Windkraftanlage Erste schwimmende Windenergieanlage

Redakteur: Stefanie Michel

Ab Mitte Juli wird in Norwegen die erste schwimmende Windenergeanlage der Multimegawatt-Klasse Strom erzeugen. Dieses Konzept Hywind wurde für Wassertiefen von 120 bis 700 m vom norwegischen Unternehmen StatoilHydro entwickelt, Siemens leiferte dafür die Windenergieanlage.

Anbieter zum Thema

StatoilHydro und Siemens haben die Installation der weltweit ersten schwimmenden Windenergieanlage der Multimegawatt-Klasse erfolgreich abgeschlossen. Die Windturbine wurde etwa zwölf Kilometer südöstlich der Insel Karmøy in Norwegen in einer Wassertiefe von 220 Metern verankert. Siemens hat für dieses zukunftsweisende Projekt die Windenergieanlage mit einer Leistung von 2,3 Megawatt (MW) und mit einem Rotordurchmesser von 82 Metern geliefert. Während der kommenden zwei Jahre werden im Testbetrieb Informationen für eine umfassende Analyse des Konzeptes gesammelt.

Neue Möglichkeiten für Offshore-Nutzung der Windkraft

Hywind kann in Wassertiefen zwischen 120 und 700 Metern errichtet werden und eröffnet damit neue technologische Chancen für die Offshore-Windenergie. Derzeitige Offshore-Anlagen sind fest auf dem Meeresgrund installiert. Allerdings steigen die Kosten fester Fundamente in großen Tiefen von mehr als 30 bis 50 Metern erheblich. Dadurch ist die Nutzung der Offshore-Windenergie, insbesondere in Ländern mit wenigen oder keinen Flachwasser-Zonen in Küstennähe bisher limitiert. „Hywind eröffnet neue Möglichkeiten für die Erschließung der Windenergie auf dem Meer, da schwimmende Anlagen unabhängiger von den geographischen Gegebenheiten platziert werden könnten“, sagte Henrik Stiesdal, technologischer Leiter der Wind Power Business Unit bei Siemens.

Bildergalerie

Die von Siemens gelieferte Windenergieanlage des Typs SWT-2.3-82 hat eine Nabenhöhe von 65 Metern. StatoilHydro hat das Konzept für das schwimmende Offshore-Fundament entwickelt, welches aus einem mit Ballast befüllten Stahl-Schwimmer besteht. Das schwimmende Element reicht bis 100 Meter unter die Wasseroberfläche und ist mit drei Ankerdrahtseilen am Meeresboden befestigt. Gemeinsam haben die Unternehmen ein spezielles Kontrollsystem für die Hywind-Turbine entwickelt, das den besonderen Anforderungen einer schwimmenden Struktur gerecht wird. Das fortschrittliche Kontrollsystem befähigt die Anlage wellen-induzierte Bewegungen des schwimmenden Fundaments auszugleichen.

“Vor 18 Jahren haben wir den weltweit ersten Offshore-Windpark errichtet. Genau wie damals stellt uns heute das Hywind-Projekt vor ganz eigene Herausforderungen“, so Stiesdal. „Wir haben ein technologisch sehr anspruchsvolles System entwickelt, dem wir zutrauen, dass es die speziellen Herausforderungen an den Betrieb einer schwimmenden Windenergieanlage meistern kann.“

(ID:306196)