Lineartechnik Im Miniatur Wunderland heben Flugzeuge mit Rexroth-Technik ab

Autor / Redakteur: Friedrich-Wilhelm Dülm / Ute Drescher

Im Mai 2011 ging der kleinste Flughafen der Welt in Betrieb: der Knuffingen Airport des Miniatur Wunderlands in Hamburg. Rund 360 Starts und Landungen können Besucher täglich miterleben. Die bis ins kleinste Detail nachgebauten Flugzeugmodelle starten und landen täuschend echt. Möglich macht dies unter anderem Linear- und Montagetechnik von Rexroth.

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Miniatur Wunderland Hamburg: Eine 737-800 der Air Berlin im Morgengrauen kurz vor dem Take-Off.
Miniatur Wunderland Hamburg: Eine 737-800 der Air Berlin im Morgengrauen kurz vor dem Take-Off.
(Bild: Miniatur Wunderland Hamburg)

Knuffingen Airport nahm am 4. Mai 2011 seinen Betrieb auf: nach sechs Jahren Bau- und Entwicklungszeit, 150.000 Arbeitsstunden und rund 50.000 Programmierzeilen. Dafür schlossen die Konstrukteure circa 40.000 LEDs von Hand an, verlegten 100 km Kabel und 1000 m Gleis. 15.000 Minifiguren „beleben“ den Flughafen. In Kombination mit rund 90 Fahrzeugmodellen, darunter Busse, Tanklaster und Gepäckwagen, die Computer-gesteuert auf dem Vorfeld unterwegs sind, ist es den Konstrukteuren gelungen, das Treiben auf einem Flughafen im kleinen Maßstab nachzubauen. Ein besonderes Highlight sind die über 45 Flugzeugmodelle. Sie entsprechen ihren großen Vorbildern bis ins kleinste Detail und landen und starten täuschend echt.

Für Besucher hat der Flughafen an 365 Tagen im Jahr geöffnet. Pro Woche kommt der 150 m² große Abschnitt auf rund 70 Betriebsstunden. Das muss die Technik im Hintergrund mitmachen. Damit der Betrieb störungsfrei läuft müssen alle Komponenten mit höchster Präzision arbeiten.

Aus diesem Grund griffen die Konstrukteure des Flughafens auch auf Komponenten aus der Fabrikautomation zurück, darunter auch Montage- und Lineartechnik von Rexroth. Damit kommen die Komponenten des Antriebs- und Steuerungsspezialisten einmal nicht wie sonst üblich im industriellen Umfeld zum Einsatz.

Montagekomponenten für die Fahrstuhlplattform schnell projektiert

Damit die startenden und landenden Flugzeuge für die Besucher so real wie möglich erscheinen, bedurfte es kreativer Köpfe und ausgeklügelter Technik.

Die Flugzeuge fliegen aus zwei „Fenstern“ an, die sich links und rechts in den Kulissen neben der Start- und Landebahn befinden, bzw. verschwinden nach dem Start hinter diesen. Beide Öffnungen „tarnt“ ein Wolken-Vorhang vor den Blicken der Besucher. Über je zwei parallel laufende MLR Linearmodule von Rexroth sind diese in der Höhe verstellbar. Das ist notwendig, da Start- und Landewinkel der Flugzeuge variieren. Hinter den Öffnungen befindet sich jeweils eine Fahrstuhlplattform, die die Flugzeuge zum Schattenflughafen unterhalb des Flughafens bringt oder sie von dort nach oben fährt. Im Schattenflughafen befinden sich die Flugzeuge in Wartestellung, bis sie das nächste Mal für die Besucher auf der Anlage zu sehen sind.

Die Fahrstühle zur Beschickung der 14 m langen Start- und Landebahn realisierten die Konstrukteure des Miniatur Wunderlands mit zwei CKR Compactmodulen sowie zahlreichen Profilen, Winkeln oder Verbindern aus dem Produktsegment der Mechanik-Grundelemente. Mit der Rexroth-Software MTpro konnten die Konstrukteure die einzelnen Komponenten des Montagesystems schnell und einfach ohne CAD-System auswählen und projektieren. Da sie auf Standardteile der Montagetechnik zurückgriffen, entfielen Arbeitsschritte wie Zusägen oder Bohren. Auf diese Weise ließ sich der Entwurf zügig und flexibel umsetzen. Der ursprünglich definierte viereckige Prototyp wurde letztendlich als dreieckige Konstruktion umgesetzt, da diese eine größere Stabilität aufwies.

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