Schweißen

Laserschweißprozesse für dicke Stahlbleche

| Redakteur: Dorothee Quitter

Ziel des Projekts DIOMAR ist es, neue Laserschweißprozesse auf Grundlage von Hochleistungslasern im maritimen Bereich zu etablieren.
Ziel des Projekts DIOMAR ist es, neue Laserschweißprozesse auf Grundlage von Hochleistungslasern im maritimen Bereich zu etablieren. (Bild: Meyer Werft / I. Fiebak)

Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) will zusammen mit der Held Systems Deutschland GmbH, der Laserline GmbH und der Meyer Werft GmbH & Co. KG robuste, reine Laserschweißprozesse für Stahlblechdicken bis zu 30 mm etablieren. Dafür sollen Diodenlaserstrahlquellen zu Höchstleistungen gebracht werden.

Schweißen Gerade für den Schiffbau und andere maritime Anwendungen ist die Weiterentwicklung des Dickblechschweißens interessant. Das häufig eingesetzte Unterpulverschweißen (UP-Schweißen) ist vergleichsweise langsam und geht mit merklichem Werkstückverzug einher. Bei der Alternative Laser-Lichtbogen-Hybridschweißen ist insbesondere die Kantenvorbereitung arbeitsintensiv und das Verfahren wenig flexibel. Besonders bei großen Stahlblechdicken im Bereich von 12 mm bis 30 mm hat sich bisher kein Verfahren gegen das UP-Schweißen durchsetzen können.

Das soll sich nun ändern. Speziell für das Dickblechschweißen im maritimen Bereich wollen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler robuste reine Laserschweißprozesse entwickeln. Der Projektpartner Laserline wird dazu neue Diodenlaserstrahlquellen mit Höchstleistungen von bis zu 60 kW im Dauerstrichbetrieb realisieren. Das Ziel des Vorhabens ist es, hochwertige Verbindungen mit hohen Schweißgeschwindigkeiten zu erreichen. Dabei wollen die Partner im Vergleich zu bestehenden Fügeverfahren den Aufwand für die Kantenvorbereitung und die Menge des Zusatzmaterials reduzieren. So sollen letztendlich auch die Kosten sinken. Die neuen Prozesse sollen bestehende Verfahren ergänzen oder gar ersetzen. Die anwendungsorientierte Entwicklung findet parallel in einem Laserlabor und in einer werftnahen Versuchsumgebung statt. Das ermöglicht, Prozesse schnell zu erproben, zu evaluieren und zu optimieren.

Besonderes Augenmerk legen die Partner darauf, Konzepte zur Gewährleistung der Lasersicherheit bei den sehr hohen Laserleistungen von bis zu 60 Kilowatt zu entwickeln. Dazu gehört auch die Handhabung der zu erwartenden großen Mengen an emittierten Gefahrstoffen. Dafür wird durch das LZH auch die Gefahrstofffreisetzung aus der Laserprozesszone umfassend untersucht. (qui)

Das könnte Sie auch interessieren:

Hybridstrukturen in Serie fügen

Laserstrahlschweißen

Hybridstrukturen in Serie fügen

04.10.18 - Das Laser Zentrum Hannover hat einen Remote-Laserstrahlschweißprozess entwickelt, mit dem dreidimensionale Strukturen aus Stahl und Aluminiumlegierungen schnell und in Serie gefügt werden können. lesen

Die Vorteile des Laserschweißens

Schweißen

Die Vorteile des Laserschweißens

09.05.18 - Soll das nachträgliche Abschleifen und Polieren von Schweißnähten gering gehalten werden, bietet sich der Einsatz eines Laserschweißverfahrens an. lesen

Zwei Schweißverfahren in einem Prozess

Hybrid-Schweißen

Zwei Schweißverfahren in einem Prozess

15.05.18 - Das Laser-Hybrid-Schweißen vereint Laser- und Metall-Schutzgas-Schweißen in einem Prozess und nutzt die Synergien optimal aus. Dünn- und Dickbleche können so mit steigender Geschwindigkeit und Qualität gefügt werden. lesen

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 45690677 / Verbindungstechnik)