Suchen

Lineartechnik

Kugelgewindetriebe mit angetriebener Mutter für Werkzeugmaschinen

| Redakteur: Sandra Häuslein

Kammerer Gewindetechnik stellt auf der EMO 2017 in Hannover Kugelgewindetriebe mit angetriebener Mutter für den Einsatz in Werkzeugmaschinen vor.

Firmen zum Thema

Kugelgewindetrieb von Kammerer mit angetriebener Mutter
Kugelgewindetrieb von Kammerer mit angetriebener Mutter
(Bild: Kammerer Gewindetechnik)

Kugelgewindetriebe sorgen in Werkzeugmaschinen für das Verfahren der Linearachsen. Dabei müssen die Komponenten eigentlich konträre Anforderungen erfüllen, was Merkmale wie Drehzahlbereich und Präzision, oder Leistungsvermögen und Zuverlässigkeit betrifft. Denn hohe Beschleunigungen und Geschwindigkeiten bei gleichzeitig hoher Lebensdauer und Zuverlässigkeit widersprechen sich eigentlich. Kammerer will mit seinen Kugelgewindetrieben diese gegensätzlichen Anforderungen moderner Werkzeugmaschinen vereinen.

Insbesondere für lange Achsen, zum Beispiel in Portalfräsmaschinen, sollen sich Kugelgewindetriebe mit rotierender Mutter optimal eignen, da dieses Antriebskonzept hohe Lineargeschwindigkeiten bei langem Nutzhub der Kugelgewindetriebe ermöglicht. Bei einer Geschwindigkeit von 50 m/min soll die Geräuschbildung verglichen mit anderen Lösungen viel niedriger sein. Das von Kammerer entwickelte Fertigungsverfahren des Hartschälens von Kugelgewindetrieben führt dem Unternehmen zufolge nachweislich zu einer verringerten Geräuschbildung im Betrieb. Auch die Hitzeentwicklung soll reduziert werden, da eine Spindelkühlung bei stehender Spindel einfacher zu realisieren ist und das stehende Muttergehäuse sich ebenfalls einfach kühlen lässt.

Sehr hohe Geschwindigkeiten möglich

Mit der angetriebenen Mutter lassen sich in Verbindung mit einer großen Steigung Geschwindigkeiten über 120 m/min erreichen. Unter idealen Voraussetzungen sind Drehzahlen bis 4000 min–1 möglich. Deshalb können bei langen Wegen die Taktzeiten positiv beeinflusst werden. Die höhere Dynamik bewirkt eine Steigerung der Produktivität. Das vorgespannte Spindelsystem soll für eine höhere Gesamtsteifigkeit des Antriebstrangs sorgen. Die biegekritische Drehzahl ist nicht begrenzt und Beschleunigungen der Spindeln von bis zu 30 m/sec² sind möglich. Bestehende Drehzahlgrenzwerte lassen sich durch den Einsatz von Hybridlagern und Keramikkugeln erhöhen. Das Antriebskonzept lässt sich als Einmassenschwinger modellieren und somit gut regeln.

Durch eine federverspannte Spindel kann die Längendehnung, die durch die Temperaturänderung bewirkt wird, laut Hersteller ohne Verlust der Spindelreckung kompensiert werden. Das kompakte Mutterkonzept soll es ermöglichen, sehr nahe am Boden des Maschinenbettes zu bauen. Ein Kippen der Spindellagerböcke, das durch das Recken der Spindeln entstehen kann, wird minimiert. So ist bei bestimmten Spindeln eine Einbauhöhe von 100 mm vom Boden bis zur Spindelmittelachse möglich.

Einsatz auch im Großmaschinenbau

Neben Werkzeugmaschinen werden die Kugelgewindetriebe in Baugrößen von KGT 16 × 5 bis 120 × 20 auch im Großmaschinenbau mit langen Achswegen, zum Beispiel in Großräummaschinen, in Kunststoff-Spritzgussmaschinen, bei Hebe- und Montageeinrichtungen für Flugzeuge und Schienenfahrzeuge und anderen Lift- und Hubeinrichtungen, eingesetzt. (lb)

EMO 2017 : Halle 7 Stand E44

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de (ID: 44785693)