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Technik kurz erklärt Die Entwicklung des Schallplattenspielers

Redakteur: M.A. Bernhard Richter

In unserer Serie „Technik kurz erklärt“ stellen wir jede Woche ein Meisterwerk der Konstruktion vor. Heute: Der Schallplattenspieler.

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Der ursprüngliche Phonograph wurde 1877 von Thomas Edison erfunden. Alexander Graham Bells Volta Laboratory nahm in den 1880er Jahren mehrere Verbesserungen vor und führte das sogenannte Graphophon ein.
Der ursprüngliche Phonograph wurde 1877 von Thomas Edison erfunden. Alexander Graham Bells Volta Laboratory nahm in den 1880er Jahren mehrere Verbesserungen vor und führte das sogenannte Graphophon ein.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Ein Phonograph, auch Grammophon genannt und wiederum später als Schallplattenspieler ist ein Gerät zur mechanischen Aufnahme und Wiedergabe von Ton. Die Wellenformen der Schallschwingungen werden als entsprechende physikalische Abweichungen einer spiralförmigen Rille aufgezeichnet, die in die Oberfläche eines rotierenden Zylinders oder einer rotierenden Scheibe eingraviert, geätzt, eingeschnitten oder eingeprägt ist, die als „Schallplatte“ bezeichnet wird.

So kommt der Ton ans Ohr

Um den aufgezeichneten Ton wiederzugeben, wird die Oberfläche gedreht, während ein Wiedergabestift die vorher gezogenen Rille nachzeichnet und dadurch in Schwingungen versetzt wird, wodurch der aufgenommene Ton nur sehr schwach wiedergegeben wird. Bei den frühen akustischen Phonographen brachte der Stift eine Membran zum Schwingen, die Schallwellen erzeugte, die über ein sich aufweitendes Horn ins Freie oder über stethoskopartige Ohrhörer direkt an die Ohren des Hörers gekoppelt wurden.

Der ursprüngliche Phonograph wurde 1877 von Thomas Edison erfunden. Alexander Graham Bells Volta Laboratory nahm in den 1880er Jahren mehrere Verbesserungen vor und führte das sogenannte Graphophon ein, welches wachsbeschichtete Pappzylindern und einen Schneidgriffel nutze, der sich in einer Zickzackrille um die Schallzylinder herum von einer Seite zur anderen bewegte.

In den 1890er Jahren leitete Emile Berliner den Übergang von Phonographenzylindern zu flachen Platten mit einer spiralförmigen Rille ein, die von der Peripherie bis in die Nähe des Zentrums verlief, und prägte den Begriff Grammophon für Plattenspieler, der überwiegend in vielen Sprachen verwendet wird.

Das Revival der Schallplatte

Die Schallplatte war während des größten Teils des 20. Jahrhunderts das dominierende Tonträgerformat. In den 1980er Jahren ging die Verwendung von Standardplattenspielern aufgrund des Aufkommens von Audio-Kassetten, Compact Disc und digitalen Aufnahmeformaten wie MP3 stark zurück. Schallplatten sind aber nach wie vor ein beliebtes Format für einige Audiophile und DJs und haben seit den 1990er Jahren eine Revival erlebt. Die Originalaufnahmen von Musikern, die heute meist mit digitalen Methoden aufgenommen wurden, werden manchmal auf Vinyl wiederveröffentlicht.

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