Industrie 4.0 KMU fit machen für Industrie 4.0
Die Zukunftsallianz Maschinenbau startet durch. Im April gegründet, will der Verein ein überregionales Netzwerk schaffen, das vor allem kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) fit machen soll für den globalen Wettbewerb.
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„Der deutsche Maschinenbau kann sich nicht auf den bisherigen Erfolgen ausruhen“, warnt Dr. Volker Franke. Der Vorstandssprecher der Zukunftsallieanz Maschinenbau und Geschäftsführer der Harting Applied Technologies kennt auch die Gründe: „Die Branche steht vor enormen Herausforderungen. Nicht nur der globale Wettbewerbsdruck – vor allem aus Asien – nimmt weiter zu. Auch Themen wie die demografische Entwicklung, veränderte Kundenwünsche, mehr Flexibilität und Individualität verlangen vom Maschinenbau innovative technologische und organisatorische Lösungen.“ Das Innovationsnetzwerk Zukunftsallianz Maschinenbau e.V., das im April dieses Jahres von 25 Partnern aus Wirtschaft und Forschung auf der Hannover Messe gegründet wurde, will daher vor allem kleine und mittlere Unternehmen (KMU) des Maschinenbaus und der industriellen Automatisierungstechnik fit machen für den globalen Wettbewerb.
Derzeit gehören Maschinenbauer, Systemlieferanten, Forschungsinstitute sowie Engineering- und Consultingpartner dem neuen Netzwerk an. Auch einige innovative Kompetenzpartner des deutschen Maschinenbaus aus dem europäischen Ausland haben sich bereits angeschlossen. „Mit der Bildung eines Nord-Clusters nördlich von Frankfurt, von Aachen im Westen Deutschlands bis Dresden im Osten und bis zur Küste im Norden, verfolgen wir eine rein pragmatische Systemdefinition“, erklärt Gerald Pörschmann, geschäftsführender Vorstand des Vereins. In diesem Wirtschaftsraum sind über 2.000 Unternehmen angesiedelt, die rund 40 % der deutschen Maschinenbau-Wertschöpfung abdecken. Allerdings schließt Pörschmann die Zusammenarbeit mit anderen Netzwerken keinesfalls aus: „Wir wollen natürlich von Beginn an den regen Austausch mit den erfolgreichen Innovations- und Kompetenznetzwerken für den Maschinenbau im Süden Deutschlands pflegen.“
Auch die Produktionstechnik-Forschung hat, mit dem Exzellenz-Cluster „Integrative Produktionstechnik für Hochlohnländer“ in Aachen, den Spitzenclustern Logistik Ruhr und Intelligente Technische Systeme Ostwestfalen-Lippe sowie den Fraunhofer-Instituten in Magdeburg und Chemnitz, das erforderliche Transferpotenzial, die ein nachhaltig angelegtes Innovationsnetzwerk benötigt.
Frühzeitig Markttrends und erfolgversprechende Technologien erkennen
„Wir wollen ein Radarsystem für die mittelständischen Unternehmen in den strategischen Zukunftsfeldern Technologie, Prozess, Markt und Organisation aufbauen“, erklärt Gerald Pörschmann. Damit sollen frühzeitig relevante Markttrends und Reifegrade von neuen Technologien im rasanten Wandel transparent gemacht werden. Ebenfalls wird systematisch nach guten Praxislösungen gesucht, mit denen es Unternehmen geschafft haben, die Innovationskraft und Prozesseffizienz ihrer Organisation zu steigern.
Zu den Gründungsmitgliedern aus der Wirtschaft gehören unter anderem die Harting-Technologiegruppe, Phoenix Contact, Kienbaum oder als europäischer Digital Engineering Partner Dassault Systèmes aus Frankreich. Die Robotation Academy, einem Kooperationsprojekt zwischen der Deutschen Messe AG und der Volkswagen Group Academy, ist wichtigster Kooperationspartner des Netzwerks. In den Räumen der Robotation Academy auf dem Messegelände in Hannover ist auch die Geschäftsstelle angesiedelt.
Die Zukunftsallianz Maschinenbau will mit den KMU unüberwindbar erscheinende Hürden – wie beispielsweise die Industrie-4.0-Technologien – gemeinsam nehmen. „Wir wollen Unternehmen unterstützen, die über keine Stabsabteilungen für solche strategischen Aufgaben verfügen“, macht Pörschmann weiter deutlich. „Mit Tagungen für mittelständische Fach- und Führungskräfte und praxisnahen Dialog-Workshops wollen wir nach der Devise „Von den Besten lernen“ einen regelmäßigen Wissens- und Erfahrungsaustausch implementieren“ kündigt er an. „Unsere Auftaktveranstaltung am 3. September 2015 bei Miele in Gütersloh mit 180 Teilnehmern war bereits ein voller Erfolg“. (ud)
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