Nicht jede Innovation entspringt einem Geistesblitz – vielmehr gibt es zahlreiche Methoden, die bei der Ideenentwicklung unterstützen. Eine davon ist die SIT-Methode, eine Weiterentwicklung von TRIZ. Wie sie funktioniert und wofür sie sich eignet, lesen Sie hier.
Die Methode Systematic Inventive Thinking nach Prof. Goldenberg ermöglicht es, neue Ideen und smarte Lösungen systematisch zu erarbeiten und lässt sich dabei leicht erlernen. Das Besondere: Es wird "inside the box" gedacht.
Das Herzstück der SIT-Methode - was zu deutsch in etwa systematisches erfinderisches Denken bedeutet - ist eine entscheidende und von TRIZ bereits bekannte Idee: Erfinderische Lösungen weisen gemeinsame Muster auf. Darauf aufbauend hat Prof. Jacob Goldenberg (et al.) in Israel in den 90er Jahren die SIT-Methode entwickelt, die darauf abzielt, aus Bestehendem Neues zu entwickeln. Bei SIT denkt der Problemlöser “inside the box”: Es muss also zunächst das Problem identifiziert werden und dieses dann Teil der neuen Lösung werden. So gibt SIT dem Denken einen festen Rahmen und generiert realisierbare Ideen. Wie die Scamper-Methode spielt das Systematic Inventive Thinking seine Stärken bei der Weiterentwicklung von bestehenden Sachverhalten aus.
Von TRIZ zu SIT
Die Methode TRIZ stammt ursprünglich aus Russland. Die beiden Wissenschaftler Genrich Saulowitsch Altschuller und Rafael Borissowitsch Shapiro suchten in den 1940er Jahren eine Methode, um Erfindungen nicht mehr dem Zufall zu überlassen, sondern planmäßig zu entwickeln. Der Name kommt aus dem Russischen „Teoria reschenija isobretatjelskich sadatsch“ und übersetzt sich sinngemäß mit „Theorie zur Lösung erfinderischer Probleme“.
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Auch hinter SIT steckt der Gedanke, dass man bestehende Ideen untersuchen, logische Muster identifizieren, die Muster in eine Reihe von Denkwerkzeugen übersetzen und diese Denkwerkzeuge dann anwenden kann, um neue Ideen zu generieren. Entwickelt wurde die SIT-Methode von einigen Wissenschaftlern - darunter einer von Altschullers Studenten -, die TRIZ vereinfachen und universeller einsetzbar machen wollten. Die Konzentration auf die Frage, was erfinderische Lösungen unterscheidet, und nicht auf die Frage, was sie gemeinsam haben könnten, führte zur Entwicklung der fünf Denkwerkzeuge, die den Kern der Methode bilden.
Die Denkwerkzeuge der SIT-Methode
Wie jede Kreativitätstechnik hat auch die SIT-Methode einen Baukasten an Denkwerkzeugen, die den Anwender unterstützen. Hier einige Beispiele:
Unification – Aufgabenzusammenführung: Hier wird einer vorhandenen Ressource eine neue und zusätzliche Aufgabe zugewiesen. Die Aufgabenvereinheitlichung ist ein wirksames Mittel zur Überwindung der funktionalen Fixierung.
Subtraction: Bei der Subtraktion geht es darum, eine wesentliche Komponente aus einem Produkt zu entfernen und Verwendungsmöglichkeiten für das neu geschaffene virtuelle Produkt zu finden. Das Tool hilft, Fixierungen zu überwinden und Innovationen zu schaffen, indem es den Anwender zwingt, ein wünschenswertes Element in einem Produkt zu opfern. Im Idealfall findet sich ein Ersatz für die fehlende Funktion durch leichter verfügbare Ressourcen, also durch solche, die sich in der geschlossenen Welt befinden.
Multiplication: Ein Bestandteil einer Lösung wird modifiziert in vielfacher Form zur Lösung hinzugefügt.
