Elektromobilität E-Taxis könnten 50.000 Tonnen CO2 einsparen

Redakteur: Katharina Juschkat

Ein Gemeinschaftsprojekt entwickelt induktive Ladestationen für E-Taxis – so könnten viele Tonnen CO2 eingespart werden.

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In Mühlheim fährt bereits in einer Prototypanlage ein Taxi mit induktiver Ladetechnik.
In Mühlheim fährt bereits in einer Prototypanlage ein Taxi mit induktiver Ladetechnik.
(Bild: UDE)

Kabelloses Laden könnte für Taxis eine große Chance bieten. Denn durch das Vorrückprinzip, während Taxis auf den nächsten Gast waren, sind kabelgebundene Ladesäulen für Taxis bisher sehr unpraktisch. Deshalb testet der Lehrstuhl für Internationales Automobilmanagement der Universität Duisburg-Essen (UDE) induktives Laden für Taxis. Eine größere Pilotanlage soll Ende 2021 folgen. Gefördert wird das Gemeinschaftsprojekt Taxi-Lade-Konzept für den öffentlichen Raum („Talako“) mit zwei Millionen Euro vom Bundeswirtschaftsministerium.

Das erste barrierefreie Taxi mit induktiver Ladetechnik ist seit kurzem auf den Straßen Mühlheims unterwegs, hier hat ein Taxiunternehmen eine Pilotanlage auf seinem Hof in Betrieb genommen. „Damit haben wir die Mobilität sowohl ökologisch als auch sozial nachhaltiger gestaltet“, sagt Prof. Heike Proff. Noch liegt die Dieselquote der Taxiflotten in Deutschland bei 85 Prozent.

Wie die induktive Ladetechnik funktioniert

Doch wie funktioniert die drahtlose Energieübertragung? Ein induktiver Ladestreifen wird unterirdisch in die Taxi-Warteschlange integriert. Das Gegenstück wird in den Unterboden des E-Fahrzeuges befestigt. Wenn die beiden Systeme sich erkennen, kann das Laden beginnen. Das Assistenzsystem des Wagens, das mit einer Außenkamera verbunden ist, zeigt, ob man optimal geparkt hat. Die Ladeleistung beträgt 20 kW – etwa genau so viel, wie das E-Auto auch bei einer herkömmlichen Kabelladung erhält. Letzteres ist weiterhin möglich. Pro Minute wird genug Strom für etwa einen Kilometer getankt.

Die Wartezeit von Taxis am Bahnhof liegt laut dem Forschungsteam im Mittel bei etwa 45 Minuten, in einer Schicht kommen durchschnittlich 150 km zusammen. Zum Vergleich: 120 bis 150 km weit kann das eingesetzte E-Taxi des britischen Fahrzeugherstellers LEVC vollgeladen fahren. Wie viel genau kommt auf die Nutzungsweise und die Passagierzahl an. Sollte der Weg doch länger werden, dann setzt sich der Range-Extender in Kraft. Ein Kraftstoff-betriebenen Generator, der bei Bedarf die Reichweite um 500 km verlängert.

Anfang 2022 wollen die UDE-Forschenden das Projekt abschließen und ihre Ergebnisse vorstellen. Die Stadt Köln will je vier der 70.000 Euro-teuren Fahrzeuge mit 12.000 Euro fördern und bis Ende des Jahres eine Anlage mit sechs Ladeplätzen mit Strom vom lokalen Anbieter einrichten. „Wenn fünf Prozent der 1.200 Taxen in Köln elektrifiziert werden, können jährlich 50.000 Tonnen CO2 eingespart werden“, erklärt Jaspers.

Mit dabei im Projektkonsortium sind neben der UDE und LEVC auch die Universität Wuppertal, die Stadt Köln, Intis GmbH, Rhein Energie AG, und Taxi Ruf (Köln).

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