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5 Fragen an Dipl.-Ing. Peter Scheller von Siemens PLM Software
Wie hat sich der Konstruktionsprozess in den letzten Jahren verändert?
Der Konstruktionsprozess hat in den letzten Jahren einen starken Wandel durchlebt: Die Produkte werden zunehmend komplexer und erfordern ein engeres Zusammenspiel von Mechanik, Elektronik sowie der verwendeten Software. Darüber hinaus variieren die Anforderungen an Softwarelösungen je nach Industrie sehr stark. Daher ist auch die Nachfrage nach branchenspezifischen Tools in den letzten Jahren gestiegen. Nicht zuletzt hat sich der Stellenwert des Designs geändert – die äußere Formgebung gilt mittlerweile als maßgebliches Unterscheidungskriterium und hat die Produktion von zahlreichen individualisierten Varianten zur Folge. All diese komplexen Daten sollen in einem System abgesichert werden.

Gibt es hervorzuhebende Technologiesprünge, die zu den Veränderungen beigetragen haben?
Die Elektronik ist insgesamt leistungsfähiger geworden. Die rasante Weiterentwicklung der Chips führte zu einer exponentiellen Verbesserung der Performance. Zum anderen verfügen auch die Produkte selbst zunehmend über leistungsstarke Hard- und Software. Die Folge ist, dass während des Konstruktionsprozesses immer mehr Informationen entstehen, die gespeichert und verarbeitet werden müssen.
Wie hat sich der Einsatz von Simulationsmethoden verändert?
Simulation und Konstruktion gehen immer häufiger miteinander einher. Durch die Leistungssteigerung von CAD/CAM/CAE-Systemen wie der Softwaresuite NX lässt sich Simulation wesentlich leichter und wirtschaftlicher umsetzen. Dabei steigt vor allem die Nachfrage nach „Simulationstiefe“. Eindimensionale Modellsimulationen reichen längst nicht mehr aus. Konstrukteure benötigen professionelle Werkzeuge zur 3D-Simulation, die es darüber hinaus möglich machen, Daten und Ergebnisse zu erhalten und weiterzuverwenden.
Wie wird sich Ihrer Meinung nach der Produktentstehungsprozess in den nächsten Jahren ändern? Sind Trends abzusehen?
Schon jetzt ist festzustellen, dass sich der Produktionsprozess in den meisten Fällen über verschiedene Standorte erstreckt – oftmals auch über mehrere Zeitzonen hinweg. Diese verteilte Entwicklung wird weiterhin zunehmen und steigert den Bedarf an Technologien, die trotz der räumlichen Trennung eine produktive Zusammenarbeit ermöglichen. In diesem Zuge wird sich auch der Automatisierungsgrad stark erhöhen und die modellbasierte Entwicklung immer häufiger durchsetzen. Intelligente Templates vereinfachen und verkürzen gängige Entwicklungsprozesse und legen Ressourcen für komplexe Produktionsschritte frei. Ein Trend, der sich schon jetzt abzeichnet: die Weiterentwicklung des 3D-Drucks. Neue Fertigungsverfahren werden innerhalb des Produktentstehungsprozesses besonders das Design maßgeblich beeinflussen.
Welche Trends/Entwicklungen sehen Sie bei Ihren Kunden?
Unsere Kunden gehen immer häufiger dazu über, den gesamten Produktentstehungsprozess auf einer einzigen Plattform wie NX oder Teamcenter zu vereinheitlichen und bisher verwendete Nischensysteme zu ersetzen. Das hat natürlich vor allem Vorteile für die Globalisierung des Entwicklungsprozesses: Sämtliche Daten lassen sich zentral erfassen und verwalten – alle Beteiligten haben jederzeit Zugriff auf aktuelle Daten und können diese mit unterschiedlichen CAD-, CAM- und CAE-Systemen nutzen. So verbessern sich Entwicklungszeit, -qualität und -produktivität trotz verteilter Standorte.
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