E-Mobilität Linde MH elektrifiziert Fahrzeuge und stationäre Anwendungen mit Eco-Kits
Auf dem Genfer Autosalon hat Frank Rinderknecht von der Rinspeed AG sein neuestes Konzeptfahrzeug vorgestellt: im Kurzstreckenverkehr will es private und öffentliche Nutzung auf smarte Weise vereinen. Bei der elektrischen Antriebstechnik hat der Autovisionär auf ein Eco-Kit von Linde Material Handling (Linde MH) gesetzt. Es besteht aus Elektromotor, Leistungsmodul und Software aus der Stapler-Serienproduktion des Unternehmens.
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Linde MH baut seit mehr als 40 Jahren Elektrostapler und ist in Europa führender Hersteller von elektrisch angetriebenen Gegengewichtsstaplern. Die Erfahrungen, die das Unternehmen mit der elektrischen Antriebstechnik für Stapler und Lagertechnikgeräte gesammelt hat, lassen sich auch auf vielfältige weitere Anwendungsbereiche übertragen. Deshalb stellt der Geschäftsbereich New Business & Products diese Kompetenz in Form der Eco-Kits für die Elektrifizierung von mobilen und stationären Anwendungen für externe Anbieter zur Verfügung. Die Kits sind in den Varianten S, M und L verfügbar und haben einen Motor mit einer Leistung von bis zu 16, 32 oder 50 Kilowatt und richten sich an Werkstätten und Umrüster.
Wie vielfältig sich die Antriebstechnik aus den Staplern einsetzen lässt, hat der Geschäftsbereich New Business & Products anhand von eindrucksvollen Beispielen unter Beweis gestellt. So hat es das E-Kart „Linde E1“- aufgebaut auf der Rennchassis der Kartklasse KZ 1&2 und mit serienmäßigen Bauteilen der Elektrostapler E20 bis E50 ausgestattet - im Frühjahr 2011 ins Guiness-Buch der Rekorde geschafft. In nur 3,45 Sekunden beschleunigte das E-Kart von 0 auf 100 km/h und zeigte so, wie viel Power in der Antriebstechnik von Linde MH steckt. Diesen Weltrekord konnte bis heute kein anderes elektrisch angetriebenes Fahrzeug brechen.
Die Power, die in der Antriebstechnik von Linde MH steckt, lässt sich jedoch nicht nur in Schnelligkeit umwandeln, sondern auch in Kraft. Das belegen die kompakten Zweiwegefahrzeuge Rotrac E2 und E4 der Firma E. Zwiehoff GmbH aus Rosenheim. Ausgerüstet mit Komponenten aus der Stapler-Serienproduktion können sie Güterzüge von bis zu 250 beziehungsweise 500 Tonnen Gewicht rangieren und werden in Verladebahnhöfen und Instandhaltungswerken von Paderborn bis Kasachstan eingesetzt.
Sogar in Elektroautos hat sich die Antriebstechnik aus den Staplern bereits bewährt. Im New 500 E, der auf dem Fiat 500 basiert, setzt der Hersteller, die Karabag GmbH in Hamburg, auf ein Eco-Kit M (konstruktionspraxis berichtete). Der New 500 E erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 105 km/h und kann in 8,5 Sekunden von 0 auf 50 km/h beschleunigen. Mit einer Reichweite von 100 Kilometern ist er das ideale Fahrzeug für die Stadt. Dabei sind die Vollkosten pro Monat über 50 Euro niedriger, als bei einem Serien-Fiat 500 mit Benzinmotor.
Motor, Steuerung und Software aus einer Hand
Aufgrund der erfolgreichen Zusammenarbeit mit Karabag und Zwiehoff und dem Potential, das in der Antriebstechnik aus den Staplern steckt, hat Linde MH die Entwicklung dieses Bereichs weiter voran getrieben. Auf der Automechanika in Frankfurt stellte die Abteilung Systems & Drives im Herbst 2012 ihre Nachrüstlösungen zur Elektrifizierung von Kraftfahrzeugen, die Eco-Kits, vor. Damit zeigt das Unternehmen, dass Elektromobilität schon heute machbar und bezahlbar ist.
Theodeor Maurer, der Vorsitzende der Geschäftsführung von Linde MH, sieht gerade in der Verbindung von Elektronik und Mechanik, etwa in der Vernetzung und Automatisierung von Fahrzeugen, großes Potential. Um schnell und flexibel neue Anwendungen erschließen zu können, gibt es bei Linde MH seit Januar 2013 den neuen Geschäftsbereich New Business & Products unter der Leitung von Maik Manthey, zu dem auch die Abteilung Systems & Drives gehört. Manthey sieht die Vorteile der Antriebstechnik von Linde MH vor allem darin, dass das Unternehmen Motoren, Steuerung und Software-Know-How aus einer Hand bieten kann – und das zu einem bezahlbaren Preis.
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