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Technik kurz erklärt

Die Entwicklung des Gewebebands

| Autor/ Redakteur: Bernhard Richter / Katharina Juschkat

In unserer Serie „Technik kurz erklärt“ stellen wir jede Woche ein Meisterwerk der Konstruktion vor. Heute: Das Gewebeband.

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( Flickr.com/Joe Loong/IMG_3071 / CC BY-SA 2.0)

Ursprünglich wurde das Gewebeband für das amerikanische Militär entwickelt, um Feuchtigkeit von Munitionskisten fernzuhalten. Der englische Begriff „Duck Tape“ geht zurück auf das Wort „duck“, das neben der „Ente“ auch ein strapazierfähiges Baumwollgewebe bezeichnet. Die Soldaten merkten recht bald, dass sich das Klebeband auch zum Reparieren von Gewehren, Jeeps, Flugzeugen usw. eignete.

Gewebeband für den Haushalt und die Mondfähren

Nach dem Krieg folgte ein Hausbauboom und das immer noch olivgrüne „Duck Tape“ wurde beliebt bei Hausmeistern und Hausbesitzern, auch, um leckendes Rohrwerk (engl. „ductwork“) zu reparieren. Hersteller brachten entsprechend recht bald eine silberne Version des Duck Tapes heraus, sodass damit behandelte, feuerverzinkte Rohre weniger auffielen. Aufgrund der akustisch ähnlichen Wörter „duck“ und „duct“ (Rohrleitung) prägte sich volksetymologisch der Begriff „Duct Tape“.

Auch die Besatzungen der NASA-Mondfähren hatten das Band dabei. Die Apollo-13-Astronauten konstruierten nach dem Unglück einen provisorischen Luftreiniger. Und Apollo 17 reparierte damit das Mond-Auto.

Das Band ist anschmiegsam und längs durch Gewebe-armierung reißfest. Es lässt sich quer ohne Werkzeuge mit der Hand leicht zerreißen, jedoch sind die Kleberückstände so hartnäckig, dass eine vollständige Entfernung fast unmöglich ist.

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