Simulation Zukunftstechnologien greifbar machen

Quelle: Dipl.-Ing. (FH) Monika Zwettler 2 min Lesedauer

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Auf der Hannover Messe präsentiert der Fischertechnik seine modulare Fabriksimulation: die Agile Production Simulation. Das Modell simuliert auf engstem Raum Prozesse einer agilen Fertigung und verdeutlicht so digitale und haptische Vorgänge in einer Zukunftsfabrik

Fit für die Zukunft: Die Fabriksimulation setzt auf innovative Technologien und aktuelle Methoden.(Bild:  Fischertechnik)
Fit für die Zukunft: Die Fabriksimulation setzt auf innovative Technologien und aktuelle Methoden.
(Bild: Fischertechnik)

Die Fabrik der Zukunft ist Gegenstand zahlreicher Forschungsprojekte in Wissenschaft und Industrie. Zukunftsgerichtete Unternehmen setzen auf Automatisierung, Modularität, Künstliche Intelligenz und Agilität, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Um diese Themen in Industrie und Forschung voranzutreiben, benötigen Studierende, Auszubildende sowie Mitarbeiter das entsprechende Know-how und die Awareness, mit komplexen Themenstellungen umzugehen.

Besseres Lernerlebnis mit dem digitalen Zwilling

Die Agile Production Simulation simuliert auf engstem Raum Prozesse einer agilen Fertigung und verdeutlicht so digitale und haptische Vorgänge in einer Zukunftsfabrik. (Bild:  Fischertechnik)
Die Agile Production Simulation simuliert auf engstem Raum Prozesse einer agilen Fertigung und verdeutlicht so digitale und haptische Vorgänge in einer Zukunftsfabrik.
(Bild: Fischertechnik)

Hier setzt das Lernkonzept „Agile Production Simulation“ von Fischertechnik an, das auf der Hannover Messe gezeigt wird. Es simuliert auf kleinstem Raum Prozesse wie die Qualitätssicherung mittels künstlicher Intelligenz, die Funktionsweise fahrerloser Transportsysteme und bildet automatisierte Prozesse nach: Vom Wareneingang über die modulare Produktion bis hin zur Qualitätssicherung. Die begleitende Didaktik übersetzt die hands-on simulierten Prozesse in Future Skills bei Lernenden und Lehrenden. Der digitale Zwilling des Modells intensiviert das Lernerlebnis maßgeblich.

So funktioniert die Fabriksimulation

Die Agile Production Simulation ist eine Fabrik aus flexibel kombinierbaren Modulen.

  • Der Materialfluss beginnt am Wareneingang für Rohware, führt über ein automatisiertes Hochregallager, verschiedene Produktionsstationen wie eine Fräs- oder Bohrstation über eine Qualitätssicherung mit KI zum Warenausgang. Ein fahrerloses Transportsystem (FTS) mit Omniwheels transportiert Werkstücke zwischen den einzelnen Stationen und sorgt für agile Produktionsprozesse, die flexibel an die Kundenwünsche angepasst werden können. Das FTS kann bei Bedarf ohne Akku-Tausch an der Ladestation geladen werden.
  • Im Sinne der digitalen Rückverfolgbarkeit enthält jedes Werkstück einen NFC-Tag, auf den Produktionsdaten geschrieben werden. Die Fabrik produziert Werkstücke in verschiedenen Farben mit verschiedenen Bearbeitungsmerkmalen. Die agile Produktion ermöglicht produktspezifische Fertigungsschritte innerhalb eines leanen Prozesses ohne Rüstzeiten.
  • Gesteuert wird die Agile Production Simulation von einer zentralen Steuerung (Raspberry Pi 4 Model B), die mit den Steuerungen der einzelnen Fabrikmodule, SPS Siemens S7 1200, vernetzt ist. Unterschiedliche Kommunikationsprotokolle wie das MQTT-Protokoll (Message Queuing Telemetry Transport) ermöglicht ein vernetztes Zusammenarbeiten aller Module.
  • Ein Cloud-basiertes Echtzeit-Monitoring bietet Dashboards für die Auftragssteuerung und für die Visualisierung des Fabrikzustands. Dort können auch Kennzahlen ermittelt werden wie Durchlaufzeiten oder die Overall Equipment Effectiveness (OEE). Ein Online-Shop simuliert die Bestellung von Werkstücken durch den Kunden. Die bewegliche Kamera kann über das Dashboard von überall gesteuert werden, um das Prinzip der Fernwartung zu simulieren.
  • Das Modul Qualitätskontrolle mit KI macht das komplexe Thema Machine Learning greifbar und verdeutlicht dessen Nutzen im Produktionsumfeld. Basierend auf dem Konzept des überwachten Lernens wird der Teil des maschinellen Lernens mit dem KI-Tool Tensorflow realisiert.

Immersive Lernumgebung macht fit für die Fabrik der Zukunft

Die zugehörige Digital-Learning-Plattform basiert auf einem Digital Twin der Agile Production Simulation und stellt den didaktischen Counterpart zur haptischen Modellfabrik dar. Die immersive Lernumgebung erklärt die Steuerung, Aktorik, Sensorik und Funktionalität der Agile Production Simulation.

Entwickelt wurde die Agile Production Simulation in Zusammenarbeit mit Experten des KIT Karlsruhe, mit dem Software-Unternehmen OMM Solutions GmbH und der Universität Stuttgart. Die Anlage wird bereits aufgebaut im praktischen Koffer angeliefert und soll eine Lösung für alle bieten, die sich fit machen wollen für die Fabrik der Zukunft.

Fischertechnik auf der Hannover Messe: Baden-Württemberg Pavillon, Halle 15, Stand A06

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