Kunststoff IKV erforscht Mehrkomponentenspritzgießen elektrisch leitfähiger Kunststoffe
Am Institut für Kunststoffverarbeitung (IKV) an der RWTH Aachen wurde zusammen mit Siemens ein Hybridmaterial auf Basis von Polyamid entwickelt, das über eine hohe, homogene elektrische Leitfähigkeit – annähernd der von Stahl –verfügt.
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Elektrisch leitfähige Kunststoffe ermöglichen es, leitfähige Funktionsbauteile kostengünstig und einfach direkt im Mehrkomponentenspritzgießen herzustellen. Mit dem entwickelten Hybridmaterial steht ein spritzgießfähiger Werkstoff zur Verfügung, der auch für hoch leitfähige Anwendungen wie integrierte Leiterstrukturen oder Steckverbindungen, aber auch zur elektromagnetischen Abschirmung und zur gezielten Kühlung von elektronischen Geräten eingesetzt werden kann. Das Hybridmaterial wird bereits in einer ersten Serienanwendung als LKW-Seitenbegrenzungsleuchte von der Hella LightingFinlandOy, Salo, Finnland, erfolgreich eingesetzt. Die hohe Leitfähigkeit wird durch den besonderen Synergieeffekt zwischen zwei Füllstoffen ermöglicht, die in eine thermoplastische Matrix eingearbeitet werden: zum einen Kupferkurzfasern, zum anderen eine niedrig schmelzende Metalllegierung, die während der Verarbeitung schmelzeflüssig vorliegt. Derzeit wird am IKV die Verarbeitung des Hybridmaterials im Mehrkomponentenspritzgießen näher untersucht. Neben einer guten Fließfähigkeit von Leiterbahnen bei konstanter Leitfähigkeit zeigt das Hybridmaterial eine akzeptable Verbundfestigkeit zu anderen Polymeren, insbesondere zu Polyamid-Werkstoffen. (qui)
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