Mechatronik

Ein detailliertes Anforderungsmanagement schafft Klarheit bei der Entwicklung mechatronischer Produkte

Seite: 4/4

Anbieter zum Thema

Lösungen für das Anforderungsmanagement sollten sich auf PDM-Systeme stützen

Für die Verwaltung derartiger Abhängigkeiten sind daher Lösungen erforderlich, die sich auf PDM- oder vergleichbare Systeme abstützen. PDM-Systeme sind u.a. für das Management von Abhängigkeiten konzipiert und bieten darüber hinaus Möglichkeiten zum Lifecyle-Management von Anforderungen. Letzteres gewinnt ebenfalls stark an Bedeutung, da unterschiedliche Produktversionen ihren Ursprung in unterschiedlicher bzw. veränderten Anforderung haben. Auch dies ist eine Aufgabe, die durch herkömmliche Werkzeuge zum Anforderungsmanagement nur unzureichend abgedeckt wird.

Wichtig: Die Anforderungen zwischen den Entwicklungsbereichen koordinieren

Auch wenn hier kurz die Wichtigkeit geeigneter Managementwerkzeuge herausgestellt wurde, darf nicht vergessen werden, dass zunächst die organisatorischen und vor allem auch die personellen Voraussetzungen geschaffen werden müssen. Eine der wichtigsten Funktionen ist dabei die Koordination aller Anforderungen zwischen den Entwicklungsbereichen.

Ob man diese Funktion dann als „Requirements Manager“ oder anders bezeichnet ist dabei nebensächlich, sofern nicht nur die Markt- und Kundenanforderungen, sondern auch alle anderen betroffenen Bereiche wie Einkauf, Entwicklung und Fertigung berücksichtigt werden und das nötige fachliche Verständnis für deren Bedürfnisse und Randbedingen vorhanden ist.

Die Anforderungen können im Laufe der Entwicklung variieren

Zusätzlich muss berücksichtigt werden, dass Anforderungen nicht nur am Anfang einer Entwicklung stehen. Anforderungen entstehen oder variieren auch im nachfolgenden Entwicklungsprozess: jede erarbeitete Lösung „produziert“ ihrerseits wieder neuen Anforderungen.

So kann beispielsweise die Höhenverstellung einer Hebevorrichtung hydraulisch oder elektromechanisch erfolgen. Je nach Auswahl ergeben sich daraus unterschiedliche Anforderungen an die Energieversorgung. Und nicht nur das: diese neuen Anforderungen können ggf. im Widerspruch stehen zu Anforderungen, die in früheren Phasen der Entwicklung definiert wurden. Die Absicherung konsistenter Anforderungen wird daher zu einer den gesamten Entwicklungsprozess begleitenden Aufgabe.

Anforderungsmanagement alleine wird natürlich nicht ausreichen, um die vielfältigen Herausforderungen der Mechatronikentwicklung meistern zu können. Dennoch: Anforderungsmanagement ist der Ausgangspunkt für die Produktentwicklung und bildet die Basis für die Optimierung nachfolgender Schritte. Eine Synchronisierung der Anforderungen über alle Entwicklungsbereiche hinweg kann daher der geeignete Ansatz sein, um eine tiefergehende Integration der Entwicklungsbereiche zu initiieren oder zu fördern.

*Dr. Heinz Rybak, MDTVISION, München

(ID:272685)