Geometrische Produktspezifikationen ISO GPS: geometrisches Tolerieren verstehen

Autor / Redakteur: Prof. Dr.-Ing. Volker Läpple / Dipl.-Ing. (FH) Monika Zwettler

In unserer dreiteiligen Serie „Praxis der geometrischen Tolerierung“ beleuchten wir „Symmetrieklassen“ und ihre Bedeutung für die Richtungs- und Ortstolerierung. Teil 1 zeigt die mathematischen Grundlagen.

Das GPS-Normensystem der ISO ist ein auf mathematisch beschreibbaren Grundsätzen und Modellen basierendes, generisch aufgebautes und medienunabhängiges Regelwerk. Es dient der Beschreibung und Inspektion der Mikro- und Makrogeometrie technischer Produkte.
Das GPS-Normensystem der ISO ist ein auf mathematisch beschreibbaren Grundsätzen und Modellen basierendes, generisch aufgebautes und medienunabhängiges Regelwerk. Es dient der Beschreibung und Inspektion der Mikro- und Makrogeometrie technischer Produkte.
(Bild: pixel – stock.adobe.com/Volker Läpple)

Die Geometrie ist ein Merkmal eines Produkts und nimmt Einfluss auf seinen gesamten Lebenszyklus. Sie wird in der Konstruktionsphase festgelegt, bestimmt die nachfolgenden Fertigungs- und Prüfprozesse, hat einen erheblichen Einfluss auf die Kosten und ist letztlich für die Funktion, die Sicherheit und die Verfügbarkeit des Produkts verantwortlich. Dimensionieren und Tolerieren sind dabei essentielle Bestandteile des Konstruktionsprozesses und Tolerierungsfehler letztlich Konstruktionsfehler.

Viele Produktspezifikationen sind fehlerhaft

Richtungs-, insbesondere aber Ortsspezifikationen sind die mit Abstand wichtigsten geometrischen Merkmale zur Beschreibung funktioneller Anforderungen. Deren richtige Anwendung setzt ein fundamentales Verständnis der zugrunde liegenden Logik voraus. Weit mehr als die Hälfte aller Produktspezifikationen, insbesondere bei geometrisch komplexen Tolerierungsaufgaben oder Funktionsanforderungen, weisen auch heute noch elementare Fehler auf und sind somit letztlich unbrauchbar.