Bediengehäuse Gehäuse-Zubehörprogramm vereinfacht das Bedienen
Die Steuerungselektronik rückt in die Tiefe des Feldes vor, wo sie an dezentralen Terminals oder Leitständen überwacht wird. Bei den Bedienlösungen geht es auch an dieser Stelle um Sicherheit, Funktionalität, Ergonomie und Design. Ist dabei das Zubehörprogramm für die Gehäuse wohl durchdacht, lassen sich die Bedienaufgaben effektiver verrichten.
Anbieter zum Thema
Ergonomie ist eine wesentliche Voraussetzung für effizientes Arbeiten an modernen Maschinen und Anlagen. Dabei haben Zubehör-Komponenten für Bediengehäuse wie Tragarmsysteme, offene Tragprofile, Drehgelenke, Schwenkeinrichtungen, Standfüße oder Kabelschläuche einen schweren Stand: Sie bleiben meist unbeachtet, haben aber große Auswirkung auf den Bedienalltag an der Schnittstelle Mensch/Maschine.
Der Systemanbieter für Gehäuse- und Schaltschranktechnik Rittal bietet hierfür ein Baukasten-System an, das jetzt mit einem neuen Tragarmsystem – präsentiert auf der Hannover Messe 2009 – erweitert wird.
Tragarmsysteme verschaffen Bewegungsfreiheit im Raum
Geht es bei Bediengehäusen um große Bewegungsfreiheit im Raum und weite Ausladung, so sind Tragarmsysteme erste Wahl. Neben erhöhter Tragkraft bei großen Auslegerlängen sowie erweiterten Funktionalitäten beim Kabelmanagement sind mehr und mehr individuelle Gestaltungsoptionen gefordert.
Das Bediensystem bestehend aus Bediengehäuse und Tragarmsystem gilt bei vielen Maschinenbauern auch als „Gesicht der Maschine“. Bei der Gestaltung der Schnittstelle Mensch/Maschine wird deshalb sehr viel Wert auf ein durchgängiges „Look & Feel“ gelegt. Besonderes Augenmerk liegt dabei zunächst auf der Gestaltung der Bildschirmoberflächen und Bedienelemente. Aber auch die umgebenden mechanischen Komponenten rücken immer mehr in den Mittelpunkt des Interesses.
Tragarmsystem lässt sich an Maschinendesign anpassen
Rittals neues Tragarmsystem lässt sich individuell an die Maschine anpassen. Ein besonderes Merkmal des CP-C Tragarmsystems ist das Design. In der seitlich durchgängigen Nut im Profil lassen sich Maschinenbezeichnungen sowie Firmenlogos individuell anbringen. Das können zum Beispiel farblich gestaltete Elemente passend zur Maschinenfarbe sein.
Der Anwender profitiert von den Vorteilen eines Standardprodukts, wie kurze Lieferzeiten, umfangreiches Produktprogramm und günstigen Preis, muss aber gleichzeitig nicht auf individuelle Gestaltung verzichten.
Mit 130 kg Tragkraft ist das Tragarmsystem für mittlere und große Auslegerlängen gerüstet. Auch beim Kabelmanagement haben die Entwickler an Service und Montage gedacht: Durch großzügige Kabeldurchführungen lassen sich auch dicke Kabel und große DVI-Stecker einfach rangieren.
Energie- und Datenkabel lassen sich voneinander trennen
Dabei ist es auch möglich Energie- und Datenkabel voneinander zu trennen – aus EMV- und sicherheitstechnischen Gründen häufig gefordert. Diese Trennung übernehmen Einschub-Trennstege aus Blech, die nach Abschrauben der Eckstücke optional in den Kabelkanal eingesetzt werden können.
Ein wichtiger Vorteil ist die Justagemöglichkeit mittels Stellschrauben im Profil. Dadurch lässt sich das Tragarmsystem in der Höhe individuell und auch noch nachträglich anpassen. Über die Eckstücke aus Kunststoff lassen sich zudem auch Signalleuchten am Tragarmsystem einfach montieren. Weil hier die entsprechenden Ausbrüche bereits vorgesehen sind, geht dies ohne Bohren, Fräsen oder sonstige aufwendige Bearbeitung.
Das CP-C Tragarmsystem kann verschiedene Arten von Bediengehäusen aufnehmen. Ideal passt es zu den Bediengehäusen vom Typ Comfort-Panel von Rittal. Das Design des Tragarmsystems ist an diese Gehäuseserie angelehnt. Aber auch alle anderen Gehäuse lassen sich mit den Gehäusekupplungen am Tragarm montieren.
Für Anwendungsfälle, in denen nur ein einzelnes Display oder ein Industrie-PC mit eigenem Gehäuse montiert werden soll, steht ein Vesa-Adapter zur Verfügung. Für den steigenden Einsatz von Panel-PCs oder -TFTs, die eine eigene Schutzart mitbringen, stehen damit Adaptionsmöglichkeiten zur Verfügung.
Die nachträgliche Verkabelung ist möglich
Bei der Verkabelung gibt es auch beim bestehenden Rittal Tragarmsystem CP-L Lösungen. Schon seit einiger Zeit gibt es offene Tragprofile, bei denen die Kabel und Stecker wesentlich schneller eingezogen werden können. Bezahlt macht sich dies auch bei der nachträglichen Erweiterung um Steuerungselemente im Bediengehäuse, die ein zusätzliches – konfektioniertes – Kabel benötigen.
