Elektrofahrzeug

Intelligente Elektroplattform von ZF bewegt Rinspeed „Snap“

| Redakteur: Juliana Pfeiffer

Autonome Elektrofahrzeugplattform für den urbanen Einsatz: Das Intelligent Dynamic Driving Chassis (IDDC) von ZF ist ideal für wegweisende Fahrzeugkonzepte wie den Rinspeed „Snap“.
Autonome Elektrofahrzeugplattform für den urbanen Einsatz: Das Intelligent Dynamic Driving Chassis (IDDC) von ZF ist ideal für wegweisende Fahrzeugkonzepte wie den Rinspeed „Snap“. (Bild: Rinspeed)

Mit dem Intelligent Dynamic Driving Chassis (IDDC) hat ZF eine hochflexible Plattform für autonome Elektrofahrzeuge entwickelt. Das IDDC bildet als „Skateboard“ die Basis für Rinspeeds neues urbanes Mobilitätskonzept „Snap“. Dieses integriert Hard- und Software in der Fahrplattform („Skateboard“) und trennt es flexibel von der Fahrgastzelle („Pod“).

Das IDDC steht auch für das Leitprinzip von ZF, Fahrzeuge sehen, denken und handeln zu lassen: mit Hilfe von Umfeldsensorik, intelligenten elektronischen Steuerungen und vernetzten mechanischen Systemen.

„Die urbane Mobilität von morgen ist lokal emissionsfrei, transportiert autonom und passt sich flexibel unterschiedlichsten Ansprüchen an. Unser IDDC bringt schon jetzt die technischen und funktionalen Voraussetzungen dafür mit“, sagt Torsten Gollewski, Leiter Vorentwicklung der ZF Friedrichshafen AG. Vollelektrisch und extrem wendig findet das IDDC ohne menschlichen Fahrer durch die Stadt, theoretisch sogar ohne Fahrgastzelle. Das ebnet Fahrzeugkonzepten wie dem Rinspeed Snap die Bahn: Hier ist der fahrende Untersatz von ZF für den 24/7-Dauereinsatz vorgesehen. Dagegen befinden sich die „Pod“ genannten Aufbauten – lenkradlose, mobile oder stationäre Kabinen für Personen oder Güter – je nach Bedarf im ständigen Wechsel.

M-Stars: Achse, Antrieb und Lenkung in einem

Ein Kernelement des IDDC bildet das modulare Hinterachssystem M-Stars (modular Semi-Trailing Arm Rear Suspension). Darin ist die Hinterachslenkung Active Kinematics Control (AKC) integriert, deren maximalen Verstellwinkel ZF für den Rinspeed Snap auf 14 Grad steigerte. Ebenfalls direkt in der Achse sitzt die elektrische Maschine samt Leistungselektronik für einen effizienten Fahrzeugantrieb. Anstelle des bekannten elektrischen Achsantriebs mit 150 kW Leistung wirkt im Snap ein kleinerer Motor mit 50 kW. Dieser ist konsequent ausgelegt auf maximale Reichweite, vergleichsweise niedrige Geschwindigkeiten und die Dauerbelastungen im urbanen Car-Sharing.

Easy Turn: einzigartig großer Vorderradeinschlag

Ähnlich innovativ präsentiert sich die Vorderachse des IDDC. Das EasyTurn genannte System ermöglicht im Zusammenspiel mit der modifizierten elektrischen Servolenkung von ZF einen außergewöhnlich großen Einschlagwinkel von bis zu 75 Grad. Übliche Lösungen gestatten maximal 50 Grad. Damit und dank AKC an der Hinterachse kann der Rinspeed Snap beinahe auf der Stelle wenden, was einen enormen Agilitätsvorteil in engen Innenstädten bringt. Ebenso wie die anderen Komponenten des IDDC ist das integrierte Bremssystem IBC von ZF im aktuellen Konzept elektrifiziert – eine Grundvoraussetzung unter anderem für automatisiertes und autonomes Fahren.

Sensorik: das Fahrzeugumfeld immer im Blick

Damit das IDDC selbstständig und unabhängig von den „Pods“ sehen kann, integrierte ZF die dazu nötige Hardware und Software ins Fahrgestell. Es handelt sich dabei um einen auf das autonome Fahren in Städten ausgelegten Sensorcluster. Dieser besteht aus Radarsystemen, einer gemeinsam mit Ibeo Automotive Systems entwickelten Lidar-Technologie sowie optischen Kameras. Die so erzielte 360-Grad-Umfelderkennung ist darauf ausgelegt, im Fern- und im Nahbereich, bei allen stadtrelevanten Geschwindigkeiten sowie unabhängig von Licht- und Wetterverhältnissen zu funktionieren.

ZF Pro AI: künstliche Intelligenz für autonomes Fahren

Die Informationen aller Komponenten, Systeme und Sensoren des IDDC sowie der Car-to-X-Kommunikation laufen künftig in einem gemeinsam mit NVIDIA entwickelten, zentralen Supercomputer namens ZF Pro AI zusammen. Der Rechner verarbeitet Daten in Echtzeit und leitet daraus die Handlungsbefehle für die Aktuatoren ab. Damit steuert ZF Pro AI alle Funktionen der Längs-, Quer- und gegebenenfalls auch Vertikalführung. Für die weitere Entwicklung des autonomen Fahrens bringt die Hochleistungs-Steuerbox bereits künstliche Intelligenz und Deep-Learning-Fähigkeiten als weitere Schlüsselfaktoren mit. (jup)

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 45079704 / Antriebstechnik)