Paris Air Show 2013 Elektroantriebe lernen fliegen

Redakteur: Ute Drescher

Siemens, EADS und Diamond Aircraft zeigen auf der Pariser Airshow Le Bourget die nächste Generation des gemeinsam entwickelten Motorseglers DA 36 E-Star mit seriell-hybridem Elektroantrieb. Dieses Antriebskonzept ermöglicht einen leisen elektrischen Start sowie eine erhebliche Reduktion des Kraftstoffverbrauchs und der Emissionen von bis zu 25 %.

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(Bild: Siemens)

Nach der erfolgreichen Ersterprobung im Jahr 2011 hat die gemeinsame Entwicklungsarbeit der beteiligten Unternehmen einen weiteren Meilenstein erreicht. Die auf der Paris Air Show 2012 in Le Bourget ausgestellte Maschine hat am 1. Juni am Werksflugplatz Wiener Neustadt erfolgreich einen einstundigen Jungfernflug absolviert. Dank des innovativen integrierten Antriebsstrangs von Siemens konnte das Leergewicht des Motorseglers gegenüber dem Vorganger aus dem Jahr 2011 um rund 100 kg gesenkt werden. Damit verfügt das Flugzeug über eine realistisch hohe Zuladung und Reichweite, wie man sie von einem Nutzflugzeug erwartet.

„Mit dieser zweiten Generation wurde erstmals der Nachweis erbracht, dass die Anwendung für eine kommerzielle Nutzung geeignet ist“, sagte Frank Anton, Leiter Business Segment Traction Drives und Initiator der Electric-Aircraft Entwicklung bei Siemens. „Die Technologie ist skalierbar und sie wird schon bald bei kleinen Luftfahrzeugen sowie zukünftig auch bei Verkehrsflugzeugen mit 50 bis 100 Passagieren Einzug halten und die Luftfahrt grüner machen.“

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Elektrisches Hybridsystem treibt Motorsegler an

Angetrieben wird der Propeller des Motorseglers elektrisch mit einem Hybridsystem bestehend aus einem integrierten Antriebssystem von Siemens und einem Generator, der von einem kleinen Austro-Engine-Wankelmotor gespeist wird. Der Antrieb der DA 36 E-Star 2 liefert beim Start eine Leistung von 80 kW und eine Dauerleistung von 65 kW. Die elektrische Maschine hat ein Gewicht von nur 13 kg.

Ihre spezifische Dauerleistung ist mit 5 kW/kg mehr als doppelt so hoch wie beim ersten Prototypen und rund fünfmal höher als bei einem typischen industriellen Elektromotor. Die Leistungselektronik und das Getriebe sind in der elektrischen Maschine integriert und im genannten Gewicht enthalten. Bei Start und Steigflug kommt die notwendige zusätzliche Energie aus einer Batterie, die im Reiseflug wieder geladen wird. Die Batterie wird von EADS Innovation Works (IW) gestellt, der Entwicklungs- und Technologieeinheit von EADS.

Senkrechter Start und hohe Reisegeschwindigkeit

„Mit der neuen Version der DA36 E-Star, glaube ich, haben Siemens, EADS und Diamond Aircraft einen großen Schritt voran getan“, sagte Christian Dries, der Eigentümer von Diamond Aircraft. „Aber dies ist erst der erste Schritt in Richtung zur Entwicklung völlig neuer Fluggeräte, welche die Fähigkeit zum senkrechten Start und gleichzeitig eine hohe Reisegeschwindigkeit haben können.“

Siemens, EADS und Diamond Aircraft haben am Rande der Pariser Luftfahrtmesse zudem eine Absichtserklärung zur vertieften Zusammenarbeit für die Entwicklung von elektrisch angetriebenen Flugzeugen vereinbart. (ud)

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