Kabel

Innovation aus Leidenschaft

| Autor: Juliana Pfeiffer

Alles hat mit Schlauchtüllen aus Gummi begonnen, um Stoffkabel zu ummanteln. Das Unternehmen HellermannTyton blickt am 14. Dezember 2010 auf 75 Jahre zurück.

Die Unternehmens-Geschichte der heutigen HellermannTyton GmbH nimmt am 14. Dezember 1935 in Hamburg ihren Lauf. Firmengründer Paul Hellermann meldete an diesem Tag seine Idee - Fahrradgummitüllen zu nutzen, um Stoffkabel zu ummanteln - beim Gewerbeamt an. Heutzutage sind stoffummantelte, gewebte Leitungen nur noch vom Bügeleisen bekannt. "Paul Hellermann hat eine Dreidornzange erfunden, mit der man die aufgespannte Gummitülle auseinander spreizen und somit leichter über das Kabel ziehen konnte. Ein Aufzwirbeln der Stoffummantelung wurde mit dieser Methode vermieden", erinnert sich Geschäftsführer Stephan Jungermann an die Vorteile der Erfindung. Damit war die Paul Hellermann GmbH gegründet.

Internationale Ausrichtung des Unternehmens seit der ersten Stunde

Die Hellermann-Gummitülle wurde von Paul Hellermann erstmals 1938 auf der Leipziger Messe ausgestellt. Bereits hier konnten internationale Geschäftspartner gewonnen werden. Diese Begegnung prägte den weiteren Erfolg des Unternehmens.

Mittlerweile ist HellermannTyton in
36 Ländern mit eigenen Standorten aktiv. 1945 bot das Unternehmen ca. 30 Produkte an. "Heute umfasst unser Produktportfolio ca. 65.000 Artikelnummern", zieht Stephan Jungermann den Vergleich. Die folgenden Jahre wurden geprägt von stetigem Wachstum und dem erfolgreichen Verkauf der HellermannTyton Produkte. Die deutliche Geschäftsausdehnung und starke Ausweitung des Portfolios machten 1960 den Umzug der Paul Hellermann GmbH nach Pinneberg in Schleswig-Holstein nötig. Neben den Hellermann-Tüllen wurden nun auch weitere Kunststoffprodukte entwickelt und die ersten Spritzgussteile gefertigt.

Das Kabelrap-System als weiterer Meilenstein für Paul Hellermann

In den neuen Produktionshallen in Pinneberg wurde 1965 ein weiterer Meilenstein gelegt. Das Kabelrap-System, ein Verfahren zum Bündeln von Kabeln im Endlos-System, wurde international vorgestellt. "Beim Kabelrap (KR)-System wird ein Kunststoffband ohne jede Verzahnung extrudiert. Bei der Verarbeitung werden mit einem Werkzeug die Köpfe separat hinzugefügt. Ein glasfaserverstärkter Stift sorgt schließlich für einen zuverlässigen Verschluss", erklärt Jungermann das Verfahren. Maßgeschneiderte Ingenieurdienstleistungen sollten auch in den kommenden Jahren zu tausenden von Neuprodukten aus eigener Produktion führen. Deshalb wurde 1981 das Tochterunternehmen Hellermann Engineering gegründet. "Mit der Gründung des Tochterunternehmens haben wir sichergestellt, dass wir auch in Zukunft unsere Werkzeuge komplett selber fertigen", sagt Jungermann stolz.

Die hohe Innovationskraft der Mitarbeiter des Unternehmens sorgt für immer neue Entwicklungen, so dass 1991 das vollautomatische Bündelsystem AutoTool vorgestellt werden konnte. "AutoTool war bahnbrechend, denn damit konnten wir die komplett manuelle Verarbeitung von Kabelbindern revolutionieren. Dabei wird der Kabelbaum werkzeuggestützt, mit einer Zykluszeit von nur 0,8 Sekunden vollautomatisch gebündelt." verrät Jungermann die Vorteile des AutoTools. Die vollautomatische Bündelung von Kabeln und Leitungen rückte dann auch in den Fokus verschiedener Industrien. Als marktführendes Unternehmen im Bereich der verschiedenen Kabelbündelsysteme liefert HellermannTyton diese Produkte heute z.B. an führende Hersteller von Kabelsätzen, die Automobilindustrie oder auch an Hersteller von Haushaltsgeräten.

"Ein weiterer Meilenstein war 1995 die Entwicklung eines weltweiten Corporate Design und 1999 die Umfirmierung von der Paul Hellermann GmbH in die HellermannTyton GmbH", erinnert sich Jungermann.

Teil 2: Ein Blick in die Zukunft von HellermannTyton

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