Frequenzumrichter Frequenzumrichter mit technischen Raffinessen für die Fördertechnik

Autor / Redakteur: Dominik Riehle / Ute Drescher

Für anspruchsvolle Aufgabenstellungen in der Fördertechnik gibt es einen dezentralen Frequenzumrichter mit vielen neuen Funktionen – allen voran die Positionierfunktionalität. Aber auch in puncto Sicherheitstechnik, Energieeffizienz sowie bei der Kommunikation über Profinet hat sich einiges getan. In Verbindung mit der neuen Getriebemotorenfamilie vom gleichen Hersteller entsteht ein perfektes Team für die Fördertechnik.

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Auf der Hannover Messe 2012 hat Siemens eine Pilotanlage von TGW ausgestellt, die mit den dezentralen Frequenzumrichtern Sinamics G120D der zweiten Generation bestückt war.
Auf der Hannover Messe 2012 hat Siemens eine Pilotanlage von TGW ausgestellt, die mit den dezentralen Frequenzumrichtern Sinamics G120D der zweiten Generation bestückt war.
(Bild: Siemens)

Die Fördertechnik lebt von zuverlässigen Antriebslösungen, die besonders kompakte Abmessungen haben, komfortabel im Engineering und langlebig im Betrieb sind. Gleichzeitig bilden in einer anspruchsvollen Fördertechnik Getriebemotor und Antrieb eine aufeinander abgestimmte Einheit, die dann entsprechende Vorteile ausspielt. Was das im Detail bedeutet, präsentierte Siemens vor Kurzem der Öffentlichkeit. Einerseits hat der Konzern das komplett neue Getriebemotorenprogramm Simogear mit entsprechend flexiblen Abstufungen entwickelt, andererseits wurde kürzlich die zweite Generation des dezentralen Frequenzumrichters Sinamics G120D vorgestellt. Beide waren in einer Pilotanlage auf der Hannover Messe 2012 zu sehen.

Vor allem die Möglichkeiten des Frequenzumrichters bilden die Grundlage des Teams. So konnte sich die erste Generation der dezentralen Einachsumrichter bis 7,5 kW erfolgreich im Markt etablieren. Durch seine Alleinstellungsmerkmale – Sicherheitsfunktionen ohne Geberrückführungen sowie die Energierückspeisung – wurden bereits Akzente gesetzt.

Aber auch das Konzept der Modularität ist vorteilhaft; so gibt es ein Leistungsteil und eine Regelbaugruppe. Vor dem Hintergrund einer hohen Verfügbarkeit sind Servicearbeiten dadurch leichter und schneller zu erledigen. Mit der Schutzart IP65 können Geräte in nächster Nähe zum Motor angebracht werden. Die zweite Generation wurde mit neuen Funktionen ausgestattet, die den Einsatz in neuen, anspruchsvollen Applikationen ermöglicht.

Die wichtigste Funktion ist die integrierte Positionierfähigkeit. Die neuen Geräte können nun Signale von inkremental und absolut arbeitenden Wegmesssystemen verarbeiten. Ergebnis: Mit den neuen Geräten lassen sich Positionieraufgaben, wie sie bei Hubeinheiten und Drehtischen benötigt werden, autark im Antrieb realisieren, was eine höhere Dynamik der Positionierung ermöglicht und zusätzlich die Steuerung entlastet.

Sicherheitsfunktionen sind in den Frequenzumrichter integriert

Gleichzeitig besitzt der neue Frequenzumrichter integrierte Sicherheitsfunktionen, welche Mensch und Maschine schützen. Während bisher schon die Sicherheitsfunktionen SS1, STO und SLS vorhanden waren, sind nun SDI und SSM hinzugekommen. Zum Beispiel erweist sich die sichere Drehrichtung SDI beim Betrieb von Querverschiebewagen als wertvolle Ergänzung zum bisherigen Leistungsumfang. Für die sichere Geschwindigkeitsüberwachung SSM gibt es ebenso wichtige Anwendungsfälle, wie Förderbänder oder Elektrohängebahnen, die Werkstücke befördern, an denen während des Transports gearbeitet wird, wie in der Automobilindustrie üblich.

All diese Fälle lassen sich nun einfach im Antrieb realisieren. So können Sensoren und andere externe Komponenten innerhalb der Fördertechnik eingespart werden. Und selbst auf zusätzliche Geber kann verzichtet werden.

Erste Projekte in der Automobilindustrie werden mit dem neuen Frequenzumrichter bereits umgesetzt. Denn über die genannten Eigenschaften hinaus besitzen die Geräte noch weitere Vorteile, die auch diese Branche zu schätzen weiß. Durch die Möglichkeit der Energierückspeisung können beispielsweise Hubeinheiten beim Absenken Energie ins Netz zurückführen, was sich positiv auf die Energieeffizienz einer Fördertechnik auswirkt. Zudem muss der Anwender keine zusätzlichen externen Komponenten in hoher Schutzart projektieren bzw. installieren, die Kosten verursachen. Was in der Servotechnik bereits üblich ist, etabliert Siemens seit einiger Zeit auch in Standardanwendungen.

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