Gleitlager Mangelschmierung ade: Kunststoffgleitlager in der Landwirtschaft

Lemken setzt an den Lagerstellen seines Intensiv-Grubbers Karat 9 schmierfreie Kunststoffgleitlager von Igus ein: ein Pionierprojekt im Landwirtschaftssektor, das funktioniert. Die Lager hatlen hohen Kräften Stand und bieten einige Vorteile gegenüber metallischen Lösungen.

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Der Karat 9 der Firma Lemken ist ein Intensiv-Grubber, mit dem in mehreren Stufen sowohl flach als auch mitteltief und tief gearbeitet werden kann.
Der Karat 9 der Firma Lemken ist ein Intensiv-Grubber, mit dem in mehreren Stufen sowohl flach als auch mitteltief und tief gearbeitet werden kann.
(Bild: Lemken)

Ursprünglich zur Unkrautbekämpfung entwickelt, dienen sogenannte Grubber heute eher dazu, Ackerflächen zu lockern, organische Masse einzumischen und auf die nächste Aussaat vorzubereiten. Der Karat 9 der Firma Lemken GmbH und Co. KG aus Alpen ist ein Intensiv-Grubber, der zwischen 5 cm und 30 cm tief in den Boden eindringen kann, je nach Anforderung und Arbeitsschritt. Dabei setzt Lemken an den Lagerstellen schmierfreie Kunststoffgleitlager der Kölner Igus GmbH ein, mit denen auf eine nachträgliche Schmierung vollständig verzichtet werden kann.

Automatisch Hindernissen ausweichen

Während des Einsatzes kann es vorkommen, dass größere Steine im Boden in der Bahn des Traktors und seines Bodenbearbeitungsgerätes liegen, die den Arbeitsablauf nicht behindern dürfen. Aus diesem Grund verfügt der Karat 9 über wartungsfreie Überlastelemente, wodurch die Zinken, die bei normalem Betrieb im Boden arbeiten, automatisch nach hinten und oben ausweichen und danach wieder automatisch in die Arbeitsposition zurückgeführt werden. Wartungsfrei wird das Überlastelement durch den Einsatz von schmierfreien Kunststoffgleitlagern von Igus.

„Mangelschmierung war früher bei Anwendungen im Grubber ein echtes Problem“, erklärt Lars Heier, Leiter Marketing bei Lemken. „Mit metallischen Lösungen müssten die Lagerstellen hier einmal am Tag abgeschmiert werden, damit die Lager ihren Dienst richtig ausführen können. Das macht je nach Arbeitsbreite des Grubbers bis zu einer Stunde Arbeit pro Tag aus.“ Bei den Iglidur-Hochleistungswerkstoffen von Igus kann auf eine nachträgliche Schmierung komplett verzichtet werden, da in den Lagern selbstschmierende Festschmierstoffe enthalten sind. Gleichzeitig sollen die Iglidur-Gleitlager problemlos den hohen Kräften im Überlastelement des Grubbers standhalten.

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Erfolgreiche Zusammenarbeit

Der Karat war 2008 die erste Anwendung von Lemken, die mit den schmierfreien Gleitlagern realisiert wurde. Zuvor setzte das Unternehmen in seinen Maschinen DU-Buchsen ein. „Beim Karat-Grubber haben uns am Anfang alle belächelt, weil wir an der Lagerstelle Plastik einsetzen wollten“, gibt Heier zu. „Heute müssen die Kunststoffgleitlager je nach Belastung nur alle paar Jahre gewechselt werden, was natürlich Kosten spart.“

Seit diesem Pionierprojekt hat Lemken noch zahlreiche andere Geräte Iglidur-Gleitlagern ausgestattet. Die Zusammenarbeit beider Unternehmen funktioniert: Igus testet die eigenen Werkstoffe sehr ausgiebig im heimischen Testlabor in Köln, wo verschiedene Lagerwerkstoffe mit unterschiedlichen Wellenmaterialien kombiniert werden, um somit möglichst präzise Reibwert und Verschleiß berechnen zu können. Und Lemken testet die Produkte speziell für ihre Anforderungen am eigenen Standort in Alpen. „Es ist für uns sehr viel wert, mit einem Unternehmen aus der Umgebung zusammenzuarbeiten. Denn so kann man sich schnell und unkompliziert zusammensetzen, um neue Projekte zu besprechen oder neue Lösungsansätze auszuprobieren“, sagt Heier. Um lokal bei Kunden agieren zu können, beschäftigt Igus Experten im Außendienst, die den Kunden vor Ort zur Seite stehen. Darüber hinaus gibt es am Hauptstandort in Köln Branchenspezialisten, die genau auf die jeweiligen Gebiete fokussiert arbeiten, so auch im Agrarbereich. Bei Igus ist man ebenfalls froh über die unkomplizierte Zusammenarbeit und die Offenheit eines Agrarunternehmens für die Kunststofftechnologie. „Die Firma Lemken kommuniziert offen, dass sie Kunststoff an Lagerstellen einsetzt. Das freut mich, denn oft wird Kunststoff in der Landwirtschaft noch argwöhnisch betrachtet. Auch wenn eine Lagerstelle überhaupt nicht mehr geschmiert werden muss, sind Anwender oft skeptisch“, sagt Uwe Sund, Branchenmanager Agrartechnik bei Igus.

Hohen Kräften standhalten

Gerade in der Landwirtschaft wirken oft hohe Kräfte, da mit schweren Geräten gearbeitet wird, die sehr robust sein müssen. Deshalb waren früher vor allem metallische Lager die erste Option. Gerade bei Schwenkbewegungen haben diese Lager jedoch eine sehr begrenzte Lebensdauer, da Schmiermittel nicht gleichmäßig verteilt werden können und immer nur die gleichen Stellen am Lager beansprucht werden.

Hier spielen Gleitlager aus Kunststoff ihre Vorteile aus, da ihnen Schwenkbewegungen nicht so viel anhaben und kein Schmiermittel verdrängt werden kann. Ein weiterer Vorteil liegt im Trockenlauf der Lager, da sich kein Schmutz an ihnen festsetzt. Igus kann auf 47 Katalogwerkstoffe für die verschiedensten Anforderungen zurückgreifen, so beispielsweise auch für Hochlastanwendungen, wie sie im Agrarbereich vorkommen. In dem Grubber Karat 9 reichen jedoch schon Gleitlager aus dem Werkstoff Iglidur G, die einer Druckfestigkeit von 80 MPa standhalten. Für höhere Lasten bietet das Unternehmen auch Katalogwerkstoffe bis 120 MPa an wie Iglidur Q2 oder Iglidur TX1 bis 250 MPa. Neben dem Standardprogramm sind jedoch ebenfalls über 100 Sonderlösungen möglich, mit denen noch spezifischere Anwendungen realisiert werden können.

Auch bei künftigen Anwendungen will Lemken auf die Vorteile von schmierfreien Kunststoffgleitlagern setzen. „Allein die Arbeitszeit, die Anwender durch wartungsfreie Gleitlager sparen, ist für uns heute ein sehr starkes Argument für Kunststoffgleitlager“ erklärt Heier. (sh)

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