Verbindungstechnik

Entwicklungsschub für die Fügeverfahren Schweißen, Kleben und Schrauben

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Kompletten Schraubfall treffend vorhersagen

Im Bereich Schrauben war für das Unternehmen Ejot die Entwicklung der Delta PT Schraube in Kombination mit dem Vorhersageprogramm Delta Calc von Ejot als komplette Schraub- und Beratungslösung für den Anwender die innovativste Entwicklung im Bereich Schrauben in den letzten 20 Jahren. „Neben der damit verbundenen Weiterentwicklung der Kunststoff-Direktverschraubung mit höherer dynamischer Sicherheit für den Konstrukteur wurde es damit möglich, bereits im Vorfeld einer Bauteil-Entwicklung den kompletten „Schraubfall“ treffend vorherzusagen und eine schnelle Auslegung sowohl der Schrauben als auch des Einschraubtubus durchführen zu können“, erinnert sich PD Dr.-Ing. habil. Ralph Hellmig, Leiter Forschung & Entwicklung Schraube bei Ejot. In den letzten Jahren haben sich sämtliche Verbindungstechnologien rasant weiterentwickelt. „So werden im Bereich nicht-lösbarer Verbindungen vermehrt Kleb- und Schweißverfahren eingesetzt, deren Anwendungsspektrum sich auch durch neue Werkstoffe und Werkstoffkombinationen kontinuierlich erweitert“, weiß Hellmig. Das Schrauben spiele aber weiterhin eine sehr große Rolle und sei insbesondere im Falle notwendiger Reparaturen nicht wegzudenken, da Schraubverbindungen problemlos lösbar sind.

Hybridverfahren zwischen Kleben und Schrauben werden sich in Zukunft langfristig am Markt halten

Kleben ist die Zukunftstechnologie, das wird zumindest behauptet. Dennoch ist es so, dass man in bestimmten Anwendungen durch die Verbesserung der Klebtechnologie auch ohne eine Schraubverbindung auskommen könnte. „Heutzutage kommt es aber sehr häufig vor, dass Schrauben zur zusätzlichen Fixierung von Klebverbindungen verwendet werden“, sagt Hellmig. Diese so genannten Hybridverfahren werden laut Hellmig langfristig am Markt vertreten sein, gerade auch durch die damit verbundene zusätzliche Sicherheit. „Bei Anwendungen mit lösbaren Verbindungen sehen wir langfristig keine Verdrängung der Schraubtechnik durch Klebverbindungen“, meint Hellmig.

Montageprozess verlangt in Zukunft fehlerfreie Schrauben

Wie sieht sie nun aus, die Schraube der Zukunft? Im Bereich der industriellen Montage werden die Anforderungen hinsichtlich Präzision, Qualität und Reinheit steigen. Die Industrie fordert daher immer kürzere Taktzeiten, diese bedingen im Montageprozess insbesondere fehlerfreie Schrauben, verbunden mit einer geeigneten Schraubtechnik durch angepasste Schraubprogramme. „Vielfältige Anwendungen für Schrauben wird es aus unserer Sicht immer geben“, sagt Hellmig abschließend.

Sicherheitsbestimmungen führen zur Entwicklung von Schwenkhebeln

Einen ganz anderen Entwicklungsschub in den vergangenen Jahren hatten Sicherheitsbestimmungen auf die Verschlusstechnik. So haben sich in den 80er Jahren die Anforderungen an Fluchtwege geändert und zur Entwicklung von Schwenkhebeln geführt. Das Unternehmen Dirak ist auf diese Anforderungen mit seinen Verschlusslösungen eingegangen. Anders als bei den bis dahin gebräuchlichen Griffen liegen die Schwenkhebel flach an und stehen damit nicht in den Fluchtweg hinein. Ein „daran hängen bleiben“ gibt es nicht und somit sind sie heute weltweiter Standard. Auch in Outdoor Anwendungen sind die Sicherheitsbedürfnisse gestiegen. Hier hat das Unternehmen gesicherte Verschlüsse entwickelt, die dem Gelegenheitstäter keine Chance zum Aufbruch bieten. Eine andere Entwicklung, die der elektromechanischen Verschlüsse E-LINE, sichern Rechenzentren und Server ab und sorgen damit zur Sicherung sowohl der Unternehmensdaten als auch persönlicher Daten der Mitarbeiter. „Ich könnte mir vorstellen, dass auch in den nächsten zwanzig Jahren der Schwenkhebel noch gebräuchlich ist. Für Outdoor Anwendungen werden die Anwender sicherlich in der Zukunft Verschlusssysteme akzeptieren die nicht mehr sichtbar sind und damit dem Angreifer kaum mehr Angriffspunkte bieten“, sagt Geschäftsführer Dieter Ramsauer.

Teil 3: Wie sieht der Klebstoff der Zukunft aus?

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