Energiezuführungen

Jeder Millimeter zählt: Energiezuführungen für ausziehbaren Schwerlasttransporter

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Energieketten in der innersten Röhre

Die Unternehmen Goldhofer und igus kennen sich schon seit rund 20 Jahren. Bei der Entwicklung der Dreifach-Teleskoppritsche waren die besonders robusten Energiezuführungen der Kölner erste Wahl. Das technische Anforderungsprofil ist extrem hoch. Vor allem kommt es im vorliegenden Einsatzfall auf ein sicheres Abrollen der schweren Versorgungsleitungen im Teleskop an. Das Teleskopsystem besteht aus vier Rechteckröhren. In der innersten Röhre laufen die Energiezuführungen auf engstem Raum. Als Bauraum stehen dazu lediglich 340 mm in der Breite und 577 mm in der Höhe zur Verfügung. Da zählt jeder Millimeter.

Zum zweiten sind die Verfahrwege sehr groß. Die Ladelänge des Schwertransporters beträgt 20.000 mm, die dreifach teleskopierbar – um einmal 13.950 mm und zweimal 14.050 mm – auf insgesamt 62.050 mm anwachsen kann.

„Mit einer einzigen Energiekette ist diese Länge nicht zu realisieren“, erläutert Herbert Swoboda. „Daher laufen zwei Energieketten mit unterschiedlich langen Verfahrwegen nebeneinander.“ Die längere Energiezuführung ist für die ersten beiden Hübe zuständig, also zwei Auszugslängen. Die kürzere Energiezuführung übernimmt den letzten Hub, sie liegt zudem in einer Wanne. Der jeweilige Verfahrweg beträgt 14.000 mm bzw. 7.000 mm. Der Radius ist in beiden Fällen mit 150 mm gleich.

Über pneumatische Verriegelungen mit Bolzen erfolgt die Veränderung der Transporterlänge. „Der Vorgang geschieht unsichtbar in der Röhre und vollkommen automatisch“, erklärt Swoboda. „Dabei müssen wir uns unter allen Umständen auf die Funktionsfähigkeit und Standsicherheit der Energiekette verlassen können.“

Erschwerend kommt hinzu, dass weitere Kräfte auf die Energiezuführung wirken können. „Eine Röhre kann beim Auszug beispielsweise klemmen, so dass die Kette kurzfristig ruckartige Bewegungen aushalten muss.“ Zudem spielen auch die hohen Temperaturschwankungen, die in der Röhre je nach Jahreszeit zwischen mindestens -25 und + 50 °C liegen können, eine Rolle.

Hoch stabil durch Hintergriff

Beide Energiezuführungen für den Sattelpritschenauflieger gehören zum Standardprogramm der Universal-Energiekette „E4.1“ von igus. In dieser speziellen Anwendung wurde die Größe E4.56 gewählt. Die Energiekette „E4.1“ ist für nahezu alle Anwendungsfälle geeignet. Sie vereint sämtliche Vorteile ihrer quer durch alle Industriebranchen bewährten Vorgänger in einem. Ketten dieser Serie sind stabiler bei gleichen oder kleineren Abmessungen. Weitere konstruktive Vorteile sind ein formschlüssiger Hintergriff für eine sehr gute Seitenstabilität, hohe Schubkraft auf langen Verfahrwegen und eine gute Eignung für 90°-Anwendungen.

Hinzu kommen Features wie geräuschdämpfende Bremsen und als Option Geräuschdämpfer für einen ruhigen Lauf, Außen- und Innenlaschen für Flexibilität und schnelle Montage, mit oder ohne Vorspannung, sowie auch verschiedene Materialausführungen zum Beispiel für Reinraum, ESD, Hochtemperatur oder große freitragende Längen. Speziell durch das konstruktive Merkmal des (patentierten) Hintergriffs hält die Kette grundsätzlich 30 % mehr Zug- und Schubkräfte aus, was für die Standzeit des Schwerlastfahrzeuges äußerst wichtig ist. (mehr Infos nach dem Umblättern)

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