Hochleistungskeramik Hightech-Keramik für Hüfte und Knie
Ein Teeservice wird aus Keramik hergestellt, das ist hinreichend bekannt. Dass aber Keramik als technischer Werkstoff heute aus den meisten Bereichen der Industrie kaum noch wegzudenken ist, wissen die wenigsten. Ein wichtiges Einsatzgebiet ist dabei die Medizintechnik und hier die Prothetik. konstruktionspraxis besuchte den Keramik-Hersteller CeramTec.
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Ob Medizintechnik, Autoindustrie oder Elektrotechnik, ob in künstlichen Hüftgelenken, Katalysatoren oder Notebooks und Handys – überall kommt die moderne Hochleistungskeramik zur Anwendung. Doch meist ist der Wunderwerkstoff für den Anwender unsichtbar und bekommt daher nicht die Aufmerksamkeit, die er verdient. So verlängert Keramik als Kühlkörper aufgrund ihrer elektrischen Isolation und Wärmeleitfähigkeit die Lebensdauer von Hochleistungs-LED-Systemen.
Die Kartusche einer Waschbeckenarmatur bleibt bei permanenter Nutzung nur dank der extrem verschleiß- und korrosionsfesten Keramik dicht. Und die kann noch viel mehr: große Hitzebeständigkeit, ungewöhnliche Härte, Korrosionsbeständigkeit und Formstabilität sowie ein extrem geringer Verschleiß sind einige wenige der praktischen Eigenschaften, die Aluminiumoxid und Co. zum Alternativwerkstoff schlechthin machen.
Hochleistungskeramik für die unterschiedlichsten Anwendungen
Mit über 100 Jahren Entwicklungs- und Produktionserfahrung hält CeramTec weltweit eine Spitzenstellung auf dem Gebiet,
Hochleistungskeramik in einer Vielzahl von Anwendungen
einzusetzen. Das Programm umfasst heute weit über 10.000 verschiedene Produkte, Komponenten und Bauteile und eine Vielzahl keramischer Werkstoffe.
Grundlage für alle diese Entwicklungen ist Hochleistungskeramik, welche auch als technische Keramik bezeichnet wird. Darunter fallen eine Vielzahl unterschiedlicher, teilweise hochspezialisierter keramischer Werkstoffe mit einzigartigen mechanischen, elektrischen, thermischen und biologisch-chemischen Eigenschaften und Eigenschaftskombinationen. Keramikwerkstoffe, die spezielle elektrische oder piezoelektrische Eigenschaften besitzen, werden auch als Funktionskeramik bezeichnet.
Hochleistungs-Oxidkeramik von CeramTec ist beispielsweise Aluminiumoxid (Al2O3), Zirkonoxid (ZrO2), Aluminiumtitanat (Al2TiO5), Silikatkeramik oder Piezokeramik. Als Nichtoxidkeramik ist unter anderem Siliziumkarbid (SiSiC oder SSiC), Siliziumnitrid (Si3N4) oder Aluminiumnitrid (AlN) verfügbar. Weiterhin werden als keramischer Verbundwerkstoff Metal-Matrix-Composite (MMC) oder Ceramic-Matrix-Composite (CMC) angeboten.
CeramTec sieht in der Medizin großen Wachstumsmarkt
CeramTec gehört seit 2004 der US-amerikanischen Rockwood-Gruppe und ist weltweit mit Produktionsstandorten vertreten. In Plochingen und Ebersbach in der Nähe Stuttgarts zählt die CeramTec gut 650 Beschäftigte. Ein zentraler Geschäftsbereich der Plochinger ist die Produktion von künstlichen Hüft- und Kniegelenken. Die Medizintechnik beschert dem Unternehmen hier hohe Wachstumsraten. Heute wird weltweit in jeder Minute eines jeden Tages eine Komponente der CeramTec bei einer OP implantiert. Hier sind die Hauptvorteile von Keramik: Es erfolgt nur ein extrem geringer Abrieb und es ist eine Metallbelastung für die Patienten ausgeschlossen, außerdem gibt es keine gleitpaarungsbedingte allergischen Reaktionen.
Keramische Komponenten für die Orthopädie aus BIOLOXdelta
Die Anzahl der Implantationen von künstlichen Hüft- und Kniegelenken steigt jährlich. Allein in Deutschland werden jährlich circa 200 000 Hüft-OPs durchgeführt. Waren die Patienten in der Vergangenheit älter und als wenig aktiv eingestuft, so werden heute immer mehr aktive und jüngere Patienten werden mit Prothesen versorgt. Erhöhte Standzeiten für Hüft- und Knieendoprothesen sind deshalb erforderlich. So kommt der Werkstoffrage, dem biologischen Verhalten und speziell den Abriebeigenschaften der verwendeten Werkstoffe maßgebliche Bedeutung zu.(weiterlesen nach dem Umblättern)
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