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Maschinenbau Eine Branche im Wandel

| Autor: Jan Vollmuth

Digitale Transformation verändert den Maschinenbau langfristig. Kein anderer Wirtschaftszweig hat sich bereits heute so stark auf den Wandel eingestellt, zeigt eine Studie.

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(Bild: ©bluebay2014 - stock.adobe.com)

Panta rhei – alles fließt. Diese Kurzformel wird dem griechischen Philosoph Heraklit von Ephesos zugeschrieben, der zwischen ca. 520 und 460 v. Chr. gelebt hat. Sie bringt ein wiederkehrendes Thema des Philosophen auf den Punkt: den natürlichen Prozess des beständigen Werdens und Wandels.

Zunehmender Grad an Digitalisierung

Vom Wandel im besonderen Maße betroffen sind derzeit der Maschinen- und Anlagenbau sowie die Automatisierungsbranche. Hintergrund ist der zunehmende Grad an Digitalisierung, nicht zuletzt befeuert durch die im Jahr 2011 lancierte Hightech-Strategie Industrie 4.0 der Bundesregierung und der damit verbundenen Idee der Smart Factory: In der sogenannten intelligenten Fabrik von morgen sind alle Systeme und Prozesse miteinander vernetzt, um die Flexibilität und Wirtschaftlichkeit der Produktion zu erhöhen – was wiederum entsprechende Automatisierungstechnologien erfordert.

Die Industrie ist sich dieser Herausforderung bewusst, wie etwa die aktuelle Trendstudie „Digitalisierung – Deutschland endlich auf dem Sprung?“ von Tata Consultancy Services (TCS) und Bitkom Research zeigt. Für die Studie, die auf den Internetseiten von Bitkom Research kostenlos abgerufen werden kann, wurden Führungskräfte befragt, die in ihrem Unternehmen für das Thema Digitalisierung verantwortlich sind. Basis der Umfrage waren nach Angaben der Marktforscher insgesamt 905 deutsche Unternehmen mit mindestens 100 Mitarbeitern.

Fortschrittlicher Maschinenbau

Demnach haben bereits 88 % der Maschinen- und Anlagenbauer die Digitalisierung strategisch verankert und liegen damit deutlich über dem gesamtwirtschaftlichen Durchschnitt (74 %), heißt es in der Studie. Zudem würden 12 % der Unternehmen über einen Chief Digital Officer verfügen, der Digitalisierungsprojekte initiiert – doppelt so viele wie in anderen Branchen. Allerdings kommen diese Maßnahmen laut Studie nicht von ungefähr: Den Anstoß zu digitalen Innovationen geben bei jedem vierten Unternehmen die Kunden (24 %).

Sehr fortschrittlich sei die Branche beim Einsatz digitaler Technologien. So würden 84 % der Unternehmen Cloud-Computing nutzen, 44 % Big Data aus unterschiedlichen Quellen analysieren. Ein Viertel der Unternehmen wiederum nutze 3D-Druck-Verfahren oder künstliche Intelligenz.

Auch die Arbeitswelt wandelt sich

Ebenfalls im Wandel: die Arbeitswelt im Maschinen- und Anlagenbau. So gab laut Studie über die Hälfte der Unternehmen (57 %) an, dass die Digitalisierung großen Einfluss auf Mitarbeiter und Arbeitsplätze habe. Dabei mangele es jedoch an Fachpersonal, so 32 % der Befragten. Zudem gibt die Studie einen Hinweis, wie sich die Arbeitsschwerpunkte in der Entwicklung verschieben: Mehr als andere Wirtschaftszweige suchen Maschinenbauer derzeit Software-Entwickler (33 %) und Virtual-Reality-Designer (17 %).

Auch die SPS IPC Drives reagiert in diesem Jahr auf die Veränderungen durch die digitale Transformation: Da Automatisierung und IT immer stärker zusammenwachsen, widmen die Veranstalter ab diesem Jahr Halle 6 ganz dem Thema Software und IT in der Fertigung. Anbieter aus der IT-Welt wie Microsoft oder SAP werden mit Ausstellungsthemen wie industrielle Web Services, virtuelle Produktentwicklung/-gestaltung, digitale Geschäftsplattformen, IT/OT-Technologien, Fog-/Edge- und Cloud-Computing aufwarten, erklärt der Messeveranstalter.

Digitalisierung ist keine IT-Domäne

Diese Themen stehen jedoch auch bei gestandenen Automatisierern wie ABB (Halle 4, Stand 420), B&R (Halle 7, Stand 114) oder Bosch Rexroth (Halle 7, Stand 450) und vielen anderen auf dem Messeprogramm. Siemens etwa will in Halle 11 zeigen, „wie Maschinen- und Anlagenbauer mit der Digitalisierung ihre Wettbewerbsfähigkeit steigern.“

Bei allem Fortschritt, der auf der SPS IPC Drives 2017 zu sehen sein wird: Der Wandel durch die digitale Transformation hat erst begonnen.

Tipp: Anwendertreff Maschinenkonstruktion Verfügbarkeit und Produktivität, Flexibilität, Adaptivität – diese Ziele erreichen Konstrukteure und Entwickler bis heute mithilfe klassischer Technologien und Methoden. Doch angesichts zunehmender Digitalisierung und Vernetzung von Maschinen und Anlagen stellt sich die Frage: Wo bieten sich neue Maschinenkonzepte an, wo spielen bewährte Technologien ihre Stärken auch in Zukunft aus? Der Anwendertreff Maschinenkonstruktion will diese Fragen klären und konkrete Lösungsansätze aufzeigen.
Anmeldung: Anwendertreff Maschinenkonstruktion

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Über den Autor

 Jan Vollmuth

Jan Vollmuth

Redakteur, konstruktionspraxis – Alles, was der Konstrukteur braucht