Attribute Value Mapping (AVM): AVM ist ein Werkzeug zur Erkundung des Universums potenzieller Werte rund um ein bestimmtes Produkt, eine Dienstleistung oder eine Innovation - basierend auf einer Reihe von Attributen. Da Unternehmen dazu neigen, sich mehr auf Attribute ("unser Auto hat ein ABS-System") als auf Werte ("Ihr Kind wird geschützt") zu konzentrieren, ist Attribute Value Mapping nützlich, um eine wertbewusste Denkweise zu fördern.
Attribute Dependency – erschaffe Abhängigkeiten zwischen äußeren Faktoren und einem Produkt: Das Grundprinzip dieses Werkzeugs ist das Erstellen und Auflösen von Abhängigkeiten zwischen Variablen eines Produkts. Bei der Attributabhängigkeit wird mit Variablen und nicht mit Komponenten gearbeitet (im Gegensatz zu allen anderen zuvor beschriebenen Tools). Eine Variable ist etwas, das das Potenzial hat, Werte zu ändern; sie ist leicht als ein Merkmal zu identifizieren, das sich innerhalb eines Produkts oder einer Komponente ändern kann (z. B. Farbe, Größe, Material). Interne Variablen sind solche, die vom Hersteller kontrolliert werden können, während externe Variablen außerhalb der Kontrolle des Herstellers liegen. Bei einem Trinkglas zum Beispiel ist die Dicke des Glases eine interne Variable, während die Temperatur der Flüssigkeit im Inneren eine externe Variable ist.
Buchtipp
Alle SIT-Denkansätze und Prinzipien und Beispiele finden sich in dem Buch "Inside the Box: Warum die besten Innovationen im Geschäftsleben direkt vor Ihren Füßen liegen" von Drew Boyd, Jacob Goldenberg und Philipp Gasteiger (ISBN 10: 3662583356).
Die Prinzipien hinter der SIT-Methode
Die Tools funktionieren wie jedes Werkzeug nur, wenn sie richtig angewendet werden. Durch verschiedene Prinzipien bei der Anwendung der Tools wird sichergestellt, dass sie optimal genutzt und die Vorteile voll ausgeschöpft werden.
Prinzip 1: Im bekannten Rahmen denken – Die Denkwelt ist bekannt und geschlossen. Die Lösung beruht auf verfügbaren Ressourcen, die Ideen auf vertrauten Elementen.
Prinzip 2: Funktion folgt Form – Startpunkt sind die bestehenden Ressourcen, nicht das Problem, die gewünschte Funktion oder der Bedarf des Marktes.
Prinzip 3: Qualitative Änderung – Der Kern eines jeden Problems lässt sich entfernen oder in etwas positives umwandeln.
Prinzip 4: Der Pfad des größten Widerstands – Statt die einfachste Idee bzw. Lösung wird bewusst der schwierigste Weg eingeschlagen.
Prinzip 5: Kognitive Starrheit – Die gesamte Konzentration wird auf die Idee bzw. Lösung verwendet.
Prinzip 6: Nah entfernt süß – Viele Ideen und Lösungen sind für die Ausgangsfrage bzw. das Ursprungsproblem ungeeignet. Dennoch sollten sie für andere Situationen in Betracht gezogen werden.
Vor- und Nachteile der SIT-Methode
Vorteile:
Mit seinen bewusst anders formulierten Denkansätzen und -prinzipien generiert System Inventive Thinking oft ganz neue Ideen und Lösungsansätze.
Das Prinzip 'Think inside the box' sorgt dafür, dass tatsächlich umsetzbare Ideen und Lösungen entwickelt werden.
Nachteile:
Es besteht die Gefahr des 'Habe Lösung, suche Problem'-Phänomens.
Das Team muss im Vorfeld die Ansätze und Prinzipien verstehen und sich auf diesen einlassen wollen. Gerade in traditionellen Umfeld kann die Methode daher auf Ablehnung stoßen.
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