Hybridbauteile Funktionsoptimiert durch hybride Bauteile
Wie ein Bauteil durch den Einsatz verschiedener Werkstoffe und Herstellungsverfahren funktionsoptimiert werden kann, zeigt das Beispiel einer Gehängeleiste für Gärschränke.
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Hybridbauteile entstehen durch die Kombination unterschiedlicher Materialien und Herstellungstechnologien. Dies ermöglicht die wirtschaftlich optimierte Produktion komplex gestalteter Bauteile, bei denen in jedem Funktionsbereich gezielt der am besten geeignete Werkstoff eingesetzt wird. Einzelne Funktionsbereiche derartiger Bauteile weisen also sehr unterschiedliche Eigenschaften auf. Sie können zum Beispiel zugleich biegeweich und torsionssteif sein und optisch attraktiv gestaltete transparente, strukturierte oder bedruckte Oberflächen besitzen. Zu den zentralen Zielen der Entwickler bei der gezielten Nutzung der Materialeigenschaften gehört auch die Optimierung der Gewichtsverteilung beispielsweise durch die Kombination von Werkstoffen mit isotroper oder anisotroper Belastbarkeit.
Die Anwendungstechniker des Kunststoffspezialisten faigle wirkten kürzlich an der Entwicklung von Hybridbauteilen für die Lebensmittelindustrie mit. Es handelt sich um Gehängeleisten für Gärschränke. Auf diesen Gehängeleisten werden in großen Bäckereien Teiglinge in die Gärschränke eingebracht. In diesen wird durch entsprechend regulierte Feuchtigkeit und Wärme die Produktionszeit der Backwaren fast um die Hälfte verkürzt. Die Erfüllung des Anforderungsprofils zeigt auf, wie durch die Kombination optimaler Materialeigenschaften eine einzigartige Produktcharakteristik entstehen kann.
Das Anforderungsprofil der Gehängeleisten
Prinzipiell bestehen die Gehängeleisten aus einer Rinne, über die ein Tuch gespannt ist, auf dem die Teiglinge aufgelegt werden. Auf beiden Stirnseiten dieser Rinne sorgen aufgesteckte und durch Spreiznieten fixierte Seitenteile für die Stabilität des Rinnenquerschnitts. Zur Erfüllung ihrer weiteren Funktionen besitzen diese Seitenteile an ihren Außenseiten jeweils eine Mitnehmerachse aus Metall und eine angespritzte Auflagenocke. Mit den Mitnehmerachsen sind die Gehängeleisten um die horizontale Achse schwenkbar in die beidseitigen Transportketten eingehängt. Da jedoch die Auflagenocken während des Durchlaufs durch den Gärschrank auf den Transportketten aufliegen, bleiben die Gehängeleisten in waagrechter Position. Am Ende des Gärschranks befindet sich der Umkehrpunkt der Kette. Und da die Nocken hier nicht mehr auf der Transportkette aufliegen, kippen die Gehängeleisten die Teiglinge ab und übergeben sie so dem Transport zum nächsten Arbeitsschritt. Die mit den Mitnehmerachsen beidseitig an den Transportketten hängenden Gehängeleisten bleiben während des Rücklaufs in abgekippter Lage bis sie wieder am Umkehrpunkt der Transportkette im Einfahrbereich des Gärschrankes ankommen. Von hier an liegen die Nocken wieder auf der Transportkette auf, die nun wieder waagrechten Gehängeleisten können erneut mit frischen Teiglingen beladen werden.
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