Schrauben Lautloser QS-Kollege sorgt für Kontrolle

Redakteur: Juliana Schulze

Sicherheitsrelevante Verschraubungen verlangen 100%ige Dokumentation. Der ToolNavigator von Sarissa überprüft und protokolliert, ob der Monteur alle Schrauben richtig setzt.

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Bei sicherheitsrelevanten Verschraubungen ist 100%ige Dokumentation ein Muss. Der Sarissa ToolNavigator steht hierbei als lautloser QS-Kollege zur Seite. (Bild: Klaus Hennecke - retema.de)
Bei sicherheitsrelevanten Verschraubungen ist 100%ige Dokumentation ein Muss. Der Sarissa ToolNavigator steht hierbei als lautloser QS-Kollege zur Seite. (Bild: Klaus Hennecke - retema.de)

Was haben DAF, Daimler, Iveco, MAN, Renault, Scania und Volvo gemeinsam? Sitzsysteme von ISRI. Das zur Aunde-Gruppe gehörende Familien-Unternehmen Isringhausen in Lemgo ist mit 38 Werken in 18 Ländern weltweit Marktführer in der Entwicklung und Fertigung innovativer Sitzsysteme für Nutzfahrzeuge. Die praktizierte Just-in-time-Fertigung erfordert sehr flexible Wertschöpfungsketten. Und das setzt Isri`s Automation sowohl technisch als auch wirtschaftlich Grenzen. Die Konsequenz: hunderte von Sitzeinzelteilen werden zum Teil von Hand montiert.

Bei sicherheitsrelevanten Verschraubungen ist 100 %ige Qualität und Dokumentation Muss

Die menschliche Leistungsfähigkeit ist keine Konstante. Doch Montagefehler darf es nicht geben. Reklamationen kosten nicht nur Zeit und Geld. Manchmal gerät sogar das gute Image der Unternehmen unter die Räder. Toyota ist in jüngster Zeit nur ein Beispiel von vielen, welche Blessuren drohen, wenn Gerichte fehlerhafte Produkte als Ursache für Unfälle und Personenschäden ausmachen und anerkennen. Daher ist insbesondere bei den sicherheitsrelevanten Verschraubungen 100 %ige Qualität und Dokumentation ein absolutes Muss. Die eng tolerierte Reproduktion geforderter Drehmomente und ihre Dokumentation ist heute Standard. Doch: Wie lässt sich absolut sicherstellen, dass der Monteur alle Schrauben setzt, jede Schraube anzieht und dabei vorgegebene Schraubreihenfolgen einhält? Sarissa GmbH in Weingarten hat mit ihrem ultraschall-basierten Local Positioning System (LPS) eine Antwort auf diese Frage. Geschäftsführer Volker Jauch: "Unser LPS kann die Position von sich frei im Raum bewegenden Objekten sehr präzise und zuverlässig erfassen."

Die Lösung: Ein Touch-PC, ein Ultraschallmarker und ein Empfänger

Und das funktioniert im Prinzip ohne großen Aufwand: Die wesentlichen Komponenten der exklusiven Sarissa-Lösung sind ein moderner Touch-PC, kompakte Ultraschallmarker als Sender (Lautsprecher) und eine Empfangseinheit. Die Marker lassen sich durch Adapter praktisch an jedes zu überwachende Werkzeug anbringen und mit etwas mehr Aufwand auch darin integrieren. Die Marker senden im Abstand von Millisekunden für den Menschen lautlose und physiologisch unbedenkliche Ultraschallsignale. Die über dem jeweiligen Arbeitsplatz montierte Empfangseinheit ortet die Schallwellen und übernimmt die Vorverarbeitung der Signale, die dann über eine schnelle USB-Verbindung zum Touch-PC übertragen und dort ausgewertet werden. Die Erfassungsgenauigkeit im Raum liegt bei +/- 2 mm. Wobei Jauch darauf hinweist, dass "unter Laborbedingungen auch 0,2 mm möglich sind". Der vom Empfänger sich kegelförmig erweiternde Erfassungsraum hat derzeit einen maximalen Durchmesser von 3 m. Wobei Jauch auch hier noch Entwicklungspotenzial sieht. "Wir können den Erfassungsbereich künftig sicher noch vergrößern."

Auch die Einsatzfelder des ToolNavigators dürften künftig weit über die bei ISRI realisierte Schrauber-Applikationen hinausgehen. Jauch: "Ob Klebstoff- oder Fettspender, Schweißzange, Stanzwerkzeug oder Drehmomentschlüssel – unser ToolNavigator kann praktisch überall sinnvoll eingesetzt werden, wo Positionierungen, Verweilzeiten an einer Position oder vom Soll abweichende Arbeitsschrittfolgen kontrolliert und dokumentiert werden sollen. Darüber hinaus führt der Touch-PC die Mitarbeiter durch klare textliche, multimediale und sogar akustische Arbeitsfolgeanweisungen zuverlässig selbst durch sehr komplexe Arbeitsgänge, was insbesondere die Einarbeitung neuer Mitarbeiter beschleunigt, oder auch den Arbeitsplatzwechsel bei job rotation erleichtert."

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