Hydrostatisches Getriebe

Leistungsverzweigtes Getriebe setzt dynamische Bewegungen optimal um

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Neuartiges Konzept von Liebherr

Liebherr verfolgt ebenfalls das Prinzip eines hydrostatisch-mechanisch leistungsverzweigten Getriebes. Das Liebherr-Getriebe ist speziell für Anwendungen mit hoher Dynamik konzipiert. Innerhalb eines solchen Entwicklungsprojektes arbeiten die Liebherr-Ingenieure bereits von Anfang an sehr eng mit den Spezialisten der Fahrzeughersteller zusammen und können so intensiv auf die spezifischen Anforderungen der Anwendung eingehen. Alle Komponenten innerhalb des Antriebsstranges stammen dabei aus dem Hause Liebherr (Bild 4).

Im Gegensatz zu den bereits auf dem Markt bekannten leistungsverzweigten Getriebeprinzipien setzt Liebherr - anstatt der üblichen zwei - drei parallel miteinander verschaltete Hydrostaten ein (Bild 5).

Dabei sind ein Hydrostat an der Dieselwelle und zwei weitere am Planetengetriebe angeschlossen. Dies hat den Vorteil, dass kein Hydrostat auf eine andere Getriebewelle umgeschaltet werden muss. Dadurch entfallen komplexe Umkupplungsvorgänge der Hydrostaten, für die zusätzliche Wellen, Kupplungen und Lager notwendig wären.

Des Weiteren muss auf der Ausgangswelle nicht umgekuppelt werden. Hierdurch lassen sich große Kupplungen einsparen, die ein hohes Moment übertragen müssen. Diese Kupplungen haben aufgrund des höheren Momentes einen größeren Reibbelag-Durchmesser als die Kupplungen auf der Eingangsseite. Die Schleppverluste in der Kupplung steigen überproportional mit dem Kupplungsdurchmesser. Diese Einsparung führt also zu einer weiteren Optimierung des Wirkungsgrades.

Beim Schalten vom ersten in den zweiten Gang müssen die Hydrostaten im Schluckvolumen während des Schaltvorganges nicht verstellt werden (Bild 6). Der Schaltvorgang vom ersten in den zweiten Gang geschieht bei einer Relativ-Drehzahl von Null in der Vorwärts-Kupplung (Kv), beziehungsweise Rückwärts-Kupplung (Kr) (Bild 6), wodurch nur wenig Wärme und Verschleiß in den Kupplungen entsteht. Dadurch ist auch ein Schalten unter Last sowohl bezüglich der Kupplungsbelastung als auch bezüglich der Schaltlogik einfach beherrschbar.

Durch den Einsatz von drei Hydrostaten bietet Liebherr im Vergleich zu bestehenden Konzepten weitere Vorteile. Durch das neu entwickelte Konzept kann im leistungsverzweigten Gang auch ausgangsgekoppelt gefahren werden. Dadurch können Einbußen beim Wirkungsgrad umgangen werden, die auf entstehende Blindleistung zurückzuführen sind. Außerdem muss zwischen Null und 40 km/h nur ein Kupplungsvorgang in einem synchronen Schaltpunkt ausgeführt werden, die Geschwindigkeitsänderung erfolgt ansonsten rein über das Verstellen der Hydrostaten (Bild 6).

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