Eine neue Anlage im Deutschen Elektronen-Synchrotron DESY hat eine neue Tragstruktur benötigt. Die Wahl fiel auf Nanodur-Beton, ein zementgebundener Mineralguss, der ein E-Modul von 80.000 MPa aufweist.
Der extrem intensive Röntgenstrahl regt den Stickstoff in der Luft zum Leuchten an, wenn die Moleküle seinen Weg kreuzen. Trotz der extrem hohen Intensität des Strahls ist das Leuchten des Stickstoffs vergleichsweise schwach und wäre mit bloßem Auge nicht so leicht zu erkennen. So deutlich sichtbar wie auf dem Foto wird der Strahl erst bei völliger Dunkelheit und einer Belichtungszeit von 90 Sekunden, aufgenommen an der Experimentierstation FXE.
(Bild: European XFEL / Jan Hosan)
In einem 3,5 Kilometer langen unterirdischen Tunnelsystem steht der European XFEL. Das Deutsche Elektronen-Synchrotron DESY in Hamburg zählt zu den weltweit führenden Beschleunigerzentren zur Erforschung von Materie. Die milliardenschwere Großforschungseinrichtung mit DESY als Hauptgesellschafter wird seit 2017 betrieben und kontinuierlich weiterentwickelt und ausgebaut. Mit den Großgeräten von DESY erkunden Forschende kleinste Materieteilchen in ihrer ganzen Vielfalt – vom Wechselspiel kleinster Elementarteilchen über das Verhalten neuartiger Nanowerkstoffe bis hin zur Gestalt des Coronavirus.
Bis zu 27.000 ultrakurze Laserlichtblitze pro Sekunde
Die Beschleunigeranlagen wie auch die Messinstrumente entwickelt und baut die DESY selbst: Die Beschleunigeranlagen bringen Teilchen auf fast Lichtgeschwindigkeit, erzeugen das stärkste Röntgenlicht der Welt und bringen neue Einsichten für Materialforscher, Chemiker und Biologen. Dabei erzeugt der Röntgenlaser bis zu 27.000 ultrakurze Laserlichtblitze pro Sekunde im Röntgenbereich. Damit können zukünftig chemische Reaktionen gefilmt oder Nanowerkstoffe detailgenau aufgenommen werden.
Bildergalerie
Der feine Elektronenstrahl ist nur wenige Nanometer dick. Um nun das Röntgenlaserlicht für die Messungen zu erzeugen, sind in der Forschungseinrichtung supraleitende Beschleunigerstrecken, Vakuumrohre, Undulatoren und andere Spezialgeräte erforderlich. Eines davon ist eine sogenannte Wakefield-Struktur. Diese 5 m lange Wakefield-Struktur muss für eine uneingeschränkte Funktion extrem gerade auf einer Tragstruktur, dem Girder, aufgebaut werden.
Gesucht: Nicht magnetisierbar Tragkonstruktion
Die Anforderung: Der Girder muss weitestgehend metallfrei sein. Zudem muss er eine hohe Stabilität und Eigensteifigkeit sowie eine gute Schwingungsdämpfung aufweisen. Das 5,25 m lange Bauteil muss robust und nicht zu schwer sein, damit die im Labor vorab komplett aufgebaute und überprüfte Konstruktion gefahrlos mit einem Gabelstapler im engen Tunnel rangiert und passgenau auf vorbereiteten Betonsockel abgesetzt werden kann. Die Techniker von DESY suchten nach einer Tragkonstruktion, die nicht magnetisierbar ist. Damit schied Grauguss und Stahl aus, Edelstahl ist jedoch sehr teuer. UHPC ist als zementgebundener Mineralguss rein mineralisches und damit geeignet.
Dämpft störende Schwingungen aus
Über eine Internetrecherche nach alternativen Materialien fiel die Wahl auf das Material Nanodur-Beton E80 der Firma Durcrete aus Limburg. „Wir haben eine sorgfältige Marktrecherche unternommen. Überzeugt hat uns schlussendlich der hohe E-Modul von 80.000 MPa des kalterhärtenden Gusswerkstoffes, das ist auf dem Markt einzigartig“, verrät Daniel Thoden vom DESY. Durch den mit Aluminium vergleichbaren E-Modul ist der Girder sehr steif, dämpft störende Schwingungen jedoch besser als Strukturen aus Metall. Der Girder ist mit knapp 2 Tonnen gleichzeitig deutlich leichter als vergleichbare Metallkonstruktionen. Trotzdem kann der Träger nur mit einem Gabelstapler in einer engen Röhre transportiert und montiert werden. Gelöst wurde diese Herausforderung, indem die geometrischen Maximalmaße festgelegt wurden und gleichzeitig alle Anforderungen an die Steifigkeit und Vibrationsdämpfung erfüllt wurden.
Bildergalerie
Die kaltehärtende, selbstverdichtende Gießmasse muss nicht gerüttelt werden, so dass mit einer einfachen, kostengünstigen Holzform eine ausreichende Allgemeintoleranz erreicht wurde. Für die Auflagerflächen der Wakefield-Struktur wurden vorab bearbeitete nicht magnetisierbare Edelstahlplatten in den Beton miteingegossen. Nach dem Aushärten wurden die Elemente noch im Werk mit einem 2-K-Epoxidharzlack im Spritzverfahren lackiert. Innerhalb von 10 Wochen wurde die Form gebaut, von DESY-Mitarbeitern abgenommen und das Einzelstück komplett gefertigt. „Nur 4 Wochen vom Erstkontakt, über die technische und preisliche Optimierung bis zur Bestellung. Ein derartiges Tempo legen nur wenige Industriebetriebe in Deutschland vor“, sagt Bernhard Sagmeister, Geschäftsführer von Durcrete, stolz.
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel Communications Group GmbH & Co. KG, Max-Planckstr. 7-9, 97082 Würzburg einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.