Dichtungen Fett- und kühlmittelbeständige Dichtungen für Kfz-Wasserpumpen

Redakteur: Jan Vollmuth

Dichtungen aus DuPont Viton GFLT-600S für Kfz-Wasserpumpen widerstehen aggressiven Kühlmitteln und Fetten, wo HNBR versagt.

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Die Grafik zeigt den geringen Verlust an Reißdehnung für Viton GF-600S und Viton GFLT-600S und den sehr hohen Verlust für einen bisphenolisch vernetzten FKM-Typ, jeweils nach Alterung im Kühlmedium.
Die Grafik zeigt den geringen Verlust an Reißdehnung für Viton GF-600S und Viton GFLT-600S und den sehr hohen Verlust für einen bisphenolisch vernetzten FKM-Typ, jeweils nach Alterung im Kühlmedium.
(Bild: Dupont)

DuPont Viton, ein Fluorkautschuk für Kfz-Anwendungen wie Schläuche, O-Ringe, Profil-, Flach- und Wellendichtungen, ist Gegenstand kontinuierlicher Evolution und Entwicklung. Jetzt präsentierte DuPont Performance Polymers (DPP) ein neues Anwendungsbeispiel mit Viton GFLT-600S. Dieser besonders schnell vernetzende, tieftemperaturbeständige Fluorkautschuk mit verbesserter Verarbeitbarkeit und Wasserbeständigkeit basiert auf der unternehmenseigenen Advanced Polymer Architecture (APA).

Das peroxidisch vernetzte Viton GFLT-600S ist ein charakteristisches Beispiel für die Vorteile der APA-Technologie. Diese zeigen sich sehr eindrucksvoll am Beispiel kürzlich in enger Zusammenarbeit von DPP, OEMs und Zulieferern entwickelter fett- und kühlmittelbeständiger Dichtungen für Kfz-Wasserpumpen.

Kfz-Wasserpumpen sind mit Doppellippendichtungen ausgestattet, von denen eine gegen das Monoethylenglykol-Kühlmittel und die andere gegen Hochleistungs-Polyharnstofffett dichtet, die beide aggressiv auf viele Kautschuke und Elastomere einwirken. Die traditionell für solche Wasserpumpen eingesetzten Dichtungen aus hydriertem Acrylnitrilbutadien-Kautschuk (HNBR) führten bei Einwirkung der heute von den Automobilherstellern geforderten erhöhten Temperaturen von 125 °C und mehr zu Leckagen.

Dieses Versagen wurde auf die unzureichende Temperaturbeständigkeit von HNBR zurückgeführt. Auch ein bisphenolisch vernetzter Standard-Fluorkautschuk zeigte in Feldtests keine zufriedenstellende Dichtwirkung, und ein peroxidisch vernetzter Standard-Fluorkautschuk mit hohem Fluorgehalt erfüllte nicht die Tieftemperaturanforderungen dieser Anwendung.

Nach umfangreichen Versagensanalysen und intensiven Bewertungen verschiedener Typen von Viton nach 2000 Stunden bei 125 °C im spezifizierten Kühlmittel sowie nach 2000 Stunden bei 150 °C in Hochleistungs-Polyharnstofffett bot nur der peroxidisch vernetzte Tieftemperatur-Fluorkautschuk Viton GFLT-600S die geforderte Chemikalien- und Temperaturbeständigkeit.

Erhöhte Tieftemperatur-, Medien- oder Laugenbeständigkeit

Viton GFLT-600S ist Teil der umfangreichen Familie der mit der APA-Technologie hergestellten Viton Fluorkautschuke, zu der peroxidisch vernetzte Standardtypen ebenso gehören wie Typen mit erhöhter Tieftemperatur-, Medien- oder Laugenbeständigkeit. Verglichen mit Standard-Fluorkautschuken verbindet es eine bessere Tieftemperatur-Dichtwirkung mit erhöhter Beständigkeit gegen in Kfz eingesetzte Flüssigkeiten, Säuren, Methanol, heißes Wasser und Dampf.

Die APA-Typen bieten darüber hinaus ein verbessertes Verarbeitungsverhalten. Sie lassen sich leichter spritzgießen, pressen, spritzpressen und extrudieren, vernetzen besonders schnell und erreichen einen hohen Vernetzungsgrad, fließen leicht und lassen sich leicht entformen, neigen nicht zu Ablagerungen im Werkzeug und sind weniger scherempfindlich. Diese Eigenschaften führen zu verkürzten Zykluszeiten, weniger Ausschuss und erhöhter Produktivität bei der Herstellung von Dichtungen, Schläuchen, O-Ringen, Flachdichtungen, extrudierten Rohren und Profilen. Auch das Umspritzen von Kunststoff-Inserts und -Trägern ist einfacher.

Anwenderseitig erfüllt Viton GFLT-600S alle aktuellen Leistungsanforderungen in Zusammenhang mit verlängerten Garantiezeiten, höheren Motortemperaturen und aggressiveren Schmiermitteln, die die Lebensdauer vieler herkömmlicher Kautschuke verkürzen. Der Fluorkautschuk von DuPont bietet eine effiziente Lösung für anspruchsvolle Anforderungen an Dichtungen für Kühlmittel- und Kraftstoffsysteme, wenn zusätzlich ein breiter Temperaturbereich von –40 °C bis +230 °C und eine dem Kfz angepasste Lebensdauer gefordert sind.

Mit sehr hoher Wärmebeständigkeit sowie niedriger Quellung, geringer Permeation und erhöhter Beständigkeit im Kontakt mit aggressiven Otto-, Diesel- und neuen Biokraftstoffen sowie Säurekondensaten aus dem Blow-by oder der Abgasrückführung hilft Viton GFLT-600S Kfz-Herstellern zudem, die Abgasgrenzwerte nach Euro 5 und der kommenden Euro 6 einzuhalten. (jv)

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