Linearantrieb Ein Alptraum für Getränkehersteller: Leergut-Management für bunt gemischte Getränkekästen

Redakteur: Ute Drescher

Flaschen in gemischten Getränkekästen erkennen, Falschflaschen entnehmen und mit sortenreinen Flaschen auffüllen: so geht Leergut-Management – keine leichte Aufgabe.

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Zwischenspeicher: Die Austauschflaschen werden vorgehalten, um aussortierte Flaschen mit optimierten Verfahrwegen im Durchlauf zu ersetzen.
Zwischenspeicher: Die Austauschflaschen werden vorgehalten, um aussortierte Flaschen mit optimierten Verfahrwegen im Durchlauf zu ersetzen.
(Bild: Parker Hannifin)

Die modular aufgebauten Anlagen zur Kasten- und Flaschenerkennung des Systemlösers Vision-Tec aus Fuldabrück kombinieren hochflexible Multi-Kamera-Systeme mit leistungsfähigen Sortiersystemen. Mithilfe senkrechter und diagonaler Bildaufnahmen lassen sich die Kästen anhand des Herstellerlogos erkennen. Durch den Einsatz von UV-Licht können auch Flaschenkonturen, Etiketten einschließlich Lumineszenzmarken sowie die Flaschenfarben zuverlässig detektiert werden. Die Flaschenhöhen und die -verschlüsse werden mit hochempfindlichen Ultraschallsystemen kontrolliert.

Vision-tecs skalier- und erweiterbare Sortierroboter stellen im umfangreichen Sortiment des Maschinenbauers die leistungsfähigste Anlagenkonfiguration dar. Die mit jeweils zwei Packtulpen ausgestatteten Sortieranlagen entnehmen aus den zugeführten Kästen „falsche“ Flaschen und ersetzen diese automatisch durch „richtige“. Dank der Zwischenspeicher für die Vorhaltung von Austauschflaschen können die Verfahrwege maßgeblich reduziert werden. Je nach Ausbaustufe lassen sich so bis zu 1.200 Kästen pro Stunde sortieren.

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Neben den aufwändigen optischen Systemen und der entsprechenden Steuerungstechnik setzt Vision-Tec bei der mechanischen Längsbewegung der Sortiermodule samt Ansteuerung auf Linearachsen des Typs HPLA von Parker Hannifin, dem weltweit führenden Hersteller in der Antriebs- und Steuerungstechnologie. Die 80-mm-Zahnriemenachsen sind mit Verfahrwegen von bis zu 1.750 mm ideal für die hochdynamischen Bewegungen in Kastenlaufrichtung geeignet – mit optimal angepasster Beschleunigung und Verfahrgeschwindigkeit.

Alle Querbewegungen in den Sortierstationen mit jeweils zwei Packtulpen werden von Parkers kompakten LCB-Zahnriemenachsen in einer 40-mm-Version durchgeführt. Dank der Kombination mit der intelligenten Servoregler-Baureihe Compax 3 mit Ether-CAT-Kommunikationsschnittstelle erfüllt Parker die hohen Anforderungen des spezialisierten Anlagenbauers: So sind die bewährten Achs-Regler-Kombinationen hinsichtlich der Verfahrgeschwindigkeit und -beschleunigung optimal an die kunden- und anwendungsspezifischen Vorgaben angepasst.

Auch Scherben können den Achsen nichts anhaben

Mitentscheidend für die Wahl der Parker Antriebskombinationen waren für Vision-Tec die IP65-Ausführung von den Motoren und Getrieben. Zudem verfügen die HPLA-Achsen über Kunststoff-Laufrollen, die LCB-Zahnriemenantriebe über Gleitführungen. Die Achskomponenten aus eloxiertem Aluminium und Kunststoff sind sowohl enorm korrosionsbeständig als auch besonders unempfindlich gegenüber äußeren, umgebungstypischen Einflüssen wie Feuchtigkeit und Verschmutzungen – selbst eine Hochdruckreinigung ist problemlos möglich. Bei Glasbruch in der Anlage können auch Scherben die Achsen nicht beschädigen.

Besonders vorteilhaft erweisen sich die Kunststoff-Laufrollen der HPLA-Achsen: Aufgrund einer parallel angeordneten Doppelkonfiguration lassen sich Ausricht-Ungenauigkeiten einfach kompensieren. Weil außerdem ein Überfräsen der Montageflächen auf dem Maschinenbett nicht nötig ist, kann auch der Montageaufwand erheblich erleichtert werden.

„Parkers Komplettantriebspakete mit robusten, langlebigen Linearachsen und flexibler Servo-Antriebstechnik tragen entscheidend zur hohen Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit unserer Anlagen bei. Aber auch die Unterstützung bei der Auslegung und Konfiguration der Antriebspakete, die schnelle Verfügbarkeit und die hohe Servicebereitschaft von Parker haben uns letztendlich überzeugt“, resümiert Knut Oppermann, technischer Leiter bei Vision-Tec. (ud)

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