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Leistungsfähige Leitungen für die Himmelsvermessung
Über alledem thront imposant der Parabolspiegel mit seinen 2.352 Paneelen auf einer geometrischen Antennenfläche von 7.854 m². Der Kippbereich des Parabolspiegels in der Elevation reicht von 7,5 bis 94°. Seine Funktion ist es, die aus dem Weltall einfallende Strahlung in einem Brennpunkt, dem sogenannten Primärfokus, der sich 30 m über der Oberfläche des Spiegels befindet, zu bündeln. Der Subreflektor, ein Umlenkspiegel in der Nähe des Brennpunkts, spiegelt die Strahlung auf den Sekundärfokus. Dieser wurde im Jahr 2006 erneuert und hat nun einen verbesserten RMS-Wert von 0,15 statt vorher mehr als 0,5 mm. Dieser Wert gibt die größtmögliche mittlere Abweichung von der idealen Ellipsenform an. Der elliptische Spiegel wirkt wie eine dynamische Brille für den Reflektor, die man auf kurze oder weite Sicht einstellen kann. Beide Brennpunkte – Primär- und Sekundärfokus − haben Empfangssysteme, welche die eingehenden Informationen aufnehmen und an die entsprechenden Datenverarbeitungssysteme weitergeben. Diese werden bis auf ca. 10 K heruntergekühlt – also 10° über dem absoluten Nullpunkt, der kältesten theoretisch möglichen Temperatur. Das hilft, das Elektronenrauschen so weit zu mindern, dass es die Nutzfrequenz nicht zu sehr stört.
Komplexe Technik im Reflektor
„Der Reflektor ist sehr komplex“, so Sachert, „denn je nach Jahreszeit und klimatischen Bedingungen verhält er sich völlig unterschiedlich. Nur bei Gewitter, Hagel, Schnee und Sturm über 16 Meter pro Sekunde wird nicht gemessen. Er muss also immer einsatzfähig sein und daher ist es unabdinglich, auch hier Komponenten von höchster Qualität einzusetzen.“ Es werden Leitungen gebraucht, die flexibel und UV-beständig sind und auch Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt standhalten, so wie die Ölflex-Leitungen von Lapp, die seit über 20 Jahren im Radioteleskop verwendet werden.
„Der Einsatz von Spitzenprodukten ist einer der Gründe, warum nur wenige Stunden an Betriebsausfällen hier aus der Elektrik kommen“, erklärt Sachert. „Und das soll auch die nächsten Jahrzehnte so bleiben.“ Denn man hat noch einiges vor in Effelsberg. Erst vor kurzem hat ein Röntgensatellit einen neuen Pulsar im Zentrum der Milchstraße gefunden. Mithilfe des Radioteleskops konnte der Fund bestätigt und der Pulsar genau vermessen werden.
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