Auch bei einem größeren Service-Fall muss nicht mehr das gesamte System aus Gehäuse und Tragarmsystem komplett demontiert werden. In das offene Profil, das sich optisch ansprechend mit einer Design-Gummileiste verschließen lässt, können Kabel und Stecker einfach und schnell eingelegt und entfernt werden.
Drehgelenk als Alternative zu Tragarmsystemen
Drehgelenke sind eine Alternative zu Tragarmsystemen, die es ermöglicht, Bediengehäuse platzsparend, unauffällig und flexibel in Maschinen und Anlagen zu integrieren. Das Drehegelenk CP-L baut kompakt und integriert die Kabelführung. Gleichzeitig ist es bis 700 N belastbar.
Zwei Varianten, mit und ohne Ausleger, bieten viele Einsatzmöglichkeiten. Als kompaktes Drehgelenk zur direkten, schwenkbaren Integration von Bediengehäusen in Maschinen und Anlagen hat es einen Durchmesser von 130 mm und eine Höhe von 24 mm. Dadurch erhöht sich die für den Einbau erforderliche lichte Höhe nicht oder nur wenig, denn der zur Öffnung einer vorderen Bedientür erforderliche Freiraum ist meist größer als dieser Wert.
Der Einbau des Drehgelenks kann von der Maschineninnen- oder -außenseite her erfolgen. Der Gehäuseanbau ist wahlweise hängend, aufsitzend oder eingespannt zwischen zwei Drehgelenken möglich. Wird das Gelenk mittig montiert, ist das Gehäuse drehbar, bei asymmetrischer Montage schwenkbar.
Zum Anbau an senkrechte Maschinenflächen oder Wände kann das Drehgelenk mit einem Ausleger kombiniert werden. Mit 200 mm Ausladung stellt dieser ebenfalls eine kompakte und günstige Alternative zu einem kurzen Tragarmsystem dar. Der Gehäuseanbau kann ebenfalls wahlweise hängend, sitzend oder eingespannt zwischen zwei Drehgelenken erfolgen.
Kombiniert Höhenverstellung und Schwenkeinrichtung
Eine ergonomische Alternative zu dreh- und schwenkbaren Bediengehäusen sind höhenverstellbare Zubehör-Lösungen. Mit der höhenverstellbaren Schwenkeinrichtung CP will Rittal die Ergonomie bei kompakten Bediengehäusen steigern. Neben der Aufnahme von Bediengehäusen ist dieser Gehäuseträger auch für TFTs bis 20,1 Zoll und andere Geräte bis 15 kg geeignet. Der Höhenverstellbereich beträgt 200 mm.
Eine eingebaute Gasdruckfeder kompensiert das Gewicht, so dass bei der Höhenverstellung nur die Differenz zur Federkraft aufgebracht werden muss. Die Höhenjustage erfolgt damit im wahrsten Sinne des Wortes federleicht. Die Montage kann an vertikalen und horizontalen Flächen erfolgen. Daneben ist auch der platzsparende Einbau in Nischen von Maschinen möglich. Wird das Bedienpanel benötigt, so schwenkt es der Werker einfach zu sich – und zwar punktgenau in der jeweiligen Augenhöhe.
Stand-Alone-Lösungen sind auf die Körpergröße zugeschnitten
Sollen Bediengehäuse als Stand-Alone-Variante auf die jeweilige Körpergröße und die stehende oder sitzende Arbeitsposition zugeschnitten sein und von unten – pultähnlich – auf einem Standfuß montiert werden, gibt es höhenverstellbare, stationäre und mobile Lösungen sowohl für kompakte als auch schwere Gehäuseaufbauten.
Zur manuellen Höhenverstellung mit Klemmhebeln sind Profile aus Aluminium-Strangpress mit einem Verstellbereich von 732 bis 1122 mm verfügbar. Bei schweren Aufbauten sind elektrische Hubsäulen mit einer Höhenverstellung von 670 bis 1140 mm zu empfehlen. Mit einer entsprechenden Anschlusskupplung lässt sich auch optional die Neigung des Gehäuses flexibel verstellen. Festen Stand bieten schließlich große Standfuß-Bodenplatten, sowie Stahl-Traversen mit Gussfüßen oder mobile Standfüße für wechselnde Einsatzorte.
Ein standardisierter Schlauch führt die Kabel sicher
Ein meist unbeachtetes Detail mit großer Wirkung ist ein standardisierter Kabelschlauch. Er führt die Kabel zwischen Bediengehäuse und Maschine sicher.
Den Kabelschlauch gibt es in den beiden Durchmessern 29 und 50 mm und als geschlossene und geteilte Variante. Beim geteilten Kabelschlauch lassen sich – ähnlich wie beim offenen Tragprofil – zusätzliche Leitungen (samt Steckern) schnell und ohne Demontage nachträglich einziehen. Für die saubere Verlegung der Schläuche stehen passgenaues Anschlusszubehör und abgestimmte Anschlussadapter zur Verfügung.
*Stefan Körner ist im Produktmanagement Schaltschrank-Systeme bei Rittal in Herborn, tätig.
(ID:289482)