Bauma Innovationspreis

Fünf Kategorien – fünf Preise – fünf Sieger

| Redakteur: Juliana Pfeiffer

Die Herrenknecht AG gewann den Preis in der Kategorie Maschine mit ihrer E-Power Pipe. Hiermit entwickelte das Unternehmen ein Verfahren für die wirtschaftliche und umweltschonende Verlegung von Erdkabeln.
Die Herrenknecht AG gewann den Preis in der Kategorie Maschine mit ihrer E-Power Pipe. Hiermit entwickelte das Unternehmen ein Verfahren für die wirtschaftliche und umweltschonende Verlegung von Erdkabeln. (Bild: Herrenknecht)

Der VDMA, HDB (Hauptverband der Deutschen Bauindustrie), ZDB (Zentralverband des deutschen Baugewerbes), bbs (Bundesverband Baustoffe – Steine und Erden) und die Messe München haben den Bauma Innovationspreis 2019 für die beste technische Innovation in jeweils einer Kategorie verliehen. Und das sind die diesjährigen Gewinner.

Die Herrenknecht AG hat den Preis in der Kategorie Maschine mit ihrer E-Power Pipe gewonnen. Hiermit entwickelte das Unternehmen ein Verfahren für die wirtschaftliche und umweltschonende Verlegung von Erdkabeln. Kabelschutzrohre mit kleinem Durchmesser und Haltungslängen von über einem Kilometer kann man damit schnell und sicher im Untergrund installieren. Das schützt die Landschaft vor großen Veränderungen und ermöglicht damit eine höhere Akzeptanz in der Bevölkerung, wenn es um das Verlegen von Stromtrassen geht.

Mehrere Leitungen parallel verlegen

Herzstück ist die komplett ferngesteuerte Vortriebsmaschine AVNS350XB, die mit einem Bohrdurchmesser von 505 mm für Haltungslängen über 1000 m ausgelegt ist. Mit hoher Präzision kann die Maschine den geplanten Streckenverlauf einhalten und so bestehende Infrastrukturen wie Rohrleitungen, Straßen, Schienen oder kleinere Gewässer sicher unterqueren. Einzelne Bohrungen können in einem geringen Abstand von lediglich 1 – 2 m realisiert und so mehrere Leitungen parallel verlegt werden.

Berührungslose Schichtdickenmessung im Straßenbau

In der Kategorie Komponente/digitale Systeme hat die Moba Mobile Automation AG den ersten Platz erreicht. Mit dem System Pave-TM zur automatischen und berührungslosen Schichtdickenmessung im Straßenbau lassen sich der Materialbedarf genauestens planen und die Unfallrisiken minimieren, weil manuelle Nachmessungen entfallen. Mit dem neuen, eigens entwickelten und auf Schichtdicke spezialisierten Ultraschallsensor CSMT-300 ist das exakte Arbeiten an Toleranzgrenzen besonders genau möglich. Das führt zu enormen Kosteneinsparungen und einer höheren Qualität der Fahrbahn.

Mobile Produktionsstätte für Windkraftanlagen

In der Kategorie Bauwerk/Bauverfahren/Bauprozesse gewann Max Bögl den Innovationspreis. Mit einer mobilen Produktionsstätte für Windkraftanlagen gelingt es dem Unternehmen, die deutsche Werksfertigung als Spiegelbild vollständig an jedem Ort dieser Welt umsetzen zu können. Damit vermeidet es aufwendige Transporte und fördert die lokale Wirtschaft. Die Vorteile der Mobilen Fertigung sind klar erkennbar: Lokale Rohstoffe und Arbeitskräfte machen die Hybridtürme zu local content und steigern die Wirtschaftlichkeit des Projekts. Weniger Schwertransporte schonen die Infrastruktur, das Klima und die Umwelt. Die hohen Qualitätsstandards der deutschen Werksfertigung bleiben dabei erhalten. Die Fertigung ermöglicht eine Produktionsleistung von bis zu 300 Türmen pro Jahr.

Mobile Fabrik für Windkraftanlagen fertigt vor Ort

Dezentrale Fertigung

Mobile Fabrik für Windkraftanlagen fertigt vor Ort

04.09.18 - Die weltweit erste mobile Fertigung für Hybridtürme von Windkraftanlagen beginnt die Produktion von 90 Betontürmen für einen Windpark vor Ort in Thailand. lesen

Die Digitalisierung der Baustelle

In der Kategorie Forschung/Wissenschaft machte die Technische Universität München das Rennen. Zusammen mit ihren Partnern entwickelten sie ein Fahrerleitsystem 4.0, das die Baumaschinenführer mit Holografien bei ihren Baustellentätigkeiten unterstützt. Virtuelle 3D Modelle und Daten aus verschiedenen Quellen überlagern reale Objekte und die Umgebung. Der Bediener erhält alle relevanten Informationen im Sichtfeld. Das ermöglicht mehr Übersicht und erleichtert das Umsetzungen von Veränderungen im Bauprozess. „Ein spannendes Jahr 2019 erwartet uns rund um das Thema Bauen 4.0 auf Bundesebene, das vom VDMA initiiert wurde. Bisher war es nicht möglich in dieser Breite mit dem VDMA, VDBUM und HDB die Digitalisierung der Baustelle gemeinsam anzugehen. Auch die Zusammenarbeit der großen Verbände zur Standardisierung der Baumaschinendaten in diesem Umfang ist ein Novum und sehr zu begrüßen. Da passt unsere Initiative den Fahrer mit Datenbrille in das Geschehen mit einzubeziehen und punktgenau mit seinen benötigten Daten zum Bauprozess und zur Maschine futuristisch über Holografie zu versorgen “, erklärt Herr Stephan Kessler, Akademischer Direktor am Lehrstuhl für Fördertechnik Materialfluss Logistik der Technischen Universität München.

Intuitive Bedienumgebung für Baumaschinen

Die Liebherr Hydraulik Bagger GmbH gewann den Preis in der Kategorie Design. Das Unternehmen geht mit seiner neuen Bedienumgebung für Baumaschinen auf die nächste Ebene einer digitalen Steuerungsumgebung indem es physische und digitale Einheiten kombiniert: Es integriert handelsübliche Tablets in die Steuerungsumgebung einer Baumaschine und setzt die Anforderungen von Maschinenführern um anhand eines intuitiven Graphics Unit Interface. Der Mensch wird die Maschine nicht mehr nur bedienen, sondern er wird mit ihr kommunizieren. Im neuen Bedienkonzept sind verschiedene Assistenzsysteme integriert und Sicherheitsfunktionen automatisiert. Erkennt die Maschine beispielsweise eine einsetzende Dämmerung, wird der Bediener automatisch auf den veränderten äußeren Zustand hingewiesen und erhält den Vorschlag zum Einschalten des Lichts.

138 Bewerbungen für den Bauma Innovationspreis

Der Bauma Innovationspreis wird alle drei Jahre auslobt. Diesmal gingen 138 Bewerbungen ein, davon 64% aus dem Inland und 36% aus dem Ausland. 53 Bewerbungen entfielen auf die Kategorie Maschine, 44 auf die Kategorie Komponente und digitale Systeme, 5 auf die Kategorie Bauwerk/Bauverfahren/Bauprozesse, 18 auf Forschung und Wissenschaft und 18 auf die Kategorie Design. Die Bewerber müssen sich in mehreren Auswahlrunden qualifizieren und bestimmte Kriterien erfüllen. Es geht unter anderem darum, wie hoch der Grad der Digitalisierung ist, wie fortschrittlich und nutzerfreundlich und natürlich wie wirtschaftlich die Innovation ist. Auch Optik und Ergonomie spielen eine Rolle. Bei der Kategorie Design hat die Verbindung von Form und Funktion eine entscheidende Bedeutung. Am Vorabend der bauma erhielten fünf Unternehmen und eine Universität den bauma Innovationspreis 2019 für die beste technische Innovation in jeweils einer Kategorie. Geehrt wurden Entwicklungen, die zukunftweisend sind, wirtschaftlich, umweltschonend, praxistauglich und den Menschen in seinem Arbeitsumfeld besonders berücksichtigen. (jup)

Alles, was Sie zur Bauma 2019 wissen müssen

Letztes Update: Bauma 2019

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15.04.19 - Die Bauma 2019 ist vorbei. Gegenüber der letzten Veranstaltung im Jahr 2016 stieg die Zahl der Besucher um etwa 40.000. Mehr als 250.000 Besucher kamen aus dem Ausland. Auffallend starke Zuwächse gab es aus Übersee. Hier legten vor allem China, Australien und Japan deutlich zu. Allein aus China kamen über 5.500 Besucher. lesen

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