Wärmemanagement Kühlleistung auf dem Prüfstand
Bei Schaltschrank-Kühlgeräten zeigen sich in der Praxis oft deutliche Unterschiede in Sachen Kühlleistung und Energieeffizienz. Um definierte Leistungen garantieren zu können, hat Rittal jetzt seine komplette Toptherm-Kühlgeräteserie durch den TÜV Nord auf den Prüfstand gestellt. Zusätzlich zeigt der Klimaspezialist auf der Hannover Messe 2013 auch eine zweite Generation an modularen Rückkühlanlagen – sogenannten Chillern.
Anbieter zum Thema

Bei der Umsetzung einer möglichst effizienten Schaltschrankklimatisierung sind Anlagenbetreiber darauf angewiesen, dass die Angaben zur Kühlleistung und Energieeffizienz eines Kühlgeräts exakt stimmen. „Um unseren Kunden eine definierte Leistung zu garantieren und höchstmögliche Sicherheit bei Kaufentscheidungen zu geben, hat sich Rittal als weltweit erster Hersteller dazu entschlossen, sämtliche Kühlgeräte der Toptherm-Serie für den weltweiten Einsatz von einer unabhängigen Stelle prüfen zu lassen“, erklärt Steffen Wagner, Leiter Produktmanagement Schaltschrankklimatisierung bei Rittal. Der Hintergrund ist, dass Prüfungen sowohl im eigenen Labor von Rittal als auch in externen Prüflaboren in der Vergangenheit ergeben hatten, dass Geräte von Marktbegleitern die angegebene Kühlleistung im tatsächlichen Betrieb teilweise deutlich unterschreiten.
Damit drin ist, was drauf steht
Mit der Prüfung der Kühlgeräte hatte Rittal den TÜV Nord beauftragt. Sämtliche Messungen wurden gemäß der aktuellen Norm DIN EN 14511-2 in der Prüfstelle für Kälte-, Klima- und Lüftungstechnik des TÜV Nord in Essen durchgeführt. Die Prüfbedingungen, bei denen die Kühlleistung und die Energieeffizienz bestimmt werden, sind klar definiert. In einem sogenannten Kalorimeter-Prüfverfahren müssen die Messungen bei konstanter Temperatur von 35 °C – sowohl im Inneren des Schaltschranks als auch in der Umgebung – durchgeführt werden. Die relative Luftfeuchtigkeit im Schaltschrank ist bei konstant 40 % zu halten. In der DIN EN 14511-2 ist außerdem festgelegt, dass die angegebene Kühlleistung um maximal -8 % von der gemessenen Kühlleistung abweichen darf.
Messung nach Vorschrift
Während der Messung befindet sich der Schaltschrank mit dem montierten Kühlgerät in einer Klimakammer, deren Temperatur auf den vorgegebenen Wert geregelt wird. Eine Heizung und ein Ultraschallverdampfer im Inneren des Schaltschranks regeln Temperatur und Luftfeuchte auf die vorgegebenen Werte, während das Kühlgerät unter Volllast läuft. Wenn man die Leistungen misst, während die Regelung Luftfeuchte und Temperatur konstant hält, lässt sich die Kühlleistung bestimmen.
Das anfallende Kondensat läuft über einen Schlauch nach außen ab, wo eine Waage die Kondensatmenge misst. Mithilfe einer exakten Zeitmessung wird daraus der Kondensatmassenstrom ermittelt. Auf diese Weise lässt sich zusätzlich die latente Kühlleistung separat bestimmen. Zieht man diesen Wert von der Gesamtkühlleistung ab, so erhält man die sensible Kühlleistung. Neben der Kühlleistung sowie dem latenten und dem sensiblen Anteil der Kühlleistung wurde auch die elektrisch Leistungsaufnahme des Kühlgeräts bestimmt, um daraus den EER (Energy Efficiency Ratio) zu berechnen.
(ID:38257860)