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Roboter Mirobot – der Industrieroboterarm in Miniaturformat

| Autor: Katharina Juschkat

Ein Roboterarm, so komplex und vielfältig wie ein Industrieroboter, aber so klein, dass er auf den Schreibtisch passt – das will ein Start-up mithilfe einer Kickstarter-Kampagne möglich machen. Erhältlich sein soll der Arm ab Ende 2019.

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Ähnelt großen Industrierobotern: Der Mirobot ist ein Mini-Roboterarm, der Ende Dezember erhältlich sein soll.
Ähnelt großen Industrierobotern: Der Mirobot ist ein Mini-Roboterarm, der Ende Dezember erhältlich sein soll.
(Bild: Wristline)

Ein sechsachsiger Industrieroboter, der auf den Schreibtisch passt – das finanziert derzeit Wristline, ein Start-up aus den USA, mittels einer Kickstarter-Kampagne. Mirobot, der Mini-Industrieroboter, ist an den ABB RIB 6700 angelehnt, kann an den Computer angeschlossen und mit Open-Source-Software programmiert werden.

Miniroboter mit auswechselbaren Greifern

Mit dem Machine-Vision-System Open MV kann Mirobot beispielsweise lernen, Formen zu erkennen. Er verfügt über eine Genauigkeit von 0,2 mm. Auch sein Bewegungssteuerungsalgorithmus soll wie bei einem echten Industrieroboter dafür sorgen, dass seine Bewegungen stabil und gleichmäßig sind. Gesteuert wird der Roboterarm über sechs verschiedene Servomotoren, die maximale Rotationsgeschwindigkeit beträgt 110 Grad pro Sekunde. Mit einer Größe von 220 mm × 160 mm × 270 mm passt Mirobot auf den Schreibtisch. Er wiegt 1,5 kg und besteht aus Aluminium und ABS.

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Es werden verschiedene Greifer verfügbar sein, damit der Roboter unterschiedliche Aufgaben erledigen kann: So verfügt Mirobot über einen Saugnapf, einen Universal-Kugelgreifer, einen Elektromagnetkopf und einen Mikro-Servogreifer. Kombiniert werden kann er zudem etwa mit einer Gleitschiene, einem Förderband oder Rädern.

Minifabrik oder Kamerakran nachbauen

Mirobot ist zudem programmierbar: Die eigene Open-Source-Software kann mit Blockly, G-Code oder Python programmiert werden. Zudem soll es möglich sein, direkt auf die Programmierschnittstelle mit C, C++, C# und Java zuzugreifen. Wer keine Lust auf Programmieren hat, der kann einen eigens entwickelten Controller oder eine App verwenden, um Mirobot zu steuern.

Möglich soll mit dem Miniarm vieles sein: Etwa Handschriften oder Zeichnungen imitieren, Schach spielen, eine Minifabrik simulieren oder er kann als Mini-Kamerakran dienen. So soll Mirobot auch in unterschiedlichsten Anwendungen Einsatz finden: Etwa in Schulen oder Universitäten, bei roboterbegeisterten Tüftlern, Studenten, oder im professionellen Einsatz.

Die Kickstarter-Kampagne läuft noch 40 Tage, ihr Ziel hat sie mit derzeit 130.000 US-Dollar bereits erreicht. Damit sollen die Roboterarme schon im Dezember 2019 ausgeliefert werden. Für 335 US-Dollar erhalten Unterstützer das Standard-Kit mit Mirobot, einem Stifthalter und dem Mirko-Servogreifer. Für einen Aufpreis kann man zudem den Controller, andere Greifer, ein Förderband oder eine Gleitschiene dazu kaufen.

BUCHTIPPDas Buch „Industrieroboter“ ist ein Handbuch für KMU mit Tipps und Tricks zum Thema Robotereinsatz. Es werden die wichtigsten Grundlagen der Robotertechnik vermittelt und Methoden erläutert, wie bewertet werden kann, ob sich ein Produkt oder Prozess durch Robotereinsatz automatisieren lässt.

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Über den Autor

 Katharina Juschkat

Katharina Juschkat

Redakteurin, Vogel Communications Group