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Additive Fertigung

Hot-Lithography-Prozess vereint Vorteile von Stereolithographie und Lasersintern

| Redakteur: Dorothee Quitter

Cubicure stellt mit dem Hot-Lithography-Prozess ein neues 3D-Druckverfahren vor. Es ermöglicht die Verarbeitung hochviskoser Photopolymere in einem Dünnschichtverfahren. Mit diesen ebenfalls neu entwickelten thermoplastähnlichen Materialien sind nun industriell einsetzbare Kunststoffteile möglich.

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Mittels Hot Lithography additiv gefertigtes schlagzähes Gehäuseteil
Mittels Hot Lithography additiv gefertigtes schlagzähes Gehäuseteil
(Bild: Cubicure)

Cubicure präsentiert auf der Hannover Messe sein Hot-Lithography-Verfahren. Das aus der TU Wien hervorgegangene Spin-Off hat eine auf der Stereolithographie basierende Technologie entwickelt, bei der eigens entwickelte hochviskose Photopolymere mit Thermoplast-ähnlichen Materialeigenschaften bei Temperaturen von bis zu 120°C dreidimensional mittels Laser strukturiert werden. Während konventionelle Photopolymere aufgrund Ihrer geringen Molekülgröße meist hochvernetzt und daher spröde sind, zeichnen sich die von Cubicure entwickelten Photopolymere durch eine hohe Schlagzähigkeit aus. Zudem besitzen sie im Gegensatz zu herkömmlichen lichthärtenden Kunststoffen auch eine ausgeprägte Wärmeformbeständigkeit. Die bei Raumtemperatur hochviskosen oder sogar festen Substanzen können erst bei erhöhten Temperaturen verarbeitet werden. Hierfür wird ein patentierter beheizter Beschichtungsmechanismus verwendet, der das flüssige, warme Photopolymer in dünnen Schichten in die Prozesszone liefert, wo es mittels hochpräzisem Laser schichtweise selektiv gehärtet wird. Cubicure überwindet damit das Dilemma des Kunststoff-3D-Drucks und ermöglicht geometrisch hochpräzise Bauteile mit gleichzeitig guten mechanischen und thermischen Eigenschaften für technische und industrielle Anwendungen.

Derzeit bietet Cubicure zwei „Standard“ Photopolymere für den Bereich funktioneller Prototypenbau (Cubicure Evolution) und die Mikrobauteilfertigung (Cubicure Precision) an. Seit Mitte 2017 vertreibt Cubicure mit der Caligma 200 die erste additive Produktionsanlage auf Basis der Hot Lithography. Mit einer Auflösung von bis zu 10 µm können Bauteile mit einer Oberfläche vergleichbar mit derer von spritzgegossenen Bauteilen bei Prozesstemperaturen von bis zu 120°C gefertigt werden. Damit können selbst strukturierte Oberflächen mit spezieller Haptik wie beispielsweise eine Lederoberfläche nachgebildet werden. (qui)

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Hannover Messe 2018: Halle 5, Stand D18

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