Kabel Kabellänge auf Knopfdruck

Autor / Redakteur: Angela Struck / Dipl.-Ing. (FH) Monika Zwettler

Auch bei Industriegütern verzeichnet der Handel über das Internet einen rasanten Anstieg. Davon profitieren vor allem Distributoren wie das polnische Unternehmen TIM. Um die gestiegenen Anfragen im Bereich Kabel- und Leitungen mit einer 24-Stunden-Liefergarantie landesweit bedienen zu können, haben die Elektronikspezialisten in den letzten Jahren aufgerüstet. Dabei bedienen sie sich der Kabelzuschneideanlagen von Kabelmat, die zunehmend automatisierter werden.

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Mit Kabelzuschneideanlagen von Kabelmat reagiert der B2B-Elektronikdistributor TIM auf die wachsende Nachfrage.
Mit Kabelzuschneideanlagen von Kabelmat reagiert der B2B-Elektronikdistributor TIM auf die wachsende Nachfrage.
(Bild: Piotr Krajewski www.a-pk.pl)

Seit 1987 bedient TIM SA (Technology, Innovation, Mobility) aus dem polnischen Siechnice den polnischen Markt zunächst mit Produkten und Dienstleistungen aus dem Bereich Mess- und Regeltechnik, ab 1990 zusätzlich mit elektrischem und elektronischem Portfolio. Heute erwirtschaften die 450 Mitarbeiter einen geplanten Umsatz in 2014 von rund 470 Millionen Zloty, das sind derzeit gut 110 Millionen Euro, wobei der Onlinehandel stetig zunimmt. Die 30 Filialen dienen heute nur noch zur technischen Kundenbetreuung ohne angeschlossene Lagerhaltung wie das früher der Fall war.

55 % der Bestellungen über das Internet

Bestellt der Kunde bis 15 Uhr, wird die Ware am nächsten Tag aus dem zentralen Logistikzentrum in Siechnice landesweit ausgeliefert. 55 % der Bestellungen werden per Internet generiert – Tendenz steigend.

„Täglich verlassen unser Haus durchschnittlich 2000 Bestellungen vom einzelnen Kabel bis zum Schaltschrank“, sagt Maciej Posadzy, Mitglied der Geschäftsleitung und COO bei TIM SA. Das an der polnischen Börse gelistete Unternehmen beliefert ausschließlich den polnischen Markt. „Unser Zentrallager umfasst eine Innenfläche von 10.000 Quadratmetern und eine Freifläche von ca. 25.000 Quadratmetern, beschreibt der COO die Lagerkapazität. Etwa 20.000 Quadratmeter nimmt dabei die Lagerfläche für Kabel und Leitungen ein.

Nichtautomatisierter Teil in Minderheit

In der Halle stehen 1800 Plätze für Kabeltrommeln im Hochregallager zur Verfügung, die von automatischen Regalbediengeräten bedient werden. Diese versorgen vollautomatisch die derzeit drei teilautomatisierten Kabelzuschneidestationen, indem sie die auf Paletten liegenden Kabeltrommeln der Anlage zuführen. Die neue Umwickelanlage mit automatischer Trommelbestückung Autolog gestattet die Verarbeitung von Trommeln mit einem Durchmesser von bis 1600 mm. Die Kabelzuschneideanlagen bezieht TIM schon seit 2007 von der Kabelmat Wickeltechnik GmbH in Glatten, einem Tochterunternehmen der Helukabel-Gruppe. Der Marktführer bei Wickelsystemen für die Kabel- und Leitungsindustrie bietet nahezu alle Geräte und Maschinen zum Lagern, Wickeln und Ablängen von Kabeln und Leitungen, Stahlseilen, Rohren, Schläuchen und Profilen.

Handarbeit: Bediener führt Kabel durch Messsystem

Bei der für TIM gelieferten Autolog-Anlage handelt es sich um eine „Trommel zu Maschine“-Ausführung. Hier wird die Kabeltrommel vom Regalbediengerät an die Maschine gebracht, die sie automatisch aufnimmt. Dazu erfolgt zunächst ein Vermessen des Trommeldurchmessers. Zwei Pinolenarme heben die Trommel in die Maschine, wo sie entsprechend ihrer zuvor ermittelten Abmessungen automatisch eingespannt wird. Dann folgt der nicht automatisierte Teil: Der Bediener führt das Kabel von Hand durch das Messsystem und befestigt es am sogenannten Aufwickler. Anschließend verschließt er die Schutzeinrichtungen und betätigt die Starttaste.

Über das Lagerverwaltungssystem werden die Daten des vorzunehmenden Schnittes der Steuerung mitgeteilt, so dass die Maschine nach dem Aufwickeln der jeweiligen Länge stoppt. Der Bediener löst den Schnitt per Tastendruck aus und das Kabel wird abgeschnitten. Der Prozess wird automatisiert beendet: Nach Aufwickeln des Restkabels bringt das Regalbediengerät die Trommel automatisch ins Lager zurück.

Sicherheit als oberstes Gebot

„Es gibt viele Hersteller solcher Kabelzuschneidanlagen auch in Polen, aber unsere Maschinen sind – ausgestattet mit Sicherheitslichtschranken und Schutzzäunen – die sichersten und das ist auch gut so“, sagt Manfred Wößner, Vertriebsleiter bei der Kabelmat Wickeltechnik GmbH. „Denn die Anlagen sind während des Betriebs sehr gefährlich. Würde sich beispielsweise eine fünf Tonnen schwere Trommel plötzlich aus ihrem Arbeitsprozess lösen, kann sie schnell für den Mitarbeiter zu einer sehr großen Gefahr werden“, gibt Wößner zu bedenken. Zudem bieten wir einen sehr hohen Automatisierungsgrad, der sich mit vielen Anlagen besonders von kleinen Anbietern nicht vergleichen lässt“, sagt der Schwarzwälder stolz.

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