Filter Dieselkraftstoff sauber filtern

Redakteur: Dipl.-Ing. Dorothee Quitter

Common Rail Systeme bei Dieselmotoren können mit immer höheren Einspritzdrücken den Kraftstoff variabel dosieren. Das hat Auswirkungen auf die Filtration.

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Das HDEP-Modul übernimmt sämtliche Filtrationsfunktionen des Dieselkraftstoffes. (Bild: Parker Hannifin)
Das HDEP-Modul übernimmt sämtliche Filtrationsfunktionen des Dieselkraftstoffes. (Bild: Parker Hannifin)

Bis vor kurzem wurde dem Kraftstofffilter im Nutzfahrzeug noch nicht viel Beachtung geschenkt. Der Filter hatte die Aufgabe, die Einspritzventile und die Zylinderlaufbuchsen des Motors vor Schäden durch feste, gröbere Partikel zu schützen. Die Verwendung eines zusätzlichen Vorfilters oder eines Wasserabscheiders wurde höchstens bei sehr staubigen oder feuchten Einsatzgebieten empfohlen. Spätestens seit des Erfolges der Common Rail Einspritzsysteme bei Dieselmotoren ist es damit vorbei, denn diese Systeme erlauben nicht nur die Optimierung des Verbrauchs und der Abgaswerte sondern sind auch wesentlich sensibler gegenüber Verschmutzungen und Wasser im Kraftstoff. Schon kleinste Mengen an Wasser und Schmutz können das Einspritzsystem beschädigen, da die Systeme mit deutlich höheren Einspritzdrücken von über 2000bar und geringeren Spaltmaßen und Toleranzen arbeiten. Deswegen wird bei Nutzfahrzeug-Dieselmotoren der neusten Generation (Euro 5 und 6) fast immer mehrstufig gefiltert.

Mehrstufige Filterung durch Common Rail Systeme nötig

Am häufigsten wird heute bei Nutzfahrzeugen, wie LKWs und Bussen aber auch Bau- und Landmaschinen zweistufig gefiltert. Neben dem am Motor installierten Feinfilter, der Partikel bis zu 3 Mikrometer, also einem Zwanzigstel der Dicke eines menschlichen Haars, zurückhält, wird ein zusätzlicher Wasserabscheider verwendet. Dieser zusätzliche Wasserabscheider sitzt in der Zulaufleitung vom Tank zum Motor und verwendet ein wasserabweisendes Filtermedium, welches Wassertröpfchen zurückhält. Dabei wird der Diesel soweit vorgefiltert, dass der Feinfilter seine gewünschte Standzeit erreicht. Das aus dem Diesel entfernte Wasser setzt sich in dem Auffangbereich des Wasserabscheiders ab und muss regelmäßig abgelassen werden. Die von Parker Racor entwickelte Wasserabscheider-Serie 400R bietet neben der optimalen Abstimmung auf die Wasserabscheidung und Vorfiltration auch viele modular hinzufügbare Zusatzfunktionen. So kann durch die Auswahl verschiedener Filterlängen die Standzeit auf das vorgegebene Serviceintervall angepasst werden. Der Wasserstand kann entweder visuell durch die transparente Wasserauffangschale oder elektronisch über einen Wasserstandssensor überprüft werden. Eine integrierte elektrische Heizung hilft bei kalten Temperaturen, die schlechteren Fließeigenschaften der Kraftstoffe auszugleichen. Nach einem Filterwechsel kann der Filter und die Leitungen mit der integrierten Handpumpe wieder befüllt werden. Eine nachträgliche Installation ist bei fast allen Fahrzeugen möglich.

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