden, die aufgrund von Netzengpässen und fehlender Flexibilität im System derzeit abgeregelt wird und damit verloren geht.

Beteiligte Partner

Das Verbundprojekt koordiniert die Universität Bremen. Beteiligt sind weiterhin die Industriepartner Chemieanlagenbau Chemnitz GmbH, Raffinerie Heide GmbH und SKL Engineering & Contracting GmbH. Wissenschaftspartner sind die TU Bergakademie Freiberg, das DLR – Institut für Vernetzte Energiesysteme e.V. und IKEM – Institut für Klimaschutz, Energie und Mobilität e.V. Ausführende Stelle an der Universität Bremen ist das Advanced Energy Systems Institute (AES) mit den beteiligten Fachgebieten Resiliente Energiesysteme und Systemverfahrenstechnik.

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