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Unfallvermeidung

Mit Simulator Unfälle realistisch simulieren

| Redakteur: Bernhard Richter

Um Gurtmuffel zu bekehren, wurde ein mobiler Gurtschlitten entwickelt, der die Effekte eines Unfalls erlebbar macht – Ein Dämpfer sorgt dafür, dass die Simulation sicher bleibt.

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Einstellbare Industriestoßdämpfer des Typs MA64150EUM aus der MAGNUM-Familie von ACE sorgen für das sichere Abbremsen der bewegten Masse auf dem Sitz und für den Schutz der gesamten Schlittenkonstruktion
Einstellbare Industriestoßdämpfer des Typs MA64150EUM aus der MAGNUM-Familie von ACE sorgen für das sichere Abbremsen der bewegten Masse auf dem Sitz und für den Schutz der gesamten Schlittenkonstruktion
( Bild: ACE )

Die Gurtanlegequote zu erhöhen, ist erklärtes Ziel des Polizeipräsidiums Mittelhessen. Mehr als verständlich angesichts von knapp 500 Unfällen im Jahr 2016, bei denen Betroffene in der Region sich nicht angeschnallt hatten. Um diese Zahl in Zukunft zu senken und potenzielle Betroffene vor zu vermeidenden Verletzungen zu bewahren, hat die Behörde der breiten Öffentlichkeit am 15.09.2017 einen mobilen Gurtschlitten präsentiert, in dem Industriestoßdämpfer von ACE eine entscheidende Aufgabe übernehmen.

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„Unser Ziel war es schon immer, gezielt Jugendliche und junge Erwachsene anzusprechen, damit sich falsche Verhaltensweisen im Straßenverkehr erst gar nicht ausbilden und verfestigen können“, so Polizeihauptkommissar Dirk Brandau, der die Idee für den Gurtschlitten hatte. Für den Leiter der Geschäftsstelle des Verkehrspräventionsprojektes "Verkehrssicher-in-Mittelhessen" gelingt dies nicht alleine über Vorträge, sondern auch mittels anschaulicher Demonstrationen. Der Unfallsimulator ist dafür ein ideales Beispiel. Um auf Aktionstagen für größtmögliche Aha-Effekte zu sorgen, sollte er gut zu transportieren sein und keine schiefe Ebene benötigen. Andernfalls könnten die Kraftauswirkungen im Demonstrationsfall z. B. bei Schülern eher der Schwerkraft als einer von einem Elektromotor erzeugten Geschwindigkeit zugeschrieben werden. Für das Projekt wurden nach und nach verschiedene Akteure gewonnen. Der Bereich Metalltechnik der Gießener Theodor-Litt-Schule, Experten der DEKRA, Studenten der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM), die ACE Stoßdämpfer GmbH sowie weitere Unterstützer und Sponsoren erarbeiteten auf diese Weise im Teamwork ein modernes Schlittensystem, das aus einem Beschleunigungs-, einem Sitz-, einem Schienen- und einem Verzögerungsmodul in Form eines einstellbaren Stoßdämpfers von ACE besteht.

Zerlegbarer Gurtschlitten für unterwegs

Industriestoßdämpfer haben meist die Aufgabe, auf schnellstem Weg kinetische in Wärmeenergie umzuwandeln und bewegte Massen ohne Rückpralleffekte konstant abzubremsen. Derart gesichert, bleiben beim Gurtschlitten zwar die für Unfälle typischen peitschenartigen Bewegungen auf den Körper aus, aber die simulierten Zusammenstöße von Auto gegen Auto oder von Auto gegen Hauswand sind noch immer realitätsnah und eindrucksvoll genug. Um den für diese Aufgabe am besten geeigneten Dämpfer von ACE zu bestimmen, war es in der Planungsphase wichtig, alle Eckdaten zu berücksichtigen.

Da PC-Steuerung und beschleunigender Elektromotor verschiedene Modi erlauben sollten, orientierte man sich bei der Dämpferauswahl an den jeweiligen Höchstwerten von Geschwindigkeit und zu bewegender Masse. Die für die Konstruktion zugrunde gelegten Einsatzwerte waren Geschwindigkeiten von 5 km/h, 10 km/h und 15 km/h und Massen zwischen 50 kg bei einer Leerfahrt und 200 kg. Um nicht nur für die maximalen Kräfte den optimalen Industriestoßdämpfer anzubieten, steuerten die Spezialisten von ACE eine einstellbare Lösung bei. Man entschied sich für Dämpfer des Typs MA64150EUM aus der Magnum-Familie.

Damit die Konstruktion auf einen Anhänger passt, beträgt der gesamte Weg für den beschleunigten Sitz nur 6 m. Nach 2 m wird der Antrieb ausgehakt, und die Masse fährt entweder mit 5 km/h, 10 km/h oder 15 km/h weiter bis in die Endlage. Für das Abbremsen der dabei entstehenden Kräfte benötigt der mit einer speziell entwickelten Dichtungstechnik sowie mit einem gehärteten Führungslager und integriertem Festanschlag ausgestattete Industriestoßdämpfer von ACE weniger als eine halbe Sekunde.

Die eigentliche Verzögerung ist damit für das menschliche Auge zwar kaum sichtbar, aber die während des Aufpralls auf den Dämpfer und das Ende der Schlittenkonstruktion entstehenden Kräfte sind dafür umso spürbarer. Insofern zeigte sich Bernd Paul, der Präsident des Polizeipräsidiums Mittelhessen, bei der Präsentation des Unfallsimulators im September 2017 überzeugt: „Wer einmal eine Fahrt mit dem Gurtschlitten gemacht hat, wird künftig auf den Gurt nicht mehr verzichten!" (br)

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