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Profiltechnik Komplexe Geometrien von der Stange

Redakteur: Ute Drescher

Als Lohnfertiger für spanabhebende Metallbearbeitung liegt die Kernkompetenz der Wattwiler Högg AG in der Profiltechnik. Zu den Stärken des Unternehmens gehört das Profilfräsen, das größere konstruktive Freiheiten gestattet als andere Herstellverfahren.

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Ivo Högg, Geschäftsführer, Högg AG, Wattwil
Ivo Högg, Geschäftsführer, Högg AG, Wattwil
(Bild: U. Drescher/konstruktionspraxis)

Profile lassen sich in der Regel ziehen, walzen oder pressen, in großer Stückzahl und zu günstigen Kosten. Sind jedoch kleine Stückzahlen und komplexe Geometrien zu akzeptablen Kosten gefragt, kommen diese Verfahren an ihre Grenzen. „Unsere Kunden verlangen zunehmend komplexere Teile und kleinere Losgrößen“, beobachtet auch Ivo Högg, Geschäftsführer der Högg AG diesen Trend.

Kostenvorteile auch für kleine Losgrößen nutzen

Gut, dass der Wattwiler Lohnfertiger für spanabhebende Metallbearbeitung neben den herkömmlichen Herstellverfahren auch das Profilfräsen anbieten kann, ein Verfahren, das die Schweizer vor gut 30 Jahren selbst entwickelt und über die Jahre optimiert haben. Mit diesem Nischenverfahren, das nur wenige Anbieter beherrschen, lassen sich auch bei kleinen Losgrößen die Kostenvorteile der Profiltechnik nutzen. Högg verwendet beim Durchlauf-Profilfräsen ein handelsübliches Vormaterial (flach, viereckig oder rund) oder ein Vorprofil. Das Ausgangsmaterial wird auf der einfach zu rüstenden Profilfräsmaschine mithilfe spezieller Vorschubzangen unter einem rotierenden Profilfräser hindurchgeschoben oder -gezogen. Wichtig ist dabei, dass die Vorschübe das Vormaterial absolut synchron und gleichmäßig der Bearbeitungszone zuführen. So entsteht – zum Teil in mehreren Schritten – das gewünschte Profil.

Das Profilfräsen gestattet größere konstruktive Freiheiten als andere Herstellverfahren.
Das Profilfräsen gestattet größere konstruktive Freiheiten als andere Herstellverfahren.
(Bild: Högg)

Weil die Rüstzeiten für die Fräsmaschinen so kurz sind, kann Högg die fertigen Profile in relativ kurzer Zeit liefern, auch auf Mindestabnahmemengen kann das Unternehmen verzichten. Da in der Regel auch keine weiteren - und teuren - Bearbeitungsschritte erforderlich sind, bleiben die Kostenvorteile der Profiltechnik erhalten. „Das Profilfräsen öffnet uns Türen“, erklärt Ivo Högg. Neben der Profiltechnik ist die CNC-Technik das zweite Standbein des Unternehmens: Möglich sind komplexe Bearbeitungen auf modernen Horizontal- und Vertikalcentern.

Investitionen sind geplant

Insgesamt stehen bei Högg 60 CNC-Maschinen auf einer Produktionsfläche von rund 10.000 m2, der Zukauf weiterer Maschinen ist geplant. Auch neue Mitarbeiter sollen eingestellt werden. „Davor haben wir allerdings ein schmerzhaftes Fitnessprogramm durchlebt“, erinnert sich Ivo Högg. In dieser Zeit hat der Lohnfertiger die internen Prozesse optimiert und auch die Produktion von kleinen Losgrößen ab 200 Teilen automatisiert. Das hat sich gelohnt: Seit etwa zwei Jahren ist die Produktion ausgelastet. (ud)

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