Energiemanagement Integrierter Energiespeicher für mobile und stationäre Anwendungen

Das voll integrierte Liduro-Energiespeichersystem von Liebherr basiert auf Doppelschichtkondensatoren und ist für mobile und stationäre Anwendungen geeignet. Das Systemkonzept wurde bereits im Jahr 2016 auf der Bauma vorgestellt. Es soll für eine effektive Energienutzung sorgen.

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(Bild: Liebherr)

Um den Marktanforderungen nach wirtschaftlichen und nachhaltigen Leistungsspeichern zur Effizienzsteigerung elektrischer Anlagen gerecht zu werden, hat Liebherr ein voll integriertes Energiespeichersystem entwickelt. Dieses kompakte, flüssigkeitsgekühlte Komplettsystem beinhaltet alle benötigten Einzelsysteme und Baugruppen, wodurch sich die Integration in diverse Anwendungen erheblich vereinfachen soll. Das System wurde getestet, optimiert und steht nun laut Hersteller als ausgereiftes Produkt zur Verfügung.

Kompakte Energiespeichereinheit mit hoher Speicherkapazität

Das Liduro-Energiespeichersystem ist ein Komplettsystem mit einem Energiegehalt von 1,5 MJ, welches die Aufnahme und Abgabe einer Leistung von 100 kW innerhalb von 15 s ermöglichen soll.

Die Integration von Energiespeichereinheiten in neue sowie bestehende mobile und stationäre Anwendungen war bisher mit größerem Aufwand in Entwicklung und Montage verbunden: Neben einer aufwändigen, mechanischen Umsetzung war es notwendig, mehrere Einzelsysteme, wie das eigentliche Speicherelement, der DC/DC-Steller, die Kühlung und die Managementeinheit, zusammenzuführen. Dies führte jedoch zu einem großen Platzbedarf und Projektierungsaufwand und damit zu hohen Kosten. Aufgrund der Integration aller notwendigen Einzelkomponenten und -systeme in einer anschlussfertigen Energiespeichereinheit, lassen sich bei der Systemintegration und -montage Zeit und Materialkosten einsparen. Das „Connect-and-Use“-Prinzip von Liebherr soll so eine einfache Installation und Inbetriebnahme ermöglichen. Dabei muss der Anwender die mechanische Befestigung, die Verbindung zu einer Kühleinheit und die elektrische Verkabelung durchführen. Er hat die Möglichkeit, die Speichereinheit als reinen 2-Pol direkt an einen Gleichspannungszwischenkreis von 530 V bis 800 V anzuschließen oder durch die Verwendung einer zusätzlich bereitgestellten Kommunikationsschnittstelle eine definierte Energiemenge aufzunehmen beziehungsweise abzugeben. Zudem können über diese Schnittstelle sämtliche Prozessdaten ausgetauscht werden.

Bis zu zehn Energiespeichereinheiten parallel schalten

Abhängig von der Energiemenge, die zwischengespeichert werden soll, können laut Hersteller bis zu zehn Energiespeichereinheiten parallelgeschaltet werden. Dadurch lässt sich die Speicherkapazität des Gesamtsystems auf die entsprechende Anforderung der jeweiligen Anwendung skalieren. Der Einsatz des Liduro-Energiespeichers soll außerdem nicht nur eine höhere Leistungsabgabe ermöglichen, sondern auch die Verwendung der dabei verbleibenden überschüssigen Energie für nachfolgende Arbeiten. So muss weniger oder sogar keine neue Energie zugeführt werden. Ein weiterer Vorteil ist Liebherr zufolge die Spitzenlastabdeckung mit einhergehender Reduktion der Anschlussleistung.

Im Vergleich zu batteriebasierten Speichern bietet ein Energiespeicher mit Doppelschichtkondensatoren laut dem Hersteller viele Vorteile. Dies gilt insbesondere für Applikationen, bei denen viele Lade- und Entladezyklen notwendig sind oder bei denen temporär hohe Lastspitzen auftreten können bzw. Langlebigkeit unabdingbar ist. Dies ist sowohl im Bereich der Elektromobilität der Fall, als auch bei allen Anwendungen mit Hub- und Hebebewegungen, wie beispielsweise Krane oder Gabelstapler sowie in Anwendungen mit Schwerlastanlauf. (sh)

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