Suchen

Technische Bürsten Klassische Werkzeuge richtig anwenden

| Redakteur: M.A. Bernhard Richter

Die richtige Nutzung von technischen Bürsten in der Oberflächentechnik oder der Qualitätssicherung sorgt für höhere Qualität und weniger Werkzeugkosten.

Firmen zum Thema

(Bild: Kullen-Koti)

Technische Bürsten sind klassische Werkzeuge. Die Maximierung der Standzeit ist daher von jeher ein zentraler Aspekt in der Entwicklungsarbeit von Herstellern wie Kullen-Koti. Es liegt allerdings auch in der Hand des Anwenders, durch die Beachtung von Sicherheitshinweisen und ein fachkundiges Handling die Lebensdauer der Bürsten deutlich zu erhöhen. Das senkt nicht nur die Werkzeugkosten, sondern wirkt sich auch positiv auf die Prozesssicherheit und die Produktqualität aus, und reduziert die Produktions-Stillstandszeiten. Hier agieren sie als Entgratwerkzeug, dort als Förderelement und anderenorts dienen sie der Oberflächen-Reinigung – technische Bürsten sind heute in allen Industriezweigen am Werk und übernehmen je nach Variante und Einsatzgebiet unterschiedliche Aufgaben. Dabei arbeiten Unternehmen stetig daran, durch neue Besatz-Werkstoffe und konstruktive Verbesserungen die Belastbarkeit und Standzeit der Bürsten immer weiter zu verbessern. Allerdings kann auch der Anwender selbst viel dazu beitragen, die Funktionalität der eingesetzten Bürsten lange im Optimalbereich zu halten und ihren Verschleißgrad zu minimieren. Kullen-Koti gibt seinen Nutzern hierzu eine Reihe von nützlichen Praxistipps.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 5 Bildern

Erst prüfen, dann starten

Wer schnell rotierende Werkzeugbürsten für das Oberflächen-Finishing oder Entgraten seiner Bauteile verwendet, sollte stets daran denken, die Bürste nur mit einer dafür geeigneten Aufnahme zu fixieren bzw. zu spannen. Bei der Arbeit mit Schaftbürsten ist zudem zu beachten, dass die Bürste so kurz wie möglich eingespannt wird – das gewährleistet einen optimalen Rundlauf und eine präzise Führung der Bürste. Und niemals vergessen, vor dem Druck auf den Startknopf von Maschine oder Werkzeug einen prüfenden Blick auf den Zustand der Bürste zu werfen. Denn weist sie eine Beschädigung auf, können sowohl das Werkstück als auch die Spannvorrichtung Schaden nehmen. Außerdem kann durch herumfliegende Teile Verletzungsgefahr entstehen.

Darüber hinaus gilt es beim Einsatz von Bürsten zwei wichtige technische Parameter im Auge zu behalten: die Drehzahl bzw. Umfangsgeschwindigkeit der Bürste und die Eintauchtiefe. Diese beiden Aspekte haben direkten Einfluss auf die Ergebnisqualität, die Produktivität und die Bürstenstandzeit. Die Umfangsgeschwindigkeit ist abhängig vom Bürstentyp und vom bearbeiteten Werkstück bzw. Werkstoff. Viele Bürsten haben ganz charakteristische Drehzahlbereiche, in denen sie ihre optimale Wirkung erreichen; oft senken zu geringe Umfangsgeschwindigkeiten den Wirkungsgrad. Steigern lässt sich die Umfangsgeschwindigkeit aber nicht nur durch Erhöhung der Spindeldrehzahl an der Maschine, sondern auch durch einen größeren Bürstendurchmesser. Grundsätzlich sollte stets die empfohlene Sicherheitsdrehzahl eingehalten werden, die auf der Bürste, dem Etikett oder auch auf der Verpackung angegeben ist.

Drahtbürsten sind „Spitzenkräfte“

Hinsichtlich der richtigen Eintauchtiefe ist zu berücksichtigen, dass Drahtbürsten im wahrsten Sinne des Wortes „Spitzenkräfte“ sind. Das heißt, sie wirken nur mit den Spitzen des Besatzes. Aus diesem Grund ist es ausreichend, diese Bürsten nur mit geringer Eintauchtiefe an bzw. über die Oberfläche oder das Werkstück zu führen. Zu hohe Eintauchtiefen können das Werkstück beschädigen und reduzieren die Lebensdauer der Bürste erheblich.

Wer darüber hinaus noch die Tipps des Herstellers für die richtige Lagerung beherzigt, wird lange Freude an seiner Bürste haben. Dabei sind lediglich einige grundsätzliche Aspekte zu beachten, die sofort einleuchten: Zum einen trocken lagern, so dass sie weder von Feuchtigkeit noch von Säuren oder anderen Medien beschädigt werden können; zum anderen muss dafür Sorge getragen werden, dass sich der Besatz der Bürsten während der Lagerzeit nicht deformieren kann.

Bei einer konsequenten Beachtung der Empfehlungen können die Lebensdauer technischer Bürsten deutlich verlängert und Kosten spürbar reduziert werden. Gleichzeitig leistet der Anwender damit einen wertvollen Beitrag zur Verbesserung von Produktqualität und Prozesssicherheit. Und darüber dürften sich letztlich nicht nur die Nutzer, sondern auch das Qualitätsmanagement freuen. (br)

(ID:44578694)