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Neue Möglichkeiten der Konstruktion und Integration
Durch den fixen, sehr niedrigen Steuerwinkel wird die Reibung zwischen den Komponenten verringert, ohne dass die Höhe des Beugewinkels wegen Klemmgefahr eingeschränkt werden müsste. Im Gegenteil lassen sich die Gelenke bei gleich bleibendem Verschleiß weiter abbeugen, kurzfristig sogar bis zu 8°, was bei schnelllaufenden Längswellen bereits eine extreme Belastung darstellt. Dies bietet neuen Spielraum bei der Konstruktion von Geländefahrzeugen, die starke Abwinkelungen zugunsten einer großen Bodenfreiheit erfordern oder bei der Konzeption von Motoraufhängungen, die zugunsten einer besseren akustischen Entkopplung weicher gestaltet werden können.
Auf der anderen Seite weist diese Gelenkkonfiguration innerhalb der normalen Beugungsbereiche eine deutlich geringere Wärmeentwicklung und einen niedrigeren Verschleiß auf, da die Oszillation des Winkels beim Gelenkumlauf beseitigt wurde und die einwirkenden Kräfte insgesamt niedriger ausfallen. Gelenke, die bisher aufgrund der Reibungshitze frei oder sogar im Fahrtwind liegen mussten, könnten dadurch in Zukunft in andere Baugruppen integriert werden, etwa in Differentiale. Damit würde an der bisherigen Position Raum für andere Konstruktionsneuerungen frei. Die niedrige Wärmeabstrahlung erlaubt sogar eine Kapselung des Gelenks in Gummi oder andere Kunststoffe, ohne dass ein Hitzestau die Funktionalität gefährden könnte. So ließe sich das NT Epsiconjoint beispielsweise in einer schwingungsentkoppelten Komponente verbauen.
Keine Zusatzkosten in der Produktion dank bewährtem Umformverfahren
Derzeit werden noch die ersten Prototypen des neuen Gleichlaufgelenkmodells auf den Prüfständen des Automobilexperten getestet. Für die Serienproduktion wird ein Umformverfahren verwendet. Während spanende Anlagen in der Regel auf das Abfahren von Kreisbahnen ausgelegt sind, ermöglicht es diese Methode, auch kompliziertere Werkstückformen, wie die spezielle Kugelbahn, direkt auf Endform zu fertigen. Die dazu notwendigen Prozesse wurden zunächst in Simulationen geprüft, um den Verzug durch Pressen und Härten schon bei der Werkzeugkonstruktion kompensieren zu können. Die Herstellung der Gelenkbahnen selbst gleicht trotz der komplizierten Geometrie den Abläufen bei den anderen Gelenk-Reihen von Neumayer Tekfor, so dass sich hierfür im Wesentlichen keine höheren Fertigungskosten ergeben. (ud)
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