Elektromotoren, Planetengetriebe maxon motor wird 50 Jahre alt

Redakteur: Stefanie Michel

Der größte Arbeitgeber des Kantons Obwalden blickt zurück auf ein halbes Jahrhundert Geschichte: maxon motor wird 50 Jahre alt. Die maxon-Antriebe werden überall dort eingesetzt, wo sie unter Extrembedingungen funktionieren müssen: Vom Erdinnern bis zum Mars.

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Das Firmenhauptsitz von maxon motor in Sachseln. (Bild: maxon motor)
Das Firmenhauptsitz von maxon motor in Sachseln. (Bild: maxon motor)

Was im Dezember 1961 als Produktionsstätte des Elektrokonzerns Braun GmbH aus Frankfurt geplant war, ist heute ein Unternehmen mit Weltruf. In den 50 Jahren ihres Bestehens hat maxon motor aus Sachseln Veränderungen und Launen der Wirtschaft getrotzt, 1999 die Umbenennung von Interelectric Sachseln in maxon motor vollzogen und ein neues Verständnis von hochpräzisen Antriebssystemen geschaffen.

maxon motor ist mit fast 1900 Angestellten – davon arbeiten allein über 1000 am Standort Sachseln – der größte Arbeitgeber im Kanton Obwalden und gilt als Aushängeschild für die gesamte Region. Dabei hat der Firma vor allem ein Auftrag zu Weltruhm verholfen: Als am 4. Juli 1997 der Rover "Sojourner" der NASA, ausgerüstet mit 11 maxon DC-Motoren, auf dem Mars landete, wurde das Obwaldner Unternehmen schlagartig ins Bewusstsein der Öffentlichkeit katapultiert.

Nasa stattet Marsmobil mit maxon-Motoren aus

Seit 1997 zählt maxon motor zu den bevorzugten Lieferanten der NASA und so schrieb das Obwaldner Unternehmen Anfang 2004 mit der NASA ein weiteres Kapitel ihrer gemeinsamen Geschichte, als die Mars Rover Spirit und Opportunity (MER), ausgestattet mit je 39 maxon-Mikromotoren, erfolgreich auf dem Mars landeten. Damals hätte niemand zu glauben gewagt, dass die Rover mehr als sechs Jahre funktionieren. Ursprüngliches Missionsziel war lediglich drei Monate Betriebszeit. Im März 2004 startete zudem eine weitere wichtige Weltraummission: die europäische Kosmetensonde "Rosetta", ebenfalls ausgestattet mit maxon-Motoren, brach damals zu einer mehr als zehn Jahre dauernden Reise auf.

In seinen Anfängen hat das Obwaldner Unternehmen aus der Not eine Tugend gemacht: Nachdem Braun 1967 an Gillette verkauft worden war, drohten Interelectric Sachseln starke Auftragseinbussen. Somit war das noch junge Unternehmen gezwungen, schnell ein neues Produkt zu entwickeln. Dank wegweisenden Vorarbeiten an Gleichstrom-Kleinstmotoren in der firmeneigenen Entwicklungsabteilung wurde es möglich, in Rekordzeit nicht nur ein ganzes Typenprogramm von DC-Motoren zu entwickeln, sondern auch das patentierte Herstellungsverfahren für den eisenlosen Rotor mit der patentierten, rautenförmigen Wicklung. Das Fehlen von Eisen im Rotor erhöhte den Wirkungsgrad um fast das Doppelte gegenüber herkömmlichen DC-Motoren. Damit wurde der Grundstein für alle darauf folgenden Innovationen gelegt.

maxon expandierte schnell über Europa hinaus

Die maxon-Motoren werden in vielen Bereichen eingesetzt: So beispielsweise in der Medizintechnik, Industrieautomation, in Autos und Flugzeugen, in Handwerk- und Freizeitgeräten, in Geldautomaten oder in der Robotik. Für seine Produkte hat das Unternehmen zahlreiche Preise gewonnen: darunter der Innovationspreis der Zentralschweizerischen Handelskammer 1996 und 2010 sowie den MER Award der NASA.

Teil 2: Unternehmensführung sorgt für Kontinuität und Stabilität